Grundlagen und Praxis zusammenbringen

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15.11.2017

Grundlagen und Praxis zusammenbringen

Professor Abele über die 14. Powertrain Manufacturing Conference

Digitalisierung, der Wandel zu alternativen und elektrischen Antriebskonzepten und Energieeffizienz sind Themen, die Wissenschaft und produzierende Industrie gleichermaßen beschäftigen. Rund 150 Gäste aus dem In- und Ausland werden zum Austausch darüber bei der 14. Powertrain Manufacturing Conference in Darmstadt erwartet.

Professor Eberhard Abele. Bild: Sibylle Scheibner
Professor Eberhard Abele. Bild: PTW

Gastgeber ist das Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) am Fachbereich Maschinenbau der TU. Professor Eberhard Abele, einer der Leiter des Instituts, spricht im Interview über die Herausforderungen, die der Wandel im Bereich Fertigungstechnik und Antriebssysteme mit sich bringt und über die Rolle der TU dabei.

Die Powertrain Manufacturing Conference bringt Expertinnen und Experten aus Industrie und Wissenschaft nunmehr zum 14. Mal zusammen. Warum richtet das PTW die Konferenz aus?

Das PTW zeichnet sich durch vielfältige und sehr gute Kontakte in die Fertigungsindustrie aus, die es uns ermöglichen, gezielt auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren und somit Forschung am Puls der Zeit zu betreiben. Auch im Bereich der Fertigung von Antriebsstrangkomponenten liegt uns die Zusammenführung von Grundlagenforschung und Praxisanwendung seit vielen Jahren am Herzen. Die Powertrain Manufacturing Conference ist eine tolle Gelegenheit, um junge Talente im Rahmen Ihrer Forschungstätigkeiten mit aktuellen Problemstellungen aus der industriellen Praxis zu konfrontieren.

In der langjährigen Geschichte der Powertrain Manufacturing Conference haben die Beteiligten enorme Umwälzungen erlebt. Und „Change Drives Progress“ steht auch über dem Programm der diesjährigen Konferenz. Welche großen Veränderungen sind im Moment bestimmend? Und wohin geht die Reise/was sind die großen Herausforderungen der Zukunft?

Die größten Herausforderungen gehen sicherlich mit dem Wandel zu hybriden und rein elektrischen Fahrzeugantrieben einher. Verbrennungsmotoren werden auch in Zukunft weiterhin eine Rolle spielen und ihre Vorteile in gewissen Fahrzeug- und Antriebskonzepten ausspielen können. In Summe führt dies zu einem Anstieg der Variantenvielfalt. Daher sind traditionelle Wertschöpfungsketten zu hinterfragen und neue, zeitgemäße Wertschöpfungsketten müssen sich etablieren. Für die Unternehmen im Zerspanungsbereich wird die Frage im Vordergrund stehen wie die wegfallenden Umsätze im Bereich der Applikationen für Verbrennungsmotoren zu kompensieren sind.

Was erwarten Sie und Ihr Team von der diesjährigen Konferenz? Worauf freuen Sie sich besonders?

Die Konferenz wurde vor 24 Jahren, mit dem Ziel schwer zerspanbare Materialien im Motorenbereich wirtschaftlicher verarbeiten zu können, ins Leben gerufen. Das Thema wurde hinsichtlich einer gesamten Betrachtung des Antriebsstrangs geöffnet, wodurch die Konferenz ein komplett neues Format mit internationaler Prägung und über 100 Teilnehmern erhielt. Wir freuen uns den Besuchern neuartige Technologien und Innovationen im Bereich des Powertrain Manufacturing präsentieren zu können. Die Kombination aus Vorträgen und praktischen Demonstrationen, beispielsweise im Maschinenpark des PTW und in der ETA-Fabrik, machen die Powertrain Manufacturing Conference immer zu etwas Besonderem.

Inwiefern sind die Neuerungen im Bereich der Produktion von Antriebskomponenten Thema von Forschung und Lehre am PTW?

Die Herausforderungen der Fertigung von Antriebsstrangkomponenten werden am PTW beispielsweise im Rahmen von Industriearbeitskreisen behandelt. In diesem Zusammenhang ist auch das Thema Industrie 4.0 zu nennen. Das PTW verfolgt das Ziel praxistaugliche Anwendungen zu entwickeln, die auch für KMU einen echten Mehrwert bieten und bspw. zu erhöhter Prozesssicherheit und verringerter Ausschussquote beitragen. Dies kommt auch den Studierenden zugute, die am PTW von der Konzeption, über die Implementierung bis hin zur Anwendung erfahren können, wie digitalisierte Prozessketten aussehen können.

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