Vermählung von Tradition und Moderne

20.11.2015

Vermählung von Tradition und Moderne

TU Darmstadt hat historisch bedeutsamen Hörsaal im „Uhrturm“ saniert

Die TU Darmstadt eröffnet nach sehr aufwendiger Innensanierung wieder das Herzstück des „Uhrturmgebäudes“ in der Hochschulstraße 4 und erinnert so an ihre historischen Wurzeln: Der Hörsaal, in dem der weltweit erste Professor für Elektrotechnik, Erasmus Kittler, seine Vorlesungen hielt, bietet die besondere räumliche Atmosphäre wie anno 1904.

Wiedereröffnung des Hörsaals: Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (Mitte) und TU-Kanzler Dr. Manfred Efinger (rechts). Bild: Felipe Fernandes
Wiedereröffnung des Hörsaals: Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (Mitte) und TU-Kanzler Dr. Manfred Efinger (rechts). Bild: Felipe Fernandes

Das Projekt (Kosten: 3,4 Millionen Euro) konnte dank der Mittel des Hochschulpakts 2020 des Landes Hessen und des Bundes verwirklicht werden. Nach rund zwei Jahre dauerndem Neuaufbau von Grund auf – unter Berücksichtigung der nach den Kriegsschäden noch vorgefundenen historischen Struktur und aktueller technischer Anforderungen – stehen künftig rund 198 Sitzplätze für die akademische Lehre und für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung.

Der Hörsaal ist Kernbestandteil des von Friedrich Pützer (1871 – 1922) zwischen 1901 und 1904 erbauten Uhrturmgebäudes – der erste Erweiterungsbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts der seinerzeit stark expandierenden Technischen Hochschule. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde das Gebäude in den 1950er Jahren in vereinfachter Form als großer Hörsaal instandgesetzt.

Ende der 1970er folgten Umbauten und eine Umnutzung als Bibliothek des Fachbereichs Physik. Nun präsentiert sich das Innenensemble des Hörsaales komplett neu; die noch im Original sichergestellten und von Konservatoren restaurierten Elemente – gusseiserne Treppengeländer mit Jugendstilanklängen, die Vorhalle mit Terrazzo- und Mosaikfußboden sowie Stuckverzierungen, Laternen und die Lichtdecken zur indirekten Tageslichtversorgung des Hörsaals – strahlen wieder ihre feine Pracht aus.

Dank der sehr großzügigen Spende eines Ehepaars konnte auch das im Jugendstil gehaltene Eingangstor von einem Metallrestaurator instandgesetzt werden.

Das „Uhrturmgebäude“ – früher und heute

Stimmen zur Eröffnung des Hörsaals im Uhrturmgebäude

Dr. Manfred Efinger, Kanzler der TU Darmstadt:
„Ein Kern-Anliegen bei der Sanierung war die Erhaltung der besonderen Handschrift des Architekten Friedrich Pützer. Ich finde, es ist uns gelungen, die besondere Atmosphäre anno 1904 wiederherzustellen.“

Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst:
„Selten sind Architektur, Denkmalschutz und Wissenschaft in einem Projekt so verbunden wie hier. Es wurde ein Ort geschaffen, der Tradition und Moderne verbindet – hier wird die Lehre Spaß machen!“

Professor Dr. Robert Roth, Dekan des Fachbereichs Physik der TU Darmstadt:
„Wir freuen uns sehr, dass unser Fachbereich hier ein neues Herzstück bekommen hat: einen Hörsaal, der von der Kapazität und Technik genau dem entspricht, was wir benötigen.“

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