Gentechnische Überlebenshilfe

05.06.2009

Gentechnische Überlebenshilfe

Forscher entwickeln Verfahren gegen den Nutzpflanzen-Parasiten Teufelszwirn

teufelszwirnkaffee

Wissenschaftler von der TU Darmstadt haben ein gentechnisches Verfahren entwickelt, mit dem Nutzpflanzen gegen Angriffe des Teufelszwirns gewappnet werden können. Der Teufelszwirn (Cuscuta), ein pflanzlicher Parasit, verursacht vor allem in wärmeren Ländern immense Ernteschäden.

Das Forscherteam hat Tabakpflanzen dazu gebracht, ein Abwehr-Peptid zu produzieren, also einen Teil eines Eiweißes, mit dem die Wirtspflanze sich gegen das Angriffsprotein des Teufelszwirn wehren kann. Das Angriffsprotein, mit dem sich der Parasit in den äußeren Zellschichten verhakt, wird zwar noch immer produziert, doch kann es die äußeren Zellwände der Nutzpflanze nicht mehr aufweichen, weil es blockiert ist.

Das Abwehr-Peptid hatten die Forscher beim Teufelszwirn selbst entdeckt. „Es ist praktisch ein eingebauter Selbstschutz, damit sich der Parasit nicht selbst verdaut“, erläutert Kaldenhoff.

Für die nun anstehenden Freilandversuche kooperiert die Arbeitsgruppe mit dem Newe Ya’ar Research Center in Israel und der Arab American University-Jenin in Palästina, wo es ausgewiesene Flächen für Freilandversuche mit grüner Gentechnik gibt.

Daneben entwickelt die Gruppe um Kaldenhoff ein günstig herzustellendes Spritzmittel, für das bereits ein europaweites Patent existiert. „Unser Ziel ist es, die Lösung weltweit zu vertreiben“, berichtet der Darmstädter Biologe.

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