Die Suche im Internet von morgen

02.12.2008

Die Suche im Internet von morgen

Intelligentes Sprachverstehen bei der Suche nach Dienstleistungen

Wissenschaftler der TU Darmstadt erforschen neue Möglichkeiten des intelligenten Findens im kommenden „Internet der Dienste“. Mit einem in Entwicklung befindlichen System soll es zukünftig möglich sein, Anfragen wie zum Beispiel „Ich suche einen Dienst, der mir für ein Reiseziel die aktuellen Luft- und Wassertemperaturen liefert“ einzugeben, und als Ergebnis ausführbare Dienste für den gesuchten Zweck und keine herkömmlichen Webseiten zum Thema Urlaubsplanung zu finden. Das System wird derzeit von der Arbeitsgruppe Ubiquitous Knowledge Processing (UKP) am Fachbereich Informatik der TU Darmstadt unter Leitung von Prof. Dr. Iryna Gurevych und Prof. Dr. Max Mühlhäuser entwickelt.

Im WWW wird es zukünftig neben herkömmlichen Webseiten auch mehr und mehr Dienstleistungen geben, die über das Web genutzt werden können („Internet der Dienste“). Gerade im Business-Bereich sind diese sogenannten „Web Services“ von besonderer Bedeutung. Experten gehen davon aus, dass die kommerzielle Bereitstellung und Nutzung von Web Services eines der wichtigsten kommenden internetbasierten Geschäftsmodelle sein wird.

Angesichts der zu erwartenden Fülle von im Internet angebotenen Services wird es allerdings zunehmend schwierig, einen für eine bestimmte Anforderung passenden Service zu finden. Herkömmliche Internet-Suchmaschinen sind für die Suche nach Webseiten gedacht und funktionieren für Services nur sehr eingeschränkt.

Hier setzt die aktuelle Forschung der Gruppe UKP an: Das System bringt Methoden des intelligenten, Semantik-basierten Sprachverstehens bei der Suche nach Services zum Einsatz. Die Forschung wird im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Teilprojektes TEXO innerhalb des IT-Leuchtturmprojektes THESEUS durchgeführt.

Der Sucherfolg des von Gurevych und Mühlhäuser entwickelten Systems ist dabei weitgehend unabhängig davon, wie die Funktion des Dienstes vom jeweiligen Dienstanbieter im Internet beschrieben wird. Möglich wird dies durch den Einsatz von in der Arbeitsgruppe entwickelten speziellen Verarbeitungsmethoden, welche die inhaltliche Ähnlichkeit von Wörtern wie z.B. „Reiseziel“, „Urlaubsziel“, „Urlaubsort“ und „Destination“ erkennen können. Selbst in den Fällen, in denen ein Dienstanbieter für einen Service gar keine aussagekräftige Beschreibung bereitstellt, kann das Darmstädter System durch geschickte Analyse des Programmcodes zumindest eine ungefähre Beschreibung automatisch extrahieren. Die Suchtechnologie ist nicht nur auf die Suche nach Web-Diensten, sondern auch auf die Suche nach herkömmlichen Dienstleistungen wie von z.B. Handwerkerleistungen anwendbar.

Die TU Darmstadt ist Forschungspartner im Teilprojekt TEXO des Forschungsprogramms THESEUS, in dem es um die Entwicklung einer neuen internetbasierten Wissensinfrastruktur geht. Weitere Partner des TEXO Projektes sind das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, empolis GmbH, Fraunhofer Gesellschaft, FZI Forschungszentrum Informatik Karlsruhe, intelligent views gmbh, ontoprise GmbH, SAP Research, Siemens AG, Technische Universität Dresden, Technische Universität München und Universität Karlsruhe (TH).

Weitere Informationen:

www.ukp.tu-darmstadt.de

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