Schwarmkraftwerke im Fluss: Neue Wege der Wasserkraft
17.04.2026
Bei Sankt Goar entsteht derzeit das weltweit erste Schwarmkraftwerk: Schwimmende Mini‑Turbinen des Münchner Startups Energyminer nutzen die Strömungsenergie des Rheins, um grundlastfähigen, klimafreundlichen Strom zu erzeugen. Ein ZDF‑Beitrag beleuchtet das innovative Konzept und ordnet es wissenschaftlich ein – mit Prof. Boris Lehmann (TU Darmstadt), der das Potenzial und die Grenzen dieser Technologie bewertet.
Schwimmende Schwarmkraftwerke können nach Ansicht von TU-Professor Boris Lehmann, Leiter des Fachgebietes Wasserbau und Hydraulik, eine sinnvolle Ergänzung zu deutlich leistungsfähigeren konventionellen Wasserkraftanlagen sein. „In Summe macht der Schwarm einen ernstzunehmenden Energieertrag aus, den man durchaus braucht und nutzen kann“, sagte er dem Nachrichtenportal ZDFheute. Allerdings sinke bei Niedrigwasser der Energieeintrag von Schwarmkraftwerken. „Dann ist das Problem, dass wegen geringer Strömungsgeschwindigkeit die Effektivität nicht mehr gegeben ist oder die schwimmenden Maschinen aufsitzen und sich die Rotoren nicht mehr frei drehen könnten", erklärte der Leiter des Fachgebiets Wasserbau und Hydraulik am Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften der TU Darmstadt. Lehmann äußerte sich zum Bau des ersten Schwarmkraftwerks im Rhein, das über kleine Turbinen im Wasser knapp 500 Haushalte mit Strom versorgen solle.