Lehrerbildung und intelligentere Technologien

24.06.2015

Lehrerbildung und intelligentere Technologien

Jährlicher Bericht der TU Darmstadt im Wissenschaftsausschuss des Landtags

Die per Gesetz seit dem Jahr 2005 mit umfassender Autonomie ausgestattete TU Darmstadt setzt mit dem Themengebiet Cognitive Science und dem Lehrerausbildungskonzept MINTplus weitere Akzente in ihrer Profilentwicklung. Das berichteten TU-Präsident Professor Hans Jürgen Prömel und die Vorsitzende des Hochschulrats, Professorin Heidi Wunderli-Allenspach, im Wissenschaftsausschuss des Hessischen Landtags.

Zentrales Verwaltungsbäude der TU Darmstadt am Karolinenplatz 5. Bild: Patrick Bal
Die TU Darmstadt berichtete vor dem Wissenschaftsausschuss des Landtags. Bild. Patrick Bal

Präsident Prömel berichtete den Abgeordneten über aktuelle Weichenstellungen an der TU Darmstadt, um das Profil der Lehrerbildung in den Fächern Mathematik, Technik- und Naturwissenschaften (MINT) weiter zu schärfen. Mit dem jüngsten Erfolg des Konzepts MINTplus der TU Darmstadt im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ werde die Fachdidaktik in den MINT-Fächern weiter gestärkt.

In der Forschung, so Prömel, sei die TU Darmstadt in den vergangenen zwölf Monaten ebenfalls sehr erfolgreich gewesen: Neue umfangreiche Verbundprojekte in der Energie- sowie IT-Forschung konnten eingeworben werden. Die Unterstützung der Landesregierung beim weiteren Ausbau der IT-Sicherheitsforschung in Darmstadt sei „sehr wertvoll“, so Prömel. Die IT-Forschung sei eine besondere Stärke in Darmstadt, die jedoch national wie international in einem starken Wettbewerb stehe. Um die gute Position zu halten und weiter zu verbessern, seien Anstrengungen von allen Seiten erforderlich.

Themengebiet Cognitive Science

Am Beispiel des Wissenschaftsfelds Cognitive Science gab Prömel weitere Einblicke in Prozesse der Profilentwicklung an der TU Darmstadt. Als technische Universität müsse man immer wieder neue, relevante Themen identifizieren und aufnehmen, um in Forschung und Technologieentwicklung „an vorderster Stelle aktiv“ zu sein. Daher habe die TU Darmstadt einen Strategieprozess aufgesetzt, mit dem Cognitive Science als eine wichtige Grundlage zukünftiger intelligenter Technologien an der TU Darmstadt etabliert werden soll. Die Möglichkeiten der TU Darmstadt, solche neuen wichtigen Trends aufzugreifen, würden allerdings von den Rahmenbedingungen mitbestimmt, die das Land setze.

Die Hochschulrats-Vorsitzende Professorin Heidi Wunderli-Allenspach berichtete über den Stand des Qualitätsmanagements an der TU Darmstadt. Auch im internationalen Vergleich sei das etablierte System vorbildlich, die ins Visier genommene Systemakkreditierung sei daher folgerichtig. Die Autonomie der TU Darmstadt würde durch solche Verfahren, insbesondere aber durch die generelle Gesprächskultur in der Universität gestärkt.

Wunderli-Allenspach wie Prömel betonten, dass die Autonomie sich bewährt habe und die vorgesehene Fortschreibung des TU Darmstadt-Gesetzes daher konsequent sei. Prömel bedauerte in diesem Zusammenhang die geplante Absenkung der Baumittel für die TU Darmstadt. Es werde nun noch länger dauern, den bestehenden Sanierungsstau abzubauen.

Wissenschaftlicher Nachwuchs

Prömel beschrieb verschiedene Maßnahmen, mit denen die TU Darmstadt für den wissenschaftlichen Nachwuchs noch attraktiver werden will – etwa durch eine Verstärkung der Karriereorientierung in der ersten Postdoc-Phase. In der Diskussion mit den Abgeordneten wies er auf eine jüngst von der TU9, der Vereinigung führender Technischer Universitäten in Deutschland, verabschiedete Selbstverpflichtung hin: Demnach soll sich die Laufzeit und Befristung der Arbeitsverträge noch konsequenter am Qualifikationsziel orientieren. Prömel betonte, die Universitäten selbst hätten ein grundlegendes Interesse an attraktiven Beschäftigungsverhältnissen und trügen dafür auch in erster Linie Verantwortung.

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