„Sensible städtebauliche Einbindung“

07.07.2014

„Sensible städtebauliche Einbindung“

Realisierungswettbewerb für Neubau Kantplatz entschieden

Nach einstimmigem Jury-Votum steht fest: Das Architekturbüro ArGe Architekten Harter + Kanzler, Broghammer, Jana, Wohlleber aus Waldkirch hat mit seinem Entwurf den Wettbewerb für den Neubau eines „Zentrums für IT-Sicherheit“ am Kantplatz gewonnen und setzte sich damit in der Endrunde gegen 24 Mitbewerber durch. Mit dem Bau soll Mitte 2015 begonnen werden.

Präsentation des Siegerentwurfs: (v.l.n.r.) Ferdinand Heide, Vorsitzender der Jury, Johann Senner, Landschaftsarchitekt BDLA, Ingolf Kanzler und Ludwig Harter, Büro ArGE Architekten, Kanzler Dr. Manfred Efinger. Bild: Claus Völker
Präsentation des Siegerentwurfs: (v.l.n.r.) Ferdinand Heide, Vorsitzender der Jury, Johann Senner, Landschaftsarchitekt BDLA, Architekten Ingolf Kanzler und Ludwig Harter, Kanzler Dr. Manfred Efinger. Bild: Claus Völker

Das viergeschossige Gebäude wird künftig die Ansicht des Kantplatzes am westlichen Rand des Martinsviertels prägen und den Standort Stadtmitte der TU Darmstadt erweitern. Auf rund 1.840 Quadratmetern Hauptnutzfläche bringt es Labore, Büros und Seminarräume unter ein Dach. Die interdisziplinär arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler finden hier beste Arbeitsbedingungen für Forschung zur IT-Sicherheit von den Grundlagen bis zur Anwendung.

Wichtiger Bestandteil der Entwurfsaufgabe war die Schaffung eines architektonisch und städtebaulich durchdachten und anspruchsvollen Gebäudes. Wirtschaftlichkeit und die nutzungsspezifischen Funktionen waren ebenso zu beachten.

Städtebauliche Leitidee gut umgesetzt

Realisierungswettbewerb für Neubau Kantplatz: Der Siegerentwurf (Animation) des Büros ArGE Architekten aus Waldkirch. Bild: Claus Völker
Der Siegerentwurf. Animation: Ge Architekten Harter + Kanzler, Broghammer, Jana, Wohlleber / Foto: Claus Völker

Diesen Anforderungen der Ausschreibung kam die ArGE Architekten Harter + Kanzler, Broghammer, Jana, Wohlleber besonders nahe, wie die Jury befand.

Das Preisgericht kommentiert das Sieger-Konzept: „Die städtebauliche Leitidee zielt auf einen klar formulierten Stadtbaustein, der das Gebäude mit dem Campus und dem urbanen Gefüge am Kantplatz verknüpft. Dies gelingt den Verfassern durch sehr geschickte Überlagerung zweier Rechteckkörper, die einen sehr gut proportionierten und gut belichteten Innenhof als räumlichen und sozialen Mittelpunkt des Zentrums aufspannen. Die geometrische Staffelung des Baukörpers erreicht eine sensible städtebauliche Einbindung zur Pankratiusstraße sowie zum Gebäude der Physik.

Das Gebäude am Kantplatz für das neue Zentrum für "IT-Sicherheit" wird den TU-Standort Stadtmitte erweitern. Bild: Claus Völker
Das Gebäude am Kantplatz für das neue Zentrum für „IT-Sicherheit“ wird den TU-Standort Stadtmitte erweitern. Bild: Claus Völker

Die innenräumlichen Qualitäten zeichnen sich durch abwechslungsreich gestaltete und im Wechselspiel zwischen Atrium und Außenfassaden und somit dem Stadtraum zugeordnete informelle Kommunikationsbereiche aus.

Die Fassaden, die durch einen klaren Rhythmus geprägt sind, wirken im städtebaulichen Kontext zurückhaltend wie selbstverständlich. Die Materialisierung der Fassade durch Einsatz rezyklierten Ziegelbruchs verspricht ein eigenständiges, aber auch das historische Umfeld würdigendes Konzept.“

TU-Kanzler Dr. Manfred Efinger lobte die hohe Qualität aller eingereichten Arbeiten. „Die Arbeit des ersten Preisträgers kommt den Vorstellungen des Auslobers nahe. Sie ist eine gute Basis für die Planungsschritte, die nun folgen.“

Wie bei solchen Wettbewerben üblich, sprach das Preisgericht noch Empfehlungen zur Überarbeitung des Entwurfs aus.

25 Architekturbüros reichten Entwürfe ein

Entwürfe der Mitbewerber. Bild: Claus Völker
Entwürfe der Mitbewerber. Bild: Claus Völker

Der Realisierungswettbewerb hatte aufgrund der exponierten Lage des geplanten Neubaus zwischen Universitätsgelände, historischen Universitätsgebäuden und gewachsenem Wohnviertel in enger Abstimmung mit der Stadt Darmstadt stattgefunden. Insgesamt hatten sich 25 Architekturbüros beteiligt.

Bau und Erstausstattung des 10,5 Millionen Euro teuren Zentrums für IT-Sicherheit werden im Rahmen der Forschungsbauförderung aus Bundes- und Landesmitteln finanziert. Mit dem Zentrum möchte die Universität ihre internationale Reputation als wissenschaftliches Kompetenzzentrum für exzellente interdisziplinäre Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Entwicklung in Fragen der IT-Sicherheit weiter stärken. Der Fokus der wissenschaftlichen Teams richtet sich darauf, IT-Sicherheit in die künftige digitale Welt einzubetten – unter gesellschaftlich akzeptierten, ökonomisch vernünftigen und kommunikationstechnisch leicht nutzbaren Bedingungen.

zur Liste