„Das muss in die Köpfe rein“

12.06.2014

„Das muss in die Köpfe rein“

Die Kita-Leiterin Marion Kupper über das Projekt ErgoKita

Marion Kupper ist Leiterin der katholischen Kindertagestätte St. Rabanus Maurus in Oestrich-Winkel. Die Einrichtung hat an dem Projekt ErgoKita der TU Darmstadt teilgenommen und seitdem hat sich dort einiges verändert.

Mit dem Projekt ErgoKita wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Darmstadt die Arbeitsbedingungen in Kindertagesstätten verbessern (Symbolbild). Bild: Patrick Bal
Mit dem Projekt ErgoKita wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Darmstadt die Arbeitsbedingungen in Kindertagesstätten verbessern (Symbolbild). Bild: Patrick Bal

Frau Kupper, sie betreuen in Ihrer Einrichtung Kinder zwischen einem und sechs Jahren. Das bedeutet: Bücken, heben und tragen – das spürt der Körper, oder?

Ja, bei uns ist das schon lange ein Thema. Regelmäßig besuchen wir Seminare zum Thema gesundes Arbeiten, wir haben früh angefangen uns das zu gönnen. Bevor Andrea Sinn-Behrendt von der TU Darmstadt zu uns kam hatten wir schon einiges umgesetzt: Lärm-Ampeln, Trip-Trap-Stühle und große Schreibtische beispielsweise.

Und doch war für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch einiges zu tun. Wo gab es Verbesserungsbedarf?

Unser Pausenraum war früher eher ein Durchgangszimmer – kein Ort der Ruhe. Wir haben dank dem Projekt erkannt, dass wir mit einfachen Mitteln viel tun können. In dem Fall haben wir einfach Räume getauscht. So haben wir jetzt einen schönen Ruheraum nur für Erwachsene.

Aber sie haben auch neue Möbel bekommen…

Genau, wir haben jetzt Tische mit Rollen an einer Seite. Die sind super und ersparen uns viel, denn Tische schleppen gehört zu unserem Alltag. Und neue Wickeltische gab es auch, mit einer Treppe damit die Kinder selbst hoch klettern können.

Neben den Räumlichkeiten und der Einrichtung – hat das Projekt ErgoKita auch etwas in den Köpfen des Personals bewegt?

Mir ist aufgefallen, dass seit den Gespräche und Workshops jetzt alle mehr auf sich achten. Oft helfen schon kleine Regeln für den Alltag: Um Hilfe bitten und sich gegenseitig auf schlechte Haltungen und Bewegungen aufmerksam machen.

Was denken Sie muss noch passieren, damit sich etwas tut bei der Gesundheit am Arbeitsplatz Kita?

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass schon junge Erzieherinnen und Erzieher in der Ausbildung an Gesunderhaltung herangeführt werden. Das muss in die Köpfe rein, von Beginn an.

Die Fragen stellte Katrin Collmar

Körperliche Gesundheit in der Kindertagesstätte: Mit dem Projekt ErgoKita wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Darmstadt Arbeitsbedingungen verbessern. Lesen Sie mehr zu ErgoKita und weitere Artikel in der hoch³ FORSCHEN. [zur hoch³ FORSCHEN 2 / 2014]

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