Physikhörsaalgebäude zum Denkmal erklärt

05.08.2010

Physikhörsaalgebäude zum Denkmal erklärt

Das Physik-Hörsaalgebäude von außen. Bild: Nikolaus Heiss.
Das Physik-Hörsaalgebäude von außen. Bild: Nikolaus Heiss.

Im Zuge von Sanierungsplanungen der TU Darmstadt hat das Landesamt für Denkmalpflege den baugeschichtlichen, künstlerischen und technischen Wert des Physikhörsaalgebäudes in der Hochschulstraße neu bewertet. Das Ergebnis: Das Gebäude aus den Fünfziger Jahren wurde zum „Denkmal des Monats“ erklärt.

Auf den flüchtigen Betrachter wirkt das Physikhörsaalgebäude der TU Darmstadt in der Hochschulstraße zunächst unscheinbar. So verwundert es nicht, dass der in den Fünfziger Jahren entstandene Bau bei der Erfassung der Denkmäler Darmstadts zunächst nicht die Aufmerksamkeit der Denkmalschützer gewann. Man habe die Qualität des Hörsaalgebäudes in den Achtziger Jahren wohl nicht erkannt, meint Nikolaus Heiss vom Landesamt für Denkmalpflege, der den Fehler nun korrigierte. Seine Behörde erklärte das Gebäude zum Denkmal und schmückte es dazu noch mit dem Titel des aktuellen hessischen „Denkmal des Monats“.

Denkmal des Monats

Heiss’ fachmännisches Urteil: „Das Gebäude ist sowohl künstlerisch-ästhetisch als auch technisch von Bedeutung.“ Die kantig, klar und glatt wirkende Außenfassade kontrastiere sehr gelungen mit der gebogenen, geschwungen, aber nie kitschigen Innenausstattung. Auf das Gebäude aufmerksam wurde Heiss, als die TU Darmstadt die umfassende Sanierung des Gebäudes plante und sich die Frage nach dem Denkmalwert damit erneut stellte. Die TU wird den Bau nun in Abstimmung mit der Denkmalpflege sanieren. Die Originalsubstanz im Inneren und Äußeren soll weitestgehend geschont und repariert werden. Die bereits begonnen Sanierungsarbeiten sollen bis Ende 2011 abgeschlossen sein. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf rund 4,3 Millionen Euro, wovon das Land Hessen rund 3,2 Millionen Euro trägt.

Das Physikhörsaalgebäude entstand 1955 nach einem Entwurf von Günther Koch und W. Lehnert unter der Regie des Staatlichen Hochschulbauamtes. Der nahezu quadratische dreigeschossige Bau, in dessen Mitte sich ein fensterloser, geräusch- und erschütterungsisolierter Hörsaal mit 530 Plätzen befindet, ersetzte ein Hörsaalgebäude mit Observatorium, das 1904 nach Plänen von Friedrich Pützer gebaut worden war, im Zweiten Weltkrieg aber den Bomben zum Opfer fiel.

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