IT-Sicherheitsforschung mit weltweiter Ausstrahlung

06.02.2009

IT-Sicherheitsforschung mit weltweiter Ausstrahlung

CASED – Center for Advanced Security Research Darmstadt eröffnet

TU-Eingangsgebäude karo 5
Im neuen Eingangsgebäude der TU Darmstadt karo 5 wurde am 6. Februar das It-Forschungszentrum CASED eröffnet

Mit dem neuen Forschungszentrum CASED bündeln die Technische Universität Darmstadt, das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) und die Hochschule Darmstadt ihre Kompetenzen im Bereich IT-Sicherheit: In einer einzigartigen Kooperation werden Informatiker, Mathematiker, Ingenieure, Physiker, Juristen und Betriebswirte, Forschungszentren und Industriepartner gemeinsam innovative Sicherheitslösungen erforschen, prototypisch entwickeln und in die wirtschaftliche Verwertung bringen.

Im ersten halben Jahr hat CASED ein starkes Fundament geschaffen: Über 30 Expertinnen und Experten engagieren sich bereits in Forschung und Administration. CASED wird im Laufe der nächsten Jahre rund 60 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Das Land Hessen fördert CASED im Rahmen seiner Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE).

Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann wies darauf hin, dass das Land für CASED bis 2010 knapp 12,9 Millionen Euro bewilligt habe. Weitere knapp 2,9 Millionen Euro seien für 2011 bereits in Aussicht gestellt. Außerdem werde das Fraunhofer-Institut SIT im Zusammenhang mit dem CASED-Zentrum baulich erweitert, um hochmodern ausgestattete Räumlichkeiten für die CASED-Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Die Kosten dafür bezifferte sie mit rund 18,2 Millionen Euro, die je zur Hälfte vom Land Hessen und der Fraunhofer-Gesellschaft getragen würden.

„Ich freue mich sehr, dass die Fraunhofer-Gesellschaft zugesagt hat, diese in Darmstadt im Rahmen von LOEWE geförderten Forschungsaktivitäten im Bereich der IT-Sicherheit zu unterstützen und mit Blick auf die Erweiterung des Fraunhofer-Institut SIT zu verstetigen“, sagte Ministerin Kühne-Hörmann. „Auch die Hochschulen engagieren sich, nicht zuletzt finanziell, in hohem Maße für dieses Zentrum. CASED bedeutet strukturelle Weiterentwicklungen bei der Technischen Universität Darmstadt und der Hochschule Darmstadt, die zur zusätzlichen Profilbildung der Hochschulen in Forschung und Lehre erheblich beitragen werden“, so die Ministerin weiter.

Prof. Johannes Buchmann, Direktor von CASED und Leiter der Arbeitsgruppe für Kryptographie und Computeralgebra am Fachbereich Informatik der TU Darmstadt, erklärte: „Für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen wird IT-Sicherheit immer wichtiger. Aktuelle Bedrohungen wie der Verlust sensibler Daten oder die Angriffe auf drahtlose Telefone zeigen, dass IT-Sicherheit ein wichtiges Thema in allen Branchen ist. Viele Unternehmen haben das bereits erkannt und dementsprechend groß ist das Interesse der Wirtschaft an neuen Lösungen und Dienstleistungen in diesem Bereich“.

Prof. Claudia Eckert, Leiterin des Fraunhofer Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT und stellvertretende Direktorin von CASED, betonte zu den Forschungszielen: „Die Nutzung von digitalen Systemen für den Behördenverkehr oder in der Krankenbehandlung wird in Zukunft sehr stark zunehmen, daher ist der verantwortungsvolle Umgang mit Informationstechnologie für Gesellschaft und Staat von hoher Bedeutung. Es gilt, elektronische Informationen vor fremdem Zugriff zu schützen und den sicheren Umgang mit vertraulichen Daten zu garantieren. Dafür bauen die Darmstädter Wissenschaftler auf Kooperationen mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.“ Claudia Eckert zeigte sich überzeugt: „Mit der gebündelten Kompetenz von CASED können wir erfolgreich den Bogen von breiter Grundlagenforschung bis hin zu High-Tech-Anwendungen für den Markt von morgen spannen“.

Zu CASED gehört unter anderem ein Anwendungslabor, in dem Unternehmen Funktionalität und IT-Sicherheit von komplexen Softwaresystemen und Geräten testen und verbessern können. Für den IT-Sicherheitsspezialisten Johannes Buchmann ein Novum: „Ein IT-Sicherheitsforschungszentrum mit praktischen Test- und Demonstrationsmöglichkeiten gibt es in Deutschland in dieser Form bisher nicht“. Auch in der Ausbildung geht das LOEWE-Zentrum neue Wege: So profitieren Studierende in der Graduiertenschule von der engen Vernetzung zwischen Forschung und Praxis und einer optimalen Ausbildungsbetreuung.

Die Themen im CASED-Sicherheitszentrum reichen von der Entwicklung von Sicherheitslösungen für persönliche Daten – etwa für den sicheren Zahlungsverkehr, für die vertrauenswürdige Umsetzung von Dienstleistungen im Internet der Zukunft bis hin zu manipulationssicheren Soft- und Hardware-Komponenten in eingebetteten Systemen von Auto, Flugzeug, Produktionsanlagen oder medizinischen Geräten. Eine Reihe namhafter Firmen wie die Lufthansa Systems, die Software AG oder SAP haben bereits ihr Interesse am LOEWE-Zentrum bekundet. Aber auch Organisationen wie die Horst-Görtz-Stiftung und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) haben ihre Unterstützung zugesagt.

Kontakt:

Dr.-Ing. Michael Kreutzer, Geschäftsführer CASED, Tel. 06151/16-6165,

zur Liste