Sauberes Wasser und Entsorgung

24.11.2009

Sauberes Wasser und Entsorgung

Das Fachgebiet Abwassertechnik fährt zur Expo nach Shanghai

shanghai
Shanghai ist Austragungsort der Expo 2010. Bild: Katharina Krickow

Gemeinsam mit dem Institute of Environmental Science der Tongji Universität Shanghai präsentiert das Team um Professor Peter Cornel auf der Expo die Ergebnisse des interdisziplinären Forschungsansatzes „Semizentral“.

Die Wissenschaftler aus China und Deutschland haben Infrastruktursysteme für die Ver- und Entsorgungsbereiche Wasser, Abwasser und Abfall entwickelt, die sich flexibel an sich ändernde Rahmenbedingungen anpassen lassen. Seit März läuft in Eberstadt eine erste erfolgreiche Versuchsanlage. Diese dient im Rahmen des Projekts „Lösungen für semizentrale Ver- und Entsorgungssysteme urbaner Räume am Beispiel von Hanoi“ zur Optimierung der Prozesse innerhalb der Anlage.

Ausgangspunkt des semizentralen Ansatzes ist die Tatsache, dass zentrale Ver- und Entsorgungssysteme, wie sie in Industrienationen verwendet werden, in den schnell und oft unkontrolliert wachsenden Städten und Metropolen der Entwicklungsländer nicht sinnvoll sind. Sie können sich nicht flexibel anpassen, auch behandeln sie immer nur einen Stoffstrom.

Beim semizentralen Konzept werden mehrere Stoffströme berücksichtigt. In Hanoi werden bestehende „Septic Tanks“ nicht etwa abgelöst, sondern in die Entsorgung integriert. Abwässer aus der Kanalisation neu geplanter Stadtteile werden in die Stoffkreisläufe aufgenommen. Schlämme aus Tanks und Kanalisation können zusammen mit Bioabfällen als nährstoffreicher Dünger der Landwirtschaft zugeführt werden.

Die Expo in Schanghai öffnet am 1. Mai 2010 für sechs Monate ihre Pforten. Zur größten Weltausstellung aller Zeiten erwarten die Ausrichter 70 Millionen Menschen. Ausgehend vom Jahrhundert der Städte und den damit verbundenen Herausforderungen steht die Expo im kommenden Jahr unter dem Motto „better city – better life“. In zahlreichen Pavillons schlagen die Aussteller Gestaltungsmöglichkeiten für die Stadt der Zukunft vor.

Erstmals werden auf einer Weltausstellung Städtebeiträge zu sehen sein. In der Urban Best Practice Area warten, neben den Ingenieuren aus Darmstadt, auch Teilnehmer aus Hamburg, Düsseldorf, Freiburg und Bremen mit ihren Ideen auf.

Weiteres Infos:

Flyer mit Exkursionsankündigung

Webseite von Semizentral.de

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