Geowissenschaften sichern Zukunft

13.10.2010

Geowissenschaften sichern Zukunft

Experten aus aller Welt diskutieren in Darmstadt

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Internationale Teilnehmer nutzen die Tagung für angeregte Diskussionen. Bild: Ingrid Hirsmüller, TU Darmstadt

Vom 11. bis 13. Oktober war die TU Darmstadt Gastgeber der GeoDarmstadt 2010. Unter dem Titel „Geowissenschaften sichern Zukunft“ versammelte der Kongress erstmals internationale Experten aller Teildisziplinen der Geowissenschaften.

Nach über 400 Vorträgen, mehr als einem Dutzend Exkursionen und drei Tagen des wissenschaftlichen Austauschs ist Prof. Dr. Andreas Hoppe vom Institut für Angewandte Geowissenschaften mehr denn je von seinem Fach überzeugt und begeistert: „Ob Artenvielfalt, Klimawandel, Wasserversorgung, Böden als Nahrungsgrundlage oder als Speichermedium – die Geowissenschaften können Antworten auf viele drängende Menschheitsfragen geben“, so Hoppe.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Dr. Christoph Schüth hat Hoppe den Kongress GeoDarmstadt 2010 organisiert und viele internationale Experten ebenso wie Vertreter nahezu aller deutschen geowissenschaftlichen Gesellschaften und Einrichtungen für die Teilnahme gewonnen. Rund 750 Forscher trafen sich vom 11. bis 13. Oktober, um sich im darmstadtium unter dem Titel „Geowissenschaften sichern Zukunft“ über ihre Arbeit auszutauschen. „Wir haben für die GeoDarmstadt 2010 erstmals alle Teildisziplinen zusammengebracht, um uns noch stärker zu vernetzen und die Geowissenschaften insgesamt voranzubringen“, erklärt Hoppe das Ziel des Kongresses.

Er und seine Kollegen anderer Universitäten und Forschungseinrichtungen stellen seit einiger Zeit ein stark steigendes Interesse an den Geowissenschaften fest: „Die Studierendenzahl hat sich in den vergangenen Jahren vervierfacht“, weiß Schüth, der das hohe Interesse unter anderem auf den starken Praxisbezug zurückführt. „Eine Trennung in Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Forschung gibt es in den Geowissenschaften so gut wie gar nicht. Wir wollen unsere Erkenntnisse wo immer möglich direkt für die Menschen einsetzen“, sekundiert Prof. Dr. Georg Wefer, Meeresgeologe von der Universität Bremen.

Der hohe Praxisbezug zeigt sich unter anderem in der Arbeit an aktuellen und drängenden Themen wie der Lagerung radioaktiver Abfälle, der Speicherung von CO2 im Boden oder der Frage, wie eine Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko zukünftig verhindert werden kann. „Radioaktiver Abfall lagert derzeit weltweit in Zwischenlagern an der Oberfläche. Da das sicher nicht die endgültige Lösung sein kann, müssen wir weiter an Lösungen arbeiten, diese Abfälle sicher endzulagern“, sagt Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel, Direktor des Instituts für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben und Präsident der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft. Hoppe fordert in diesem Zusammenhang die Politik auf, die Forschung nicht aus tagespolitischen Gründen auszubremsen: „Wir sollten uns in der Frage der Endlagerung radioaktiven Abfalls nicht zu früh festlegen, sondern in jedem Fall alle Alternativen genau anschauen“, so Hoppe.

Einig waren sich die Forscher auch, dass ihre Disziplin in den vergangenen Jahren stark vom technischen Fortschritt profitiert hat. Der Einsatz modernster Technik lässt in vielen Teildisziplinen heute Einblicke zu, die vor wenigen Jahren noch undenkbar schienen und Geowissenschaftler zuversichtlich in die Zukunft schauen lassen. „Die Geowissenschaften stehen auf vielen Forschungsfeldern noch am Anfang“, so Kümpel.

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