Geordnete Kommunikation im Katastrophenfall

18.03.2009

Geordnete Kommunikation im Katastrophenfall

Informatiker entwickeln System, das Einsatzkräfte unterstützen könnte

2 Feuerwehrmänner mit Handy im Einsatz
Mit dem neuen Verfahren könnten bei Großeinsätzen wesentlich schneller die Kommandostrukturen geklärt werden. Foto: Bradler/TU Darmstadt

Wie sieht bei einem größeren Katastrophenfall die Kommandostruktur der Einsatzkräfte am Katastrophenort aus? Wer ist der Einsatzleiter, wer darf wem Kommandos erteilen? – Wenn etwa bei einem Chemieunfall oder einem Großbrand die Einsatzkräfte aus allen Richtungen eintreffen, ist die Kommunikation zwischen den Gruppen erst einmal völlig unstrukturiert.

Die Frage nach der Kommandostruktur muss bisher immer noch vor Ort gelöst werden, und die dazu notwendigen Absprachen kosten permanent Zeit und lenken viel Aufmerksamkeit von der eigentlichen Aufgabe ab.

Die beiden Informatiker Dirk Bradler (Arbeitsgruppe Telekommunikation / Prof. Max Mühlhäuser) und Lachezar Krumov (Arbeitsgruppe Algorithmik / Prof. Karsten Weihe) von der TU Darmstadt haben in Kooperation mit Prof. Jussi Kangarsharju von der Universität Helsinki jetzt ein Verfahren entwickelt, mit dem mobile Endgeräte, beispielsweise Handys, dieses Problem eigenständig untereinander regeln.

Bei dem von Bradler und Krumov entwickelten Verfahren kennt jedes Gerät nur seinen eigenen Code und tauscht diesen mit den anderen Geräten in Reichweite aus. Die Codes haben eine spezielle Struktur, die es jedem Gerät erlaubt, zu entscheiden, welche der anderen Geräte ihm übergeordnet sind und welches davon die unmittelbar nächste Ebene ist.

Der Entscheider kann so jederzeit an seinem Gerät ablesen, welche nächsthöhere Instanz und welche ihm untergeordnete Gruppen vor Ort sind, und kann damit jederzeit der Hierarchie folgend nach oben berichten und nach unten Anweisungen geben.

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