„Schwindelig gespielt“

06.07.2009

„Schwindelig gespielt“

Humanoide „Darmstadt Dribblers“ gewinnen überlegen bei RoboCup-Weltmeisterschaft

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Zwei Dribblers 2007. Bild: Archiv, Darmstadt Dribblers / TU Darmstadt

Nach sechs 10:0-Siegen in Serie in den ersten sechs Vorrunden- und Viertelfinalspielen wurde im Halbfinale zunächst der seit zwei Jahren ungeschlagene Weltmeister Nimbro 7:2 von der Universität Bonn und anschließend im Finale das Team FUmanoid von der FU Berlin mit 11:1 besiegt.

Kaum ein anderes Team vorher hatte diese Liga bei einer Weltmeisterschaft, in der dieses Jahr 22 Teams am Start waren, so dominiert. Laut dem deutschen RoboCup-Nationalkomitee spielten die Darmstadt Dribblers „alle Gegner schwindelig“.

In dieser Liga treten Mannschaften von jeweils drei autonomen, Fußball spielenden und bis zu 60cm großen, autonomen humanoiden Roboter gegeneinander an.

Technical Challenge

Auch in der schwierigen, aus drei Teilprüfungen bestehenden Technical Challenge zeigten die Dribblers eine überragende Leistung und konnten als einziges Team alle drei Prüfungen (Dribbling durch Hindernisse, Doppelpass und Einwurf) vollständig bewältigen.

„Louis Vuitton Best Humanoid Award“

Neben dem Weltmeistertitel und dem ersten Platz in der Technical Challenge wurde daher den Darmstadt Dribblers als erstem nicht japanischem Team überhaupt seit der Einführung dieses jährlich verliehenen Preises in 2004 der überaus prestigeträchtige „Luis Vuitton Best Humanoid Award“ verliehen

Die Darmstadt Dribblers sind eine Entwicklung des Fachgebiets Simulation, Systemoptimierung und Robotik (SIM) unter Leitung von Prof. Dr. Oskar von Stryk am Fachbereich Informatik der TU Darmstadt.

Erfolg auch bei den Rettungs-Robotern

Erstmals trat in diesem Jahr das Darmstadt Rescue Robot Team aus dem Graduiertenkolleg 1362 „Cooperative, Adaptive and Responsive Monitoring in Mixed Mode Environments“ an der TU Darmstadt in der Liga der autonomen Such- und Rettungsroboter an, die ein unwegsames Gelände kartographieren und Anzeichen von Personen und Gefahrstoffen aufspüren sollen.

Auf Anhieb konnte ein sehr guter Platz im vorderen Mittelfeld und in Gemeinschaft mit dem auf ferngesteuerte Roboter spezialisierten, iranischen Team YRA sogar die Halbfinalteilnahme unter 22 Teams erreicht werden. Neben dem Fachgebiet SIM sind am Darmstadt Rescue Robot Team die Fachgebiete Multimodale Interaktive Systeme vom Fachbereich Informatik (Prof. Dr. Bernt Schiele) und Flugsysteme und Regelungstechnik vom Fachbereich Maschinenbau (Prof. Dr. Uwe Klingauf) der TU Darmstadt beteiligt.

Der RoboCup ist eine internationale Initiative zur Förderung der Forschung, Entwicklung und Ausbildung in unterschiedlichen Bereichen autonomer, intelligenter Roboter. Der RoboCup ist gleichzeitig der größte Robotik-Wettbewerb der Welt. Am RoboCup 2009 in Graz nahmen insgesamt 2300 Teilnehmer aus 44 Ländern teil.

Zum Thema:

Darmstadt Dribblers

Darmstadt Rescue Robot Team

RoboCup 2009 Graz

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