Promotionspreis der Familie Bottling-Stiftung verliehen

10.07.2014

Promotionspreis der Familie Bottling-Stiftung verliehen

Nicolai Wörz für seine Arbeit aus der Technischen Chemie gewürdigt

Die Familie Bottling-Stiftung hat am 09. Juli den mit 3.000 Euro dotierten Preis für eine herausragende Doktorarbeit im Fachbereich Chemie der TU Darmstadt verliehen. Diesjähriger Preisträger ist Dr.-Ing. Nicolai Tonio Wörz, der im Fachgebiet Technische Chemie in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Peter Claus mit Auszeichnung promovierte.

Promotionspreis der Familie Bottling-Stiftung verliehen: Preisträger Dr. Nicolai Tonio Wörz und Stifterin Nicole Hörig. Bild: Dr. Sabine Minol
Preisträger Dr. Nicolai Tonio Wörz und Stifterin Nicole Hörig. Bild: Dr. Sabine Minol

Nicolai Wörz beschäftigte sich in seiner Doktorarbeit mit dem Titel „Prädiktive Modellierung von Rieselbettreaktoren am Beispiel heterogen-katalysierter Hydrierungen“ mit grundlegenden Untersuchungen heterogen katalytischer Reaktionen. Die Aufgabenstellung verband experimentelle Untersuchungen an idealisierten Systemen, theoretische Modellbildung und Simulation der Experimente mit Blick auf Skalenübertragung in die technische Praxis.

Der Wissenschaftler verknüpfte kinetische, reaktionstechnische und strömungstechnische Modellkomponenten miteinander und überprüfte sie am realen System. Die Ergebnisse wurden durch vier Publikationen in einschlägigen Fachzeitschriften, vier Fachvorträgen und neun Posterbeiträgen auf wissenschaftlichen Tagungen veröffentlicht, so dass diese Arbeit national wie international bereits große Sichtbarkeit erlangt hat.

Wörz, 1984 in Ludwigshafen am Rhein geboren, studierte von 2003 bis 2008 an der TU Darmstadt Chemie. Von 2009 bis 2013 promovierte er am Ernst-Berl-Institut für Technische Chemie und Makromolekulare Chemie der TU Darmstadt im Arbeitskreis von Prof. Dr. Peter Claus. Seit November 2012 ist er als Verfahrensingenieur bei der Firma BASF SE in Ludwigshafen tätig.

Schon während seines Studiums wurde Wörz wiederholt ausgezeichnet: Er erhielt einen Preis der Dr. Anton-Keller-Stiftung für sein Vordiplom, die Ernst-Berl-Medaille für das beste Chemie-Diplom, einen DECHEMA-Studentenpreis im Bereich Technische Chemie und wurde aus über 20.000 Nachwuchswissenschaflter/innen aus 70 Nationen für die Teilnahme an der Nobelpreisträger-Tagung 2006 in Lindau ausgewählt.

Der Promotionspreis der Familie Bottling-Stiftung wird im Rahmen der traditionellen Absolventenfeier des Fachbereiches Chemie verliehen, zu der die Absolventinnen und Absolventen des letzten halben Jahres feierlich ihre Bachelor-, Master-, Diplom- und Promotionsurkunden überreicht bekommen.

Erinnerung an die erste Diplomabsolventin

Diplomurkunde von Irena Kielbasinska, ausgestellt am 6. März 1914. Bild: Archiv TU Darmstadt
Diplomurkunde von Irena Kielbasinska, ausgestellt am 6. März 1914. Bild: Archiv TU Darmstadt

Im Rahmen der akademischen Feierstunde in diesem Semester erinnerte der Fachbereich Chemie mit einem Festvortrag an ein besonderes Jubiläum: die Hundertjahrfeier der ersten Diplomabsolventin. Am 6. März 1914 erhielt Irena Kielbasinska (geb. Galewska) aus Warschau an der Großherzoglichen Technischen Hochschule zu Darmstadt ihr Diplomzeugnis und war damit die erste weibliche Absolventin des Fachbereichs Chemie.

In ihrem gemeinsamen Festvortrag berichteten Dr. Kathrin Hofmann, KIVA-Gastprofessor Dr. Markus Prechtl und Professor Dr. Katja Schmitz über die Arbeiten der ersten Darmstädter Diplomchemikerin, welche Themen in der Chemie vor einhundert Jahren im Vergleich zu heute interessant waren, wie es damals in einem Forschungslabor aussah und was sich bis heute geändert hat.

Darüber hinaus wurde auch die damalige Auffassung über das Frauenstudium, von namhaften Forschern wissenschaftlich untermauert, vorgestellt und die Vermittlung von chemischem Wissen anhand von Bildern und Vergleichen von damals bis heute nachverfolgt.

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