Experimente an der „eigenen“ Steuerung

16.05.2014

Experimente an der „eigenen“ Steuerung

Siemens übergibt gespendete Messtechnik-Hardware an Fachbereich etit

Mit Mess- und Steuertechnik unterstützt die Firma Siemens den Fachbereich etit (Elektrotechnik und Informationstechnik) der Technischen Universität Darmstadt. Der Spendenwert liegt im mittleren fünfstelligen Bereich. Am Donnerstag (15.5.) wurde die Sachspende in feierlichem Rahmen offiziell übergeben.

Blick in einen Versuchsaufbau, im Hintergrund sind Umrisse von Personen zu erkennen. Bild: Claus Völker
Die gespendete Hardware ist bereits im Einsatz, jetzt wurde sie im feierlichen Rahmen offiziell übergeben. Bild: Claus Völker

Die Spende besteht vor allem aus mehreren speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS), wie sie in industriellen Großanlagen zum Standard gehören, und aus Motoren und den zugehörigen Umrichtern. Norbert Volk, Leiter der Siemens-Industrie-Sparte in der Region Mitte, überreichte die Spende und als symbolischen Akt eine Steuerung an den Dekan Prof. Abdelhak Zoubir und Prof. Roland Werthschützky, den Leiter des Fachgebiets Mess- und Sensortechnik am Fachbereich etit.

Die gespendete Hardware ist bereits seit Anfang des Jahres im Einsatz, vor allem im Grundlagenpraktikum Messtechnik der Bachelor-Studiengänge Mechatronik und Elektro- und Informationstechnik. Die Studierenden lernen hier, die Steuerungen zu programmieren und als Werkzeuge der Automatisierung zu nutzen. Dank der Siemens-Spende steht nun an jedem Arbeitsplatz den Studierenden eine eigene SPS zum Experimentieren und Testen im Rahmen der Praktikumsversuche zur Verfügung. Bisher wurde an einem zentralen Versuchsaufbau demonstriert; für die Übungen der Studierenden mussten jedoch Simulationen am PC herangezogen werden.

Die Arbeit mit den anderen gespendeten Komponenten ermöglicht es Studierenden zum Beispiel, direkte Erfahrung mit der Funktionsweise eines Umrichters zu sammeln oder praktisch die Frage zu klären, wie man moderne Motoren hochgenau auf eine Position oder Drehzahl regelt.

Neueste Gerätegeneration anschaulich vermitteln

Studierende an einem Demonstrator. Bild: Claus Völker
Die Studierenden lernen, die Steuerungen zu programmieren und als Werkzeuge der Automatisierung zu nutzen. Bild: Claus Völker

„Die Spende der Firma Siemens hilft uns sehr, die Darmstädter Besonderheit, die Begleitung des anspruchsvollen Theorie-Bachelor-Studiums durch drei umfangreiche Praktika in der universitären Elektrotechnik-Lehre weiter auszubauen“, so Prof. Roland Werthschützky. „Der Einsatz der neuesten SPS-Gerätegeneration wird jetzt den Studenten sehr anschaulich aufzeigen, dass die vermittelten Grundlagen aktuellen Bezug zur späteren Tätigkeit von Entwicklungsingenieuren aufweisen. Daher gilt unser ausdrücklicher Dank der Firma Siemens für diese großzügige Unterstützung.“

„Der Industriestandort Deutschland lebt von seinen Innovationen. Damit wir weiterhin wettbewerbsfähig bleiben, müssen wir mit dem aktuellen Wandel der industriellen Fertigung hin zur digitalen Fabrik mithalten – das Stichwort „Industrie 4.0“ ist in aller Munde“, so Norbert Volk von der Siemens AG. „Mit den modernen, speicherprogrammierbaren Siemens-Steuerungen lernen die jungen Frauen und Männer, wie Soft- und Hardware verknüpft werden. Der Nachwuchs soll so bereits in der Ausbildung die geeigneten Bedingungen vorfinden, um Innovationen umzusetzen und die Zukunft der intelligenten, digitalen Produktion mitzugestalten.“

Weitere Informationen

Die Siemens-Spende leistet einen weiteren Beitrag zur Verknüpfung von Forschung und praxisnaher Lehre, für die der Fachbereich etit der TU Darmstadt steht. Ende 2013 wurde dem Fachbereich dafür große Anerkennung zuteil: Das innovative Konzept der Projektseminare „Praktische Entwicklungsmethodik (PEM)“, gemeinsam durchgeführt von den Professoren Roland Werthschützky und Helmut F. Schlaak, wurde mit dem 1. Projektpreis des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre ausgezeichnet. Er ist die deutschlandweit höchstdotierte staatliche Ehrung dieser Art und zeichnet herausragende und zukunftsweisende Leistungen in Lehre, Prüfung, Beratung und Betreuung an hessischen Hochschulen aus. 2012 und 2013 gewannen Studierende mit ihren PEM-Entwicklungen beim Ideenwettbewerb COSIMA national den ersten Preis.

Das hohe Niveau der Praktika spiegelt sich auch in den überdurchschnittlich guten Noten, die Studierende in den Grundlagenpraktika erzielen.

Seitens Siemens erfolgt die Spende im Rahmen von „Siemens Automation Cooperates with Education“ (SCE). Mit diesem Programm unterstützt Siemens weltweit Bildungs- sowie Forschungs- und Entwicklungs-Einrichtungen im Bereich Industrie-Automatisierung bei ihrem Lehrauftrag – in Form von Partnerschaften und Know-how-Transfer.

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