dalinac

Eiskalt und berechnet

Studentische Hightech-Forschung nahe am Nullpunkt

Um im Bereich der Teilchenphysik zu Ergebnissen zu kommen, muss man sich manchmal weit nach unten orientieren. Das gilt zunächst einmal räumlich: der Teilchenbeschleuniger S-DALINAC steht unter einem unscheinbaren grünen Hügel am Institut für Kernphysik der TU Darmstadt. Die Temperaturen in einzelnen Teilen der Anlage sind extrem niedrig, ungefähr zwei Grad über dem absoluten Nullpunkt von -273,15 Grad Celsius. Und auch die Größe der untersuchten Teilchen ist nur mit sehr kleinen Zahlen beschreibbar, ein Atom misst im Durchmesser ein Angström, das ist 10-7mm.

Hightech aus Studentenhand

Das Besondere an dieser Anlage besteht aber nicht nur in schieren Zahlen, und auch nicht nur in den wissenschaftlichen Erfolgen, die seit ihrem Bestehen dort errungen werden. Besonders ist auch, dass am S-DALINAC Studierende von Anfang an bis heute daran beteiligt waren und sind, den Beschleuniger zu konzipieren, aufzubauen, weiter zu entwickeln und auch zu betreiben. Studierende entwerfen Bauteile, simulieren deren Eigenschaften, vermessen Prototypen, installieren sie am Beschleuniger, überprüfen ihre Funktionsfähigkeit und optimieren sie für den Betrieb. Das gilt für die Elektronenquelle, für Beschleunigungsresonatoren, für die Magnete zum Strahltransport und für Sichtschirme und Scanner zur Strahldiagnose. Die Studierenden lernen so direkt die Aspekte des interdisziplinären Felds der Physik und Technik von Beschleunigern kennen und erwerben Kompetenzen in computergestütztem Entwerfen, in Vakuum- und Hochfrequenztechnik, in den verschiedensten Bereichen der physikalischen Messtechnik sowie in Regelungstechnik und Informationstechnologie.

Begehrte Absolventen

Seit Jahren spielt dabei die intensive Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Kernphysik und dem Institut für Theorie Elektromagnetischer Felder (TEMF) eine wichtige Rolle. Durch die vielseitige Ausbildung und die praktischen Erfahrungen sind unsere Absolventinnen und Absolventen in Industrie und Forschung sehr begehrt.

Vorbild für andere

Die Technik, an der die Studierenden lernen und arbeiten, ist technisch sehr anspruchsvoll. Um einen zeitlich kontinuierlichen Strahl zu bekommen, benötigt man supraleitende Beschleunigungsstrukturen. Der am S-DALINAC verwendete Linearbeschleuniger dient inzwischen als Vorbild für viele Beschleuniger, die seitdem weltweit gebaut wurden.

Den ganzen Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der „forschen“ – dem Wissenschaftsmagazin der TU Darmstadt. Zum Artikel