Abenteuer Orient

20.06.2014

Abenteuer Orient

Virtuelle Rekonstruktion der aramäische /assyrischen Palastanlage Tell Halaf

„Abenteuer Orient – Max von Oppenheim und seine Entdeckung des Tell Halaf“, so lautet der Titel einer Ausstellung, die bis 10. August in der Bundeskunsthalle Bonn zu sehen ist. Die TU Darmstadt hat für die Schau die dreidimensionale virtuelle Rekonstruktion der aramäischen und assyrischen Palastanlage im heutigen Syrien aus dem 1. Jahrtausend vor Christus beigesteuert.

Die Palastanlage Tell Halaf - virtuell rekonstruiert. Bild: Fachgebiet Informations- und Kommunikationstechnologie in der Architektur
Die Palastanlage Tell Halaf – virtuell rekonstruiert. Bild: Fachgebiet Informations- und Kommunikationstechnologie in der Architektur

Die Ausstellung rückt den Kölner Bankierssohn, Diplomat und Forschungsreisenden Max Freiherr von Oppenheim (1860–1946) und dessen archäologischen Leistungen in den Fokus: Er entdeckte 1899 auf dem Tell Halaf (Syrien) einen aramäischen Fürstensitz, einen Überrest der biblischen Stadt Guzana mit Steinskulpturen, Steinreliefs und einer Gruftanlage mit Figuren und kostbaren Grabbeigaben.

Das Fachgebiet Informations- und Kommunikationstechnologie in der Architektur der TU Darmstadt (Projektleitung Dr.-Ing. Marc Grellert) hat für die Ausstellung eine virtuelle Rekonstruktion der Anlage erstellt, die eine phantastische Kombination von Architektur und Bildwerken ermöglicht und die Dimension dieser antiken Stadt bewusst macht.

Digitale Wissensfusion

Mit Hilfe digitaler Instrumente wurden Zeichnungen aus verschiedenen Grabungsepochen neu erschlossen und archäologische Erkenntnisse in Bilder transferiert. Tell Halaf, dessen Fundstücke zu einem großen Teil 1929 nach Berlin in ein eigenes Museum verbracht wurden, gilt als Beispiel einer „digitalen Wissensfusion“: Monumentale Bildwerke, die im Zweiten Weltkrieg bei Brandbombenangriffen in unzählige Einzelstücke zerbarsten, wurden in einem langjährigen Forschungsprojekt des Vorderasiatischen Museums Berlin wieder zusammengesetzt, gescannt, um Fehlstücke ergänzt; Bruchstellen wurden dreidimensional retuschiert.

Bereits Ende 2013 bis Frühjahr 2014 war das Fachgebiet Informations- und Kommunikationstechnologie in der Architektur der TU Darmstadt mit einer großformatigen 3D-Stereo Präsentation zur Baugeschichte des Florentiner Doms in der Bundeskunsthalle in Bonn vertreten.

Abenteuer Orient – Max von Oppenheim und seine Entdeckung des Tell Halaf

30. April bis 10. August 2014

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
Museumsmeile Bonn
Friedrich-Ebert-Allee 4
53113 Bonn

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