Vorlesungen im Kino und Zelt

01.09.2008

Vorlesungen im Kino und Zelt

Sanierung des Hörsaalzentrums macht „Wissenstransfer“ nötig

Man kennt das von Renovierungen und Umzügen: Bevor es dauerhaft moderner, komfortabler und schöner wird, muss man auch einmal improvisieren: Weil die Technische Universität Darmstadt an vielen Stellen saniert, erneuert, umbaut und in großem Tempo erweitert, stehen zum Start des Wintersemesters nicht alle großen Hörsäle zur Verfügung. Deshalb werden einige Wochen lang Vorlesungen in den Kinos Pali und Rex in der City; im Heiner Lehr-Zentrum am Kopernikus-Platz und im ehemaligen Landratsamt an der Rheinstraße stattfinden. Außerdem wird auf dem Campus Lichtwiese übergangsweise ein beheizbares großes Zelt als Audimax-Ersatz errichtet.

Der Vizepräsident für Studierende, Professor Alexander Martin, bittet im Namen des Präsidiums um Verständnis für eventuelle Unannehmlichkeiten: „Leider können wir in den angemieteten Räumen nicht immer die gewohnten Bedingungen gewährleisten und müssen den Studierenden und Dozenten abverlangen, dass sie längere Wege und zeitliche Verzögerungen auf sich nehmen. Aber wir tun alles, um die Situation so angenehm und reibungslos wie möglich zu gestalten.“

So viele bauliche Veränderungen wie aktuell hat die TU Darmstadt seit langem nicht erlebt: Unübersehbar ist die Baustelle auf dem Campus Lichtwiese, wo ein neues Gebäude für das Exzellenzcluster Smart Interfaces und weitere Forschungsprojekte entsteht. Noch mehr Bauarbeiten gibt es in der Innenstadt – im Hörsaal- und Audimax-Komplex, im neuen Eingangsgebäude und Verwaltungs-Haus am Karolinenplatz, im Schlosshof und an der Magdalenenstraße, wo die neue Universitätsbibliothek künftig ihren Sitz haben wird. Bis alles hergerichtet ist, müssen TU-Mitglieder hier und da Lärm und Schmutz ertragen, umziehen, ausweichen. So wird also ein Teil der Studierenden im kommenden Herbst in bequemen Kino-Sesseln und auf der grünen Wiese mitschreiben. Und es wird dort gelehrt, wo einst der Landrat Politik gestaltete. Das Zelt auf der Lichtwiese bietet Ersatz für das bisher 816 Plätze fassende Audimax. Rechnet man die Kapazitäten aller Ausweichquartiere zusammen, stehen kurzfristig 400 Plätze mehr bereit, als man im Hörsaal-Komplex inklusive Audimax hätte bieten können. Somit dürfte die Universität für den Studienanfänger-Boom gerüstet sein.

Die umfassende Grundsanierung des Hörsaal-Gebäudes mit seinem Herzstück Audimax wird nach derzeitigem Stand bis Ende November 2008 abgeschlossen sein. Die Bauarbeiter, die erst nach dem Ende der Vorlesungen im Sommersemester im Juli voll anrücken konnten, arbeiten auf Hochtouren. Künftig stehen neben den vollständig modernisierten sieben Hörsälen zwei zusätzliche Hörsäle zur Verfügung. Das ergibt ein Plus von 250 Plätzen. Insgesamt wird die TU somit im zentralen Hörsalbereich am Karolinenplatz mehr als 2200 Hörsaalplätze zur Verfügung stellen können. „Ich bin überzeugt, dass wir dann verbesserte und sehr angenehme Studienbedingungen bieten“, sagt Vizepräsident Martin.

zur Liste