Nötige Investitionen in die hessischen Universitäten

16.12.2008

Nötige Investitionen in die hessischen Universitäten

Universitätspräsidenten verweisen auf dringende Sanierungen und Modernisierungen

Die hessischen Universitäten begrüßen das von der Landesregierung angekündigte Sonder-Investitionsprogramm für Bildungs-Einrichtungen zur Stützung der Bau- und Handwerksbranche in der aktuellen wirtschaftlichen Krise. Der Sprecher der Konferenz Hessischer Universitätspräsidien (KHU) und Präsident der TU Darmstadt, Professor Dr. Hans Jürgen Prömel, sagte: „Die Politik erkennt, dass erhebliche Mittel in die dringend notwendige Sanierung und Modernisierung der Universitäten fließen müssen. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um die chronische Unterfinanzierung der Universitäten abzumildern.“

Die hessische Landesregierung hatte am Dienstag (16. Dezember 2008) ein zusätzliches Programm zur Sanierung, Modernisierung und Ausbau von Schulen und Hochschulen für das Jahr 2009 vorgestellt. Wie die hessische Wissenschaftsministerin Silke Lautenschläger erläuterte, sollen den hessischen Hochschulen im kommenden Jahr 500 Millionen Euro bereitgestellt werden, um planungs- und baureife Projekte vorziehen zu können. Davon unberührt soll auch das Hochschulbauprogramm HEUREKA des Landes weiter wie geplant fortgeführt werden.

Wieder manövrieren können – TU Darmstadt erhofft sich vom geplanten Konjunkturprogramm Abbau des Sanierungsstaus

Die Absicht der hessischen Landesregierung, im Rahmen eines 500 Millionen Euro starken Konjunkturprogramms dringend nötige Hochschulbau-Investitionen vorzuziehen, wird vom Kanzler der TU Darmstadt, Dr. Manfred Efinger, ausdrücklich begrüßt. „In diesem Zusammenhang könnte ein Teil des Sanierungsstaus der seit 2005 autonomen TU Darmstadt abgebaut werden, der mit den bisherigen Budgetmitteln in absehbarer Zeit sonst nicht zu beheben ist“, sagte Efinger.

Die TU Darmstadt war im Jahr 2004, als das Autonomiegesetz verhandelt wurde, von einem jährlichen Bedarf für Baumaßnahmen vom 40 Mio. Euro ausgegangen. Ein Landesanteil von 20 Mio. Euro, aus dem dann auch Geräte zu finanzieren sind, wurde im Gesetz festgeschrieben, weitere 20 Mio. Euro sollten aus Mitteln der Hochschulbauförderung des Bundes kommen, die im Jahr 2007 im Rahmen der Föderalismusreform aber abgeschafft wurde.

Zwar stellt das Land 5,5 Mio. Euro für weggefallene Bundesmittel zur Verfügung und unterstützt den Neubau der Universitäts- und Landesbibliothek und die Sanierung des Darmstädter Schlosses zusätzlich mit jeweils 30 Mio. Euro, für weitere dringende Projekte wie die Sanierung der Elektrotechnik, der Physik oder den erforderlichen Neubau eines Hörsaalzentrums auf der Lichtwiese gibt es bisher keinen Spielraum. Ein Teil des vorhandenen Etats wurde darüber hinaus durch die erheblichen Baupreissteigerungen der letzten Jahre, die zum Teil bei über sechs Prozent pro Jahr lagen, aufgezehrt.

Aus dem Konjunkturprogramm der Landesregierung erhoffe sich auch die TU Darmstadt, so Kanzler Dr. Efinger, dass der Etat für Baumaßnahmen so aufgestockt wird, dass die dringendsten aufgeschobenen Projekte realisiert werden können. Das derzeit laufende Bauprogramm, das neben dem Bibliotheks-Neubau unter anderem zahlreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen wie die der Chemiegebäude und des Schlosses beinhaltet, ließe unter den bisherigen finanziellen Gegebenheiten bis zum Jahr 2015 keine Spielräume für neue Projekte.

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