Communication in Times of Crisis

04.07.2017

Communication in Times of Crisis

Gegen Hacker und Katastrophen: TU erforscht infrastrukturlose Kommunikation

Professor Matthias Hollick. Bild: Katrin Binner
Professor Matthias Hollick forscht und lehrt am Fachbereich Informatik. Bild: Katrin Binner

Zwei Katastrophen-Szenarien

„Wir gehen von zwei Szenarien aus: einem großflächigen Stromausfall oder einem lokalen, komplexen Schadensfall wie bei der Nuklearkatastrophe in Fukushima“, sagt Hollick. „Wie lässt sich in diesen Fällen die Kommunikation mit Smartphones und Tablets aufrechterhalten?“ Ein Problem sei die schiere Masse an Daten, die es zu bewältigen gebe. Jeder Betroffene hätte das Bedürfnis, zu kommunizieren – ob es der Familie gut gehe, um sich über die Gefahrenlage zu informieren oder um Hilfe anzufordern. „Die Bevölkerung verfügt über Ressourcen“, sagt Hollick. „Aber um sie zu verteilen, müssen sich die Leute abstimmen.“

Die Forscher setzen auf sogenannte Kommunikationsinseln: Eine Insel kann etwa ein Stadtviertel sein. Innerhalb der Insel kommunizieren alle mobilen Geräte direkt miteinander. Bei großflächigen Ausfällen kann es mehrere Inseln geben, die voneinander unabhängig existieren. Um dann zwischen Inseln zu kommunizieren, bedarf es Brücken. Würde ein Bewohner von einer Insel in die nächste fahren, könnte sein mobiles Gerät als Brücke fungieren und Informationen mitnehmen.

Im interdisziplinären „Emergency Response Lab“ erproben die TU-Forscher verschiedene technische Ansätze, um die Inseln im Ernstfall ausfallsicher zu betreiben. Auch Apps, die Bürger informieren oder Ressourcen anzeigen, sind Gegenstand der Forschungen. „Wir möchten erreichen, dass die Menschen es künftig selbst in der Hand haben, sich bei Katastrophen zu unterstützen“, sagt Hollick.

Diese und weitere spannende Geschichten aus der Forschung finden Sie auch in der aktuellen hoch³ FORSCHEN:

zur Liste