Expertin Knodt zu Katastrophenschutz in Kommunen
10.06.2026
TU-Professorin Michèle Knodt hat sich im Podcast des Magazins „Kommunal“ zum Thema kommunaler Katastrophenschutz geäußert. Knodt zufolge haben die Kommunen in Deutschland zwar zumeist Pläne für Krisen und Katastrophenfälle, diese würden aber nur selten geübt, was zum Scheitern im Ernstfall führen könne. „Resilienz entsteht nicht in der Krise, sondern vorher“ so Knodt. Sie empfehlt regelmäßige Krisenübungen, an denen sich auch politische Entscheider, z.B. Bürgermeister, einbringen sollten.
Knodt zieht Lehren auch aus der Flutkatastrophe aus Ahrtal. Das Problem sei weniger das fehlende Material bzw. die fehlende Ausrüstung gewesen, sondern der Mangel an Kommunikation und Koordination. Als Lösung für solche Situationen hat das Team um Professorin Knodt die Idee einer resilienten Litfaßsäule entwickelt. Die „Litfaßsäule 4.0“ könne bis 72 Stunden energieautark sein, von der Feuerwehr oder dem Krisenstab gesteuert werden und im Krisenfall Informationen direkt im Wohnquartier bereithalten.
Darüber hinaus betont Knodt die wichtige Rolle von sichtbarer Führung in solchen Situationen. Sie plädiert für einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz, wo Verwaltung, Einsatzkräfte, Vereine und Bürger:innen zusammenarbeiten: „Technik allein hilft uns nicht. Sie muss eingebunden sein in Verwaltung, Kommunen und Bevölkerung.“
Knodt arbeitet am Institut für Politikwissenschaft der TU Darmstadt und ist Leiterin des Arbeitsbereichs „Vergleichende Analyse politischer Systeme und Integrationsforschung“. Sie ist im Direktorium des LOEWE-Zentrums emergenCITY und Direktorin von DiReX (Digital Resilience Xchange).
mob/bjb