Alumni-Portrait Olympia Kyriopoulos

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Alumni-Portrait zu Dr. Olympia Kyriopoulos

Olympia Kyriopoulos und Claudie Haigneré werden von der WIA gewürdigt. Bild: ESA–Manuel Pedoussaut, 2017
Olympia Kyriopoulos und Claudie Haigneré werden von der WIA gewürdigt. Bild: ESA–Manuel Pedoussaut, 2017

Bereits als Kind begeisterte sich Olympia Kyriopoulos für den Weltraum. Aufgewachsen in Darmstadt-Kranichstein und umgeben von Hochhäusern, fragte sie sich als Achtjährige angesichts des Sternenhimmels, wie weit die Sterne entfernt sind, wie man sie erreichen kann und ob es da draußen eine weitere Erde gibt. Sie beschloss, Astronautin zu werden. Heute weist sie selbst Kindern den Weg zu den Sternen, indem sie sich als Botschafterin für die Raumfahrt einsetzt.

Der große Traum von den Sternen

Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner war im Jahr 2000 Präsident der Technischen Universität Darmstadt. Er beeinflusste Kyriopoulos‘ Werdegang schon früh, als die Abiturientin der Edith-Stein-Schule ihn in ihren großen Traum einweihte und dazu tendierte, Luft- und Raumfahrttechnik zu studieren. Seine Empfehlung war, sich stattdessen zunächst lieber breite Grundlagen im Fachbereich Maschinenbau der TU Darmstadt anzueignen und dann über einschlägige Praxiserfahrungen für die Luft- und Raumfahrt-Branche zu qualifizieren. Und tatsächlich profitierte Kyriopoulos später als Projektmanagerin für verschiedene Luft- und Raumfahrt-Projekte von ihrem soliden, breit-gefächertem Grundwissen.

Kyriopoulos startete 2000 ihr Maschinenbaustudium an der TU Darmstadt und durfte dank eines DAAD-Stipendiums ein Jahr im Ausland an der University of Berkeley, California studieren. Nach erfolgreichem Diplomabschluss untersuchte sie in ihrer Dissertation von 2006 bis 2010 am Fachgebiet Strömungslehre und Aerodynamik von Prof. Dr. Tropea den „Sprayaufprall auf beheizte Oberflächen unter verschiedenen Gravitationsbedingungen“. Mit den damit verbundenen Experimenten unter Schwerelosigkeit kam Kyriopoulos ihrem Traum schon ein Stückchen näher. In den letzten sieben Berufsjahren in der Industrie im Bereich Satelliten haben sie ihr Kindheitstraum und die Leidenschaft zur Raumfahrt stets begleitet.

Jan Woerner, Olympia Kyriopoulos, Claudie Haigneré und Chris Welch während der Verleihung des WIA-E Awards im ESA Pavilion. Bild: ESA–Manuel Pedoussaut, 2017
Jan Woerner, Olympia Kyriopoulos, Claudie Haigneré und Chris Welch während der Verleihung des WIA-E Awards im ESA Pavilion. Bild: ESA–Manuel Pedoussaut, 2017

Würdigung durch die Women in Aerospace

2017 erhielt Kyriopoulos im Rahmen des Salon in Le Bourget den Women in Aerospace – Young Professional Award in „recognition for her passion for her profession and her contribution to the aerospace sector“ („in Anerkennung ihrer Leidenschaft für ihren Beruf und ihres Beitrags zur Luft- und Raumfahrtbranche“). Hierbei handelt es sich um die Auszeichnung einer Non-Profit-Organisation, die Führungsqualifikationen und Sichtbarkeit von Frauen in der Luft- und Raumfahrt fördert.

Ebenfalls ausgezeichnet von Women in Aerospace wurde Claudie Haigneré, die erste Europäerin im All, deren Lebenswerk mit dem Outstanding Achievement Award 2017 gewürdigt wurde. Die Keynote wiederum hielt Johann-Dietrich Wörner, mittlerweile Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Für Kyriopoulos war dies ein Wiedersehen mit zwei sie prägenden Menschen, denn „beide haben mich in wichtigen Momenten meines Lebens in meinen Entscheidungen bestärkt“.

Haigneré lernte Kyriopoulos 2002 auf einer Berliner Tagung Über den Horizont und noch weiter – Frauen in der Luft- und Raumfahrt kennen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten in der Luft- und Raumfahrtbranche diskutiert, und Haigneré berichtete von ihrem persönlichen Weg ins All.

Heute arbeitet Kyriopoulos im Bereich NewSpace, wo sich in den letzten Jahren neue kommerzielle Felder über den traditionellen Raumfahrtsektor hinaus erschließen. Besonders in den USA ist die Kommerzialisierung der Raumfahrt schnell voran geschritten.

Des Weiteren hat sie die Initiative ergriffen, ein lokales Netzwerk für Women in Aerospace in ihrer Heimatstadt Darmstadt zu gründen. Die Kick-Off Veranstaltung hierzu fand am 1. Dezember 2017 statt. Zudem ist sie Mentorin für zahlreiche Studentinnen, engagiert sich in gemeinnützigen Organisationen und hält Vorträge über die Faszination der Raumfahrt, um Mädchen bereits in frühen Phasen für Technik und Wissenschaft zu begeistern. Nun bestärkt sie selbst die Kinder darin, nach oben zu blicken und groß zu träumen.

Stand: Dezember 2017