Welcome Centre – Krankenkasse

Krankenkasse

In Deutschland ist die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse Pflicht.

Daher sollten Sie sich frühzeitig um eine passende Krankenkasse kümmern. Das passende Versicherungsmodell ist unter anderem abhängig von Ihrem Status (Angestellter der TU/Stipendiat) und Ihrem Einkommen.

In Deutschland gibt es drei Modelle:

Jeder internationale Doktorand, der in einem Angestelltenverhältnis steht (d.h. einen Arbeitsvertrag mit der TU Darmstadt, einer anderen wissenschaftlichen Einrichtung oder einem privaten Arbeitgeber abgeschlossen hat) und unter die gesetzlich vorgeschriebene Einkommensgrenze fällt, muss sich pflichtversichern.

Bei einer Pflichtversicherung wird der Beitrag aufgeteilt in einen Arbeitnehmeranteil, der von Ihrem Brutto-Einkommen abgezogen wird, und einen Arbeitgeberanteil, d.h. an den Kosten zur Krankenversicherung beteiligen Sie sich selbst und Ihr Arbeitgeber. Beide Anteile werden automatisch von Ihrem Gehalt abgezogen.

Sie können die gesetzliche Krankenkasse frei wählen und müssen diese lediglich an den Arbeitgeber melden.

Besonders für Personen mit Familie bietet die gesetzliche Krankenkasse Vorteile, da Kinder und nicht erwerbstätige Ehepartner kostenfrei mitversichert werden können.

Internationale Doktoranden, die nicht in einem Angestelltenverhältnis stehen (sich z.B. über ein Stipendium finanzieren), haben die Möglichkeit, sich bei einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig zu versichern.

In der Regel ist eine freiwillige Versicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse nur dann möglich, wenn Vorversicherungszeiten vorliegen: als Vorversicherungszeiten werden die Zeiträume anerkannt, die Sie bereits bei einer Krankenkasse in Ihrem Heimatland oder in Deutschland versichert waren.

Sie können sich bei der gesetzlichen Krankenkasse Ihrer Wahl erkundigen, ob diese Vorversicherungszeit aus Ihrem Heimatland anerkannt wird und Sie sich bei dieser gesetzlichen Krankenkasse freiwillig versichern können.

Internationale Doktoranden ohne vertragliches Arbeitsverhältnis bzw. ohne Vorversicherungszeiten einer Krankenkasse im Heimatland oder in Deutschland, müssen sich bei einer privaten Krankenversicherung versichern.

Die Aufnahmekriterien bei einer privaten Krankenkasse sind von unterschiedlichen Faktoren abhängig, z.B. von Ihrem Alter, Ihrem Geschlecht, Ihrem Gesundheitszustand und von der Dauer Ihres Aufenthaltes in Deutschland.

Diese Faktoren beeinflussen die monatlichen Beiträge, die Sie an die private Krankenversicherung zahlen. Da die Beiträge je nach Versicherungsanbieter stark variieren, empfehlen wir Ihnen auch hier, sich bei unterschiedlichen privaten Krankenkassen nach deren Aufnahmebestimmungen sowie Versicherungsleistungen zu erkundigen.

Gerade auch bei den Leistungen finden sich große Unterschiede zwischen den Anbietern.

Hier ist es wichtig die Verträge genau zu lesen um zu verstehen, welche Kosten nicht gedeckt sind (z.B. bei psychischen Erkrankungen). Der günstigste Anbieter ist hier oft nicht die beste Wahl.

Erkundigen Sie sich ebenso nach Sondertarifen, die eventuell auch für Sie als internationaler Doktorand gelten. Bitte beachten Sie, dass Sie bei vielen privaten Krankenversicherungen zumeist die Kosten für die Behandlung vorstrecken müssen, das heißt, Sie bezahlen die Kosten für eine ärztliche Behandlung zunächst selber und können dann die Rechnung bei Ihrer Krankenkasse einreichen. Hierbei können zum Teil große Kosten auf Sie zukommen. Diese Modalitäten sollten Sie im Vorfeld mit Ihrer Versicherung klären.

