Neue Max Planck School setzt auf Forschungsstärke der TU Darmstadt

Graduiertenprogramm verbindet KI und Lebenswissenschaften

12.03.2026

Die Max-Planck-Gesellschaft richtet eine neue Max Planck School zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) und Gesundheit ein – und setzt auf hessische Forschungsstärke: Die TU Darmstadt ist mit der renommierten Forscherin Professorin Iryna Gurevych beteiligt.

Professorin Iryna Gurevych

Max Planck Schools bieten jungen Forschenden einen besonderen Einstieg in die Wissenschaft: Zugang zu exzellenter Infrastruktur, Zusammenarbeit mit renommierten Wissenschaftler:innen und ein einzigartigen Netzwerk. Nun wurde als vierte Einrichtung dieser Art die Max Planck School of Biomedical Artificial Intelligence gegründet. Sie soll grundlegende wissenschaftliche Fragen an der Schnittstelle von Biomedizin und Künstlicher Intelligenz untersuchen. Dafür wurden exzellente und international sichtbare Wissenschaftler:innen als Fellows gewonnen.

Die Fellows sind international anerkannte Forschende aus 24 Institutionen und kommen aus thematisch sehr unterschiedlichen Bereichen, von der Bild- und Sprachverarbeitung bis zur Immunologie. Unterstützt wird die neue School durch Forschende der TU Darmstadt, der TU Berlin, der Universitäten in Bonn, Leipzig, Saarbrücken und Tübingen, des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg sowie des Leibniz-Instituts für Virologie.

Professorin Tanja Brühl,
Präsidentin TU Darmstadt

Unsere Mitwirkung an der Max Planck School steht zugleich für eine gelebte Überzeugung: Neue Ideen und prägende Innovationen entstehen in starken Teams.

Bild: Philipp Arnoldt

„Zukunftsweisende Antworten entwickeln"

„Ich freue mich sehr, dass wir mit unserer Beteiligung an der Max Planck School of Biomedical Artificial Intelligence unser weit verzweigtes Netzwerk im Bereich der Künstlichen Intelligenz weiter ausbauen„, sagte TU-Präsidentin Professorin Tanja Brühl.

„Professorin Gurevych gratuliere ich sehr herzlich zu diesem großen Erfolg. Wir bringen unsere Forschungsstärke als TU Darmstadt in einen Verbund ausgewiesener Partner:innen ein, um im interdisziplinären Zusammenwirken zukunftsweisende Antworten an den Grenzflächen von Lebenswissenschaften und Künstlicher Intelligenz zu entwickeln. Unsere Mitwirkung an der Max Planck School steht zugleich für eine gelebte Überzeugung: Neue Ideen und prägende Innovationen entstehen in starken Teams. Veränderungen für Morgen und Lösungen für große Transformationsaufgaben sind da möglich, wo Partner:innen mit ihren komplementären Stärken zusammenkommen. Als TU Darmstadt gestalten wir diese Vernetzung mit Engagement und Herzblut – im Verbund mit Partner:innen in Deutschland, Europa und weltweit. Dass Vernetzung Mehrwert schafft, zeigen wir auch in der Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) – und blicken hoffnungsfroh auf die nächsten Schritte unseres Verbundes.“

Die Zusammenarbeit von KI- und Biomedizin-Experten bietet einzigartige Möglichkeiten, sowohl das maschinelle Lernen als auch die Lebenswissenschaften voranzubringen.

Professorin Iryna Gurevych

Neue