„Time tunnel“ im Hörsaal- und Medienzentrum

12.03.2015

„Time tunnel“ im Hörsaal- und Medienzentrum

Bauingenieure stellen Faltkonstruktionen vor

Kann man aus Pappe durch geschickt angeordnete Faltungen und ohne weitere Hilfsmittel einen funktionalen Raum herstellen, dessen Struktur nicht nur trageffizient ist, sondern auch eine hohe gestalterische Qualität aufweist? Der „Virtual Time Tunnel“, den Studierenden des Fachbereichs Bau- und Umweltingenieurwissenschaften im Fachgebiet Konstruktives Gestalten und Baukonstruktion entworfen haben, ist nun in einer Ausstellung zu sehen.

„Virtual Time Tunnel“ aus Pappe-Faltkonstruktionen. Ausstellung im Hörsaal- und Medienzentrum. Bild: Adrian Zimmermann
Zwei der Faltkonstuktionen sind noch bis zum 14. März im Foyer des Horsaal- und Medienzentrums auf der Lichtwiese zu sehen. Bild: Adrian Zimmermann

Die Aufgabenstellung im Rahmen der Lehrveranstaltung Konstruktives Gestalten zeichnet ein fiktives Szenario: Es ging darum, einen „Time Tunnel“ zu entwerfen, einen Raum, in den sich Studierende an Partneruniversitäten in verschiedenen Ländern zurückziehen können, um miteinander zeit- und ortsunabhängig zum Beispiel über einen internet-basierten Videochat zu kommunizieren und zu interagieren.

Dieser Raum sollte aus einem Wellpappen-Faltwerk bestehen, das möglichst ohne Hilfsmittel wie Klebstoffe zusammengefügt werden soll. Die Module mussten eine tragbare Größe haben, und eine Projektionsfläche oder ein Bildschirm, 360-Grad-Webcam und eine Sitzgelegenheit mussten im Entwurf integriert werden. Ein zweidimensionaler Werkstoff sollte durch die Anwendung unterschiedlicher Faltungen zu einem räumlichen Gebilde werden – gleichsam zu einer „modernen Telefonzelle“, wie es Alexander Pick, einer der Projektverantwortlichen, beschreibt.

Die zwei besten Entwürfe wurden realisiert

„Virtual Time Tunnel“ aus Pappe-Faltkonstruktionen. Ausstellung im Hörsaal- und Medienzentrum. Bild: Adrian Zimmermann
Die Modellbauwerkstatt des Fachbereichs Architektur unterstützte die Studierenden bei der technischen Umsetzung. Bild: Adrian Zimmermann

25 Arbeiten wurden unter betreuender Anleitung der Lehrenden Prof. Stefan Schäfer und Alexander Pick erarbeitet. Die zwei besten Entwürfe wurden für die Realisierung in Originalgröße von etwa drei mal drei mal drei Metern weiterentwickelt und letzten Endes auch verwirklicht. „Dabei ist der pädagogische Mehrwert für die Studierenden, die ihre geistigen Werke nun auch real fertigen und aufbauen sollen, nicht zu unterschätzen“, sagt Pick.

Die beiden Entwürfe wurden mit Hilfe der Modellbauwerkstatt des Fachbereichs Architektur mittels CNC-Fräse und Lasercutter in die Realität umgesetzt. Durch die direkte Anbindung war es den Studierenden möglich, zeitnah Rückkopplungen aus dem Fertigungsprozess zu erhalten, um im Bedarfsfall eingreifen zu können. Den Teilnehmern standen Pit Maier und Andreas Benz tatkräftig und beratend zur Verfügung.

In einer kleinen Ausstellung präsentiert das Team des Fachgebiets Konstruktives Gestalten und Baukonstruktion (KGBauko) zur Zeit zwei der Faltstrukturen im Maßstab 1:1 im Hörsaal- und Medienzentrum auf der Lichtwiese. Sie bestechen durch ihr inspirierendes Äußeres und präsentieren sich in Form einer gefalteten Welle und als eine außergewöhnliche Kuppelstruktur.

Ausstellung im Hörsaal- und Medienzentrum

Die beiden Entwürfe stehen bis Samstag, 14. März, zur freien Besichtigung im Hörsaal- und Medienzentrum auf dem Campus Lichtwiese, Gebäude L4|02, Franziska-Braun-Str. 10, 64287 Darmstadt.

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