Für eine atomwaffenfreie Welt

25.11.2008

Für eine atomwaffenfreie Welt

Diplomat und Friedensaktivist Jayantha Dhanapala spricht beim IANUS-Jubiläum

Dhanapala
Jayantha Dhanapala bei einem Vortrag in London

Am Freitag, den 28. November 2008, feiert die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Naturwissenschaft, Technik und Sicherheit (IANUS) an der TU Darmstadt ihr 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass lädt IANUS von 18:30 bis 20:30 Uhr zu einer öffentlichen Veranstaltung in den Karolinensaal des Hessischen Staatsarchivs ein.

Die Festrede „The Nuclear Reality and the Vision of a Nuclear-Weapon-Free World“ zu diesem Jubiläum hält Dr. Jayantha Dhanapala. Dhanapala wurde 1938 in Sri Lanka geboren. Er hat sein Land über Jahrzehnte als Diplomat in den großen Hauptstädten der Welt vertreten und war Botschafter Sri Lankas bei den Vereinten Nationen in Genf und in New York. 1987 bis 1992 leitete er das United Nations Institute for Disarmament Research in Genf und 1995 war er Präsident der Überprüfungs- und Verlängerungskonferenz des Nuklearen Nichtverbreitungsvertrages.

1998 bis 2003 war er stellvertretender Generalsekretär der Vereinten Nationen mit Zuständigkeit für den Wiederaufbau der Abrüstungsabteilung. Seit 2007 ist er Präsident der Pugwash Conferences on Science and World Affairs, die 1995 den Friedensnobelpreis erhielten.

Die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Naturwissenschaft, Technik und Sicherheit an der TU Darmstadt wurde 1988 mit Mitteln der VW-Stiftung gegründet. Seit dieser Zeit arbeitet die Gruppe auf dem Gebiet der naturwissenschaftlich orientierten Friedensforschung. Für dieses Engagement erhielt IANUS im Jahr 2000 den Göttinger Friedenspreis.

Die Mitglieder von IANUS kommen aus natur-, ingenieur- und geisteswissenschaftlichen Fachbereichen der TU Darmstadt und verfolgen einen problemorientierten interdisziplinären Ansatz. Sie arbeiten unter anderem an Projekten zu nuklearen Abrüstungs- und Nichtverbreitungsverträgen, wie z.B. zur Beseitigung von Plutoniumbeständen, zur Biowaffenkonvention, Klimarahmenkonvention und zum Biodiversitätsprotokoll. In Verbindung mit dem International Network of Engineers und Scientists Against Proliferation, das von IANUS ins Leben gerufen wurde und bis heute koordiniert wird, konnte ein Entwurf für eine Nuklearwaffenkonvention ausgearbeitet werden.

Daneben haben sich IANUS-Projekte mit der Technologiewahl für zukünftige Energiesysteme, Technikfolgenabschätzung zu fortgeschrittenen oder zukünftigen Nukleartechnologien, dem Diskurs über Stammzellforschung und moderne Biotechnologien, der Vertrauenswürdigkeit und der Verantwortbarkeit von Wissenschaft beschäftigt. Dabei arbeitet IANUS stets an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit.

Seit 1993 ist IANUS eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der TU Darmstadt, die sich in der fachübergreifenden Forschung und Lehre engagiert. Seit 2003 koordiniert IANUS den interdisziplinären Studienschwerpunkt „Nachhaltige Gestaltung von Technik und Wissenschaft“.

Weitere Informationen:

www.ianus.tu-darmstadt.de

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