Gute Zeitmanagerin

06.05.2015

Gute Zeitmanagerin

Serie „Campus-Köpfe“: Studentin Kristina Neumann im Porträt

Masterstudium, ein Job als Tutorin und außerdem noch in der studentischen Unternehmensberatung Junior Comtec mitarbeiten – wie vereinbart man das alles miteinander? „Ich habe inzwischen ein sehr gutes Zeitmanagement“, sagt Kristina Neumann dazu.

Studentin, Tutorin und Werkstudentin: Kristina Neumann hat gelernt, sich gut zu organisieren. Bild: Katrin Binner.
Studentin, Tutorin und Werkstudentin: Kristina Neumann hat gelernt, sich gut zu organisieren. Bild: Katrin Binner.

Kristina Neumann studiert im sechsten Mastersemester Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Elektrotechnik an der TU in Darmstadt und wird ihr Studium demnächst abschließen. Neben dem Studium ist sie außerdem bei einer mittelständischen Unternehmensberatung als Werkstudentin angestellt. Eine Arbeit, die ihr viel Spaß bereitet, sagt Neumann, die sich gut vorstellen kann, auch nach ihrem Studium dort zu arbeiten. Endgültig festgelegt hat sie sich aber noch nicht.

Was sich nach einem Musterbeispiel für die viel gepriesene Work-Life-Balance anhört, ist jedoch keine glückliche Fügung, sondern Ergebnis von reichlich Erfahrung. Besonders zu Beginn ihres Studiums und während der ersten Prüfungsphasen fand Kristina Neumann es noch mitunter recht schwierig, alles unter den sprichwörtlich einen Hut zu bekommen.

„Das ist was für mich“

Aber das funktioniert inzwischen gut. Die Mitarbeit in der studentischen Unternehmensberatung Junior Comtec an der TU Darmstadt hat sie sehr geprägt. „Anfangs wollte ich eigentlich nur neue Leute kennenlernen, auch aus anderen Studiengängen“, verrät Kristina Neumann. Einmal Mitglied geworden, merkte sie dann schnell, „das ist was für mich“. Das war im dritten Studiensemester. Inzwischen kann sie sogar auf ein Jahr im Vorstand von Junior Comtec zurückblicken. „Man übernimmt bei uns sehr schnell Verantwortung“, erklärt Kristina Neumann. Und durch die vielen verschiedenen Projekte und Aufgaben habe sie in dieser Zeit viele Inhalte ihres Studiums in der Praxis anwenden können. Diese Möglichkeit zu haben, ist ihr dabei besonders wichtig, sagt sie, „sonst würde ich mich hier langweilen. Man versteht die Theorien erst richtig oder zumindest besser, wenn man sie schon im Studium anwenden kann“.

Das erste Projekt

Gibt es ein Projekt, an das sie sich besonders gerne erinnert? Kristina Neumann überlegt eine Weile und antwortet dann: „Also von denen, über die ich auch reden darf, war es mein erstes Projekt“. Ihre Aufgabe war es, die Personalprozesse der kurz zuvor von Merck aufgekauften Firma Serono mit denen von Merck zu verbinden und zu optimieren. Anwenden konnte sie dabei „ein wenig Personalmarketing, die klassische BWL I“. Bei späteren Projekten kam das Grundlagenwissen aus der E-Technik hinzu, erinnert sich die Masterstudentin.

Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihr zudem die einst von Professor Hans-Christian Pfohl und seinem Fachgebiet Unternehmensführung und Logistik ausgerichtete „Logistic-Case-Competition“, ein Fallstudienwettbewerb in den Vereinigten Staaten, an dem sie mit einem Team der TU teilnahm. Gemeinsam unter Zeitdruck an einem Projekt arbeiten, neue Arbeitskulturen und Leute kennenlernen und natürlich die Reise selbst, „das hatte schon was“, sagt Neumann. „Und am Ende haben wir sogar gewonnen“.

Im Rückblick auf ihr Studium hätten ihr all diese Erfahrungen besonders geholfen, die eingangs erwähnte Work-Life-Balance zu entwickeln. Sie sei inzwischen sehr diszipliniert, erklärt die Studentin. Im Laufe der Zeit lernte sie, sich ihre Zeit einzuteilen und richtig zu koordinieren. Planen, organisieren und ein gutes Stück Eigenverantwortung habe sie vor allem in ihrer Zeit als Projektleiterin gelernt, resümiert sie.

An ihrem Studiengang gefällt ihr besonders gut, „dass man hier zwei Schwerpunkte hat“, die nicht getrennt voneinander gelehrt und behandelt werden, sondern ineinandergreifen. Würde sie nur eines der beiden Fächer studieren, wäre ihr das wohl zu eintönig, vermutet die Studentin. Für die TU entschied sie sich damals wegen des guten Rufs, den die Universität genießt, erzählt Kristina Neumann. „Eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereut habe.“

Tipps für Erstsemester

Erstsemestern an der TU empfiehlt Kristina Neumann es langsam angehen zu lassen: „Lern erstmal studieren und dann, wenn du die erste Klausurenphase hinter dir hast, schau dich um“. Viele Studienanfänger seien vor allem in der ersten Klausurenphase ziemlich gefordert und stellenweise auch überfordert. Unter den vielen Angeboten, Hochschulgruppen und weiteren Veranstaltungen an der TU sei sicher für jeden etwas dabei. Ihr selbst habe diese Möglichkeit damals sehr geholfen in Darmstadt richtig „anzukommen“ und sich an der Universität einzufinden.

Was ist für sie der größte Unterschied zwischen Schule und Universität? „Es ist ein anderes Lernsystem als an der Schule“, stellt Kristina Neumann fest. Als Student oder Studentin müsse man Probleme zwangsläufig selbst in die Hand nehmen und diese eigenverantwortlich angehen. „Manche Probleme sind den Studienbüros und den Lehrenden gar nicht so bewusst oder bekannt“, fügt sie hinzu; „Ich find‘s halt immer besser, wenn man den Mund aufmacht, als wenn man es niemandem sagt. Denn das Problem wird ja nicht behoben, wenn man niemandem was sagt“.

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