Alarm: Smartphones schlagen Pieper

01.03.2013

Alarm: Smartphones schlagen Pieper

Studierende der TU entwickeln „AlarmApp“ für Feuerwehren und Rettungskräfte

Funkmeldeempfänger von Feuerwehren und Hilfsorganisationen, „Pieper“ genannt, bekommen starke Konkurrenz: Studierende der TU haben eine „AlarmApp“ für Smartphones entwickelt, mit der die Einsatzkräfte nicht nur alarmiert werden, sondern die Leitstelle in kürzester Zeit weiß, wer am Einsatz teilnimmt. Mit dieser Erfindung haben sich die Studierenden nun selbständig gemacht – und präsentieren die AlarmApp auf der CeBIT.

Smartphone mit AlarmApp auf dem Display. Bild: Paul Glogowski
Annehmen oder nicht? Mit der AlarmApp können Einsatzkräfte der Zentrale sofort ihre Verfügbarkeit melden. Bild: Paul Glogowski

Feuerwehren, Rettungskräfte und Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz oder das Technische Hilfswerk alarmieren ihre Mitglieder bislang vor allem über Funkmeldeempfänger, sogenannte Pieper. Diese technisch veraltete Form der Alarmierung hat jedoch den Nachteil, dass die Leitstelle nicht weiß, wie viele Mitglieder den Alarm erhalten haben und wer tatsächlich am Einsatz teilnimmt.

Um dieses Informationsdefizit in den Leitstellen zu beseitigen, hat der TU-Student Frank Englert im Rahmen seiner Master-Arbeit am Fachgebiet Telekooperation der TU Darmstadt eine so genannte AlarmApp entwickelt. „Mit der App erhalten die Einsatzkräfte den Alarm einfach und schnell über das mobile Internet auf ihre Smartphones.Dann können sie mit einem einzigen Klick die Teilnahme an dem Einsatz entweder bestätigen oder ablehnen, und die AlarmApp überträgt diese Rückmeldungen wiederum an die Leitstelle“, erklärt der 25-jährige Englert, der selbst bei der Freiweilligen Feuerwehr in Kleinkahl (Bayern) aktiv ist.

„Das neue Alarmierungsverfahren hat mehrere Vorteile: Erstens erkennt die Leitstelle, wie viele und welche Mitglieder den Alarm erhalten haben. Zweitens weiß die Leitstelle viel schneller, wie viele Einsatzkräfte teilnehmen“, so Englert.

Unternehmensgründung nach erfolgreicher Testphase

Nachdem in den vergangenen Monaten rund 4.000 aktive Nutzer in 1.000 Organisationen die AlarmApp für iOS und Android eingehend getestet haben und mittlerweile auch eine AlarmApp für Windows Phones existiert, hat Englert mit drei weiteren Studierenden eine Firma zur Vermarktung der AlarmApp gegründet. „Die AlarmApp ist für Feuerwehren und andere Organisationen eine preiswerte Alternative gegenüber anderen Systemen, da hier bereits bestehende Hardware genutzt wird und keine hohen Investitionskosten anfallen“, so Englert.

Als potentielle Kunden für die AlarmApp, die den zweiten Platz im Ideenwettbewerb 2012 der TU Darmstadt gewann und in der kommenden Woche auf der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover präsentiert wird, sehen die Jungunternehmer allein im deutschsprachigen Raum rund 50.000 Organisation wie Feuerwehren und Hilfsorganisationen sowie rund 7.500 Unternehmen, die unter anderem Werksfeuerwehren oder im Fall von Maschinenausfällen Monteure alarmieren müssen.

Auf der CeBIT ist die AlarmApp vom 5. bis 9. März am Stand des TechnologieTransferNetzwerks Hessen (Halle 9, Stand D20) zu sehen.

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Kommentare

6 Beiträge

6 von 6: zu spät schrieb am 07.03.2013 12:59:35

[Re: [Re: Zu spät]]

Natürlich kann man bestehendes immer besser machen. Das ist der Beruf jeden Ingenieurs. Dann sollte man das aber auch so ansagen. Der Artikel hier ist so voller Marketinghülsen, daß man ihn nicht wirklich ernst nehmen kann.

5 von 6: iQ schrieb am 01.03.2013 13:59:01

[Re: Zu spät]

"zu spät" gibt es eigentlich nie - das es vergleichbare Systeme auf dem Markt gibt ist noch lange kein Grund zu sagen, dass eine weitere Version der entsprechenden Technologie nicht seine Berechtigung hat bzw. seinen Markt finden. Diese Denkweise des "das gibts doch schon" ist absolut innovationsfeindlich - je mehr Anbieter einer Technologie es gibt umso besser. Das legitimisiert einerseits den Markt und macht das entstehen einen dominanten Designs, welches alle wesentlichen/wichtigen Aspekte des Endkunden abdeckt umso wahrscheinlicher. Hätte Steve Jobs damals argumentiert "MP3 Player gibt es doch schon" wäre niemals der iPOD erfunden worden - und das mag ich mir - als täglicher Zugpendler - wirklich nicht ausmalen. ;) - Somit nochmals an dieser Stelle mein größtes Lob an das AlarmApp-Team. MACHT WEITER SO! Gez. iQ

4 von 6: Sankt Florian schrieb am 01.03.2013 12:50:33

Zu spät II

übrigens in Darmstadt bspw. auch im Einsatz. http://www.ff-darmstadt.de/?page=pas&ffi=alarmierung

3 von 6: Sankt Florian schrieb am 01.03.2013 12:47:35

Zu spät

Entsprechende Systeme sind schon lange Standard. Google-Suche „Personenalarmierungssystem PAS“. Haben auch den Vorteil, daß sie nicht von einer App oder einem Smartphone abhängen sondern über normales Telefon oder Handy laufen.

2 von 6: Benjamin schrieb am 01.03.2013 11:29:20

Gute Idee, aber alt und nicht gut umzusetzen

Soll nun jeder Helfer, der kein Smartphone hat eins auf Steuerkosten bekommen? Die aktuelle Methode hat große Vorteile: Melder kosten 100-200€, halten eine Ewigkeit und werden erst mit der Digitalfunkalarmierung (in Hessen geplant für >2015) überflüssig. Setze ich als Leitstelle nun diese Software ein, so sehe ich doch noch lange nicht wieviele Einsatzkräfte ich am Ende zur Verfügung habe. Das müsste ja statistisch hochgerechnet werden, damit die Nicht-Smartphone-Besitzer nicht unter den Tisch fallen. Und davon gibt es aus Erfahrung berichtet genug. Bleibt der Vorteil der zusätzlichen Alarmierung parallel zu Meldern. Da würde ich aber eher zu Lösungen wie Groupalarm greifen. Erhöht die Quote derer, die ich erreiche. Mit Statistiken muss ich so oder so rechnen ("Wenn ich die FW XY Montag mittag alarmiere, bekomme ich 10-15 Leute"). Mit der AlarmApp könnte man zumindest die Smartphonebesitzer abdecken, aber dann schränke ich die Statistik evtl auf 12-15 ein.

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