Der Versicherungsschutz bei einer privaten Krankenversicherung beginnt mit Vertragsabschluss.

Für Auslandsaufenthalte von Bürgern der Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz gilt folgendes:

Sind Sie in Ihrem Heimatstaat freiwillig versichert oder pflichtversichert, können Sie Deutschland Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen und sich die Kosten von Ihrer Krankenkasse erstatten lassen.

Nimmt ein Versicherter einen Arzt oder einen anderen Leistungsbringer innerhalb der Europäischen Union in Anspruch, zahlt er zunächst vor Ort die Behandlungskosten und reicht dann die Rechnungsbelege bei seiner Krankenkasse im Heimatland ein. Die Kosten werden dann in der Höhe übernommen, wie sie bei einer inländischen Behandlung entstanden wären; eventuelle Mehrkosten muss der Patient selber tragen.

Weitere Details erfahren Sie bei Ihrer Krankenkasse in Ihrem Heimatland.

Vorrübergehender Aufenthalt

Zur Erleichterung der Behandlung bei einem vorübergehenden Auslandsaufenthalt ist jede Krankenkasse verpflichtet, ihren Mitgliedern eine europäische Krankenversicherungskarte auszustellen. Bei Krankheit in einem anderen EU-Land sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz werden die medizinischen Leistungen nach den Rechtsvorschriften des Aufenthaltsstaates erbracht und nach den dort geltenden Gebührensätzen erstattet.

Die Europäische Krankenversicherungskarte gilt aber nur eingeschränkt. Sie gilt:

• nur für vorübergehende Aufenthalte im Ausland,

• nur für notwendige medizinische Leistungen,

• nicht für gezielte Reisen zur Behandlung ins Ausland und

• nicht für Kosten eines Krankenrücktransports in die Heimat.

Längerfristiger Aufenthalt

Längerfristig ist ein Auslandsaufenthalt, der über eine Urlaubsreise, Geschäftsreise oder Tagungsteilnahme hinausgeht, zum Beispiel eine Gastprofessur oder ein Forschungsaufenthalt für die Dauer eines Semesters oder Jahres.

Für längerfristige Auslandsaufenthalte innerhalb der Europäischen Union sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz gilt statt der Europäischen Krankenversicherungskarte folgendes:

Ist man im Heimatland gesetzlich krankenversichert, stellt die heimische Krankenkasse auf Antrag den Vordruck E 106 oder S1 aus. Mit dem Vordruck E 106 oder S1 kann man sich und seine Familienangehörigen bei einer deutschen Krankenkasse anmelden.

Über die deutsche Krankenkasse erhält man dann alle Leistungen, wie sie einem deutschen Krankenkassenmitglied zustehen. Die deutsche Krankenkasse stellt ihre Kosten anschließend der heimischen Krankenkasse in Rechnung.

Quelle: Euraxess

Vom Zeitpunkt der Einreise in die Bundesrepublik bis zum Zeitpunkt der Immatrikulation / dem Arbeitsbeginn besteht in der Regel kein Versicherungsschutz (ausgenommen Angehörige der EU mit europäischer Krankenversicherungskarte).

Es ist daher ratsam, für diesen Zeitraum eine gesonderte Versicherung, z.B. eine Reisekrankenversicherung, abzuschließen.

Bitte beachten Sie, dass eine Reisekrankenversicherung jedoch nicht bei einem langfristigen Aufenthalt in Deutschland geeignet ist.

Gesetzliche Krankenkassen Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen
Die deutsche Sozialversicherung
Private Krankenkassen Verband der privaten Krankenversicherer
Krankenversicherung über den DAAD

Disclaimer

Die Informationen auf den Seiten des Welcome Centre dienen lediglich der Orientierung und sollen einen allgemeinen Überblick bieten. Die hier getroffenen Aussagen sind nicht rechtlich bindend. Bitte informieren Sie sich bei den zuständigen Stellen nach den für Sie zutreffenden Regelungen.