Interview Gehring

Vernetzung an der TU

Vizepräsidentin Prof. Gehring nimmt Stellung

Frau Professor Gehring, als Vizepräsidentin für wissenschaftliche Infrastruktur und Interdisziplinarität müssen Sie sich im übertragenen Sinne viel um Anschluss und Vernetzung kümmern. Wo setzen Sie an?

Wir leben im Zeitalter des multimedialen Forschens und Lehrens. Besonders junge Wissenschaftler, aber auch unsere Studierenden erwarten von uns in diesem Bereich ein Angebot, das internationalen Standards gerecht wird. Die Zukunft gehört dem flexibel formatierten und flexibel handhabbaren Wissen. Das heißt nicht, dass das Papier verschwinden wird, sondern dass sich Papier und digitale Werkzeuge ergänzen. Wir praktizieren das ja täglich an der TU Darmstadt -- etwa mit einem wachsenden Angebot von E-Learning, aber auch in der mediengestützten Forschungskommunikation. Sowohl digitale Werkzeuge als auch multimediale Inhalte werden immer spannender und komfortabler. Wir werden an der TU Darmstadt die parallele und leichte Nutzung verschiedener Medien an Multimedia-Arbeitsplätzen ausbauen -- in der neuen Uni-Bibliothek wie auch in den PC-Pools. All das zeigt, wie wichtig es ist, umfassend in Medien und in Informations- und Kommunikationstechnologien zu investieren.

Werden damit Forschungsergebnisse und das in der TU Darmstadt erzeugte Wissen allen zugänglich?

Ja, wir streben eine neue Art der Transparenz für viele archivierte Forschungsergebnisse und Lehrmaterialien der Universität an. Die TU Darmstadt, so denke ich, wird bewusst das Fenster öffnen, um die digitalen Publikationen ihrer Forscher international frei zugänglich zu machen. Das gilt allemal für Dissertationen und bringt der Universität international Beachtung und Reputation. Wir wollen aber noch mehr: Auch eine Fülle von Lehrmaterialien und Dokumentationen von Lehrveranstaltungen können systematisch erfasst, ins Web gestellt und per Download genutzt werden. Es spricht einiges dafür, weit über das Vorbild MIT hinaus zu gehen und digitale Scripts, aber auch Videodokumentationen und Audiomitschnitte bereitzustellen. Und warum sollen sich Studieninteressierte nicht via Live-Webcam oder -Webmicro in Hörsälen einen konkreten Eindruck von Vorlesungen und Seminaren verschaffen können?

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