Fest im Sattel

26.07.2016

Fest im Sattel

Hochschulsportgruppen im Fokus: Die Studentenreitgruppe Darmstadt

Den Spruch „Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück dieser Erde“ nimmt die Studentenreitgruppe der TU Darmstadt durchaus ernst. Die Hochschulgruppe verbindet Freizeit- wie Turnierreiter. Und so vielseitig wie die Disziplinen sind auch die Studienrichtungen der Mitglieder.

Atue heißt das muskulöse Pferd mit cremefarbener Mähne und weiß geschecktem Fell, das anmutig auf dem 400 Quadratmeter großen Platz galoppiert. Dann setzt es zum Sprung an und überwindet mühelos das mehr als einen Meter hohe Hindernis. Atue schnaubt gelassen, Reiter Lukas Burkhard lobt das Pferd zufrieden. Es folgt aufs Wort und setzt die Kommandos des Sportreiters sofort um. Die Zuschauer am Rande des Springplatzes nicken anerkennend und kommentieren den „gelungenen Sprung“. Nach einer Stunde ist das Training auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins Groß-Zimmern (Kreis Darmstadt-Dieburg) zu Ende. Sportstudent Lukas Burkhard nimmt den Sattel des Wallachs ab, striegelt sein Fell und belohnt ihn mit dem obligatorischen Leckerli.

Neben seinem privaten Engagement im Reitsport ist Burkhard zweiter Obmann der Studentenreitgruppe Darmstadt, einer Wettkampfgemeinschaft der Technischen Universität und der Hochschule Darmstadt. Studierende können hier einfach Turniersport und Studium miteinander verknüpfen – sei es mit oder ohne eigenem Pferd. „Deutschland hat eine sehr ausgeprägte Hochschulgruppen-Tradition im Reitsport“, erklärt Max Stehr, seit vielen Jahren aktiv bei der Studentenreitgruppe Darmstadt. Ein eigenes Pferd zu besitzen ist keine Voraussetzung für den Reitsport, „nur etwa 30 Prozent von uns besitzen ein eigenes Pferd am Studienort, viele haben aus Zeitgründen aber auch eine Reitbeteiligung“, sagt Stehr.

Die Studentenreiterei vereint verschiedene Disziplinen des Reitsports: Dressur, Springreiten sowie gelegentlich Vielseitigkeit. „Das Interessante sind die unterschiedlichen sportlichen Niveaus der Reiter. Einige Studierende reiten auf M und S-Niveau, während sich andere auf ihre erste L-Dressur vorbereiten“, merkt Max Stehr an. Zahlreiche Studierende erhalten privat Einzelunterricht im Reiten, um sich optimal auf Wettkämpfe vorzubereiten. Dieses Training zahlt sich aus, auf Studentenreitturnieren bleiben den Teilnehmern nur wenige Minuten Zeit um sich an die vom Ausrichter gestellten, fremden Pferde zu gewöhnen. „Wenn man sich auf das Pferd einlässt und Leidenschaft für den Reitsport mitbringt, wird man dafür belohnt“, fügt Stehr hinzu.

Teilnahme an Turnieren

Die Mitglieder setzen sich als Teilnehmer, Trainer und Supporter auf Turnieren ein. „Viele Helfer fahren gerne mit auf Turniere in ganz Deutschland, ohne selbst dort zu reiten. Die Atmosphäre ist hier etwas ganz Besonderes“, merkt Maxi Winkler an, die erste Obfrau der überwiegend weiblich besetzten Studentenreitgruppe. Die Leidenschaft der Reiterinnen und Reiter ist an ihren Wettkampferfolgen abzulesen. So nimmt die Studentenreitgruppe Darmstadt in jeder Saison an zehn bis 15 Turnieren teil – von den Vorrundenturnieren bis zu den Deutschen Hochschulmeisterschaften am Ende jedes Jahres.

Um an vergangene Siege anzuknüpfen, trainieren viele der Mitglieder täglich. Neben den Deutschen Hochschulmeisterschaften 2016 in Münster wirft das eigene Darmstädter Studentenreitreitturnier in Kranichstein bereits seine Schatten voraus. „Die Organisation dieses mehrtägigen Turniers auf dem Kranichsteiner Hof mit 15 Studentenreitgruppen aus verschiedenen deutschen Hochschulstädten ist eine beachtliche planerische Herausforderung, der wir uns jedoch Jahr für Jahr gerne stellen“, sagt Stehr.

„Bei den Studentenreitturnieren herrscht eine familiäre Atmosphäre und man lernt viele interessante neue Leute kennen“, sagt Lukas Burkhard, der sich stets aktiv bei den Turnieren beteiligt – inklusive den dazugehörigen Motto-Partys. „Jeder ist herzlich eingeladen, sich auf unserem Turnier (28. bis 30. Oktober 2016) selbst unverbindlich davon zu überzeugen. Wir freuen uns über Neuzugänge“, lautet Burkhards Einladung.

Besonderes Gemeinschaftsgefühl

Neben den großen und deutschlandweit bekannten Turnieren – Burkhard: „Wer einmal dabei gewesen ist, kommt definitiv wieder“ – richten die Studentenreiter auch gemeinsame Partys und Grillfeste in Darmstadt aus und stärken so das Mannschaftsgefühl: „Der gesellige Teil und das Knüpfen deutschlandweiter Netzwerke nehmen bei uns eine große Rolle ein“, sagt Stehr. Und so bilden sich Kontakte und Freundschaften, die lange über das Studium hinaus fortbestehen.

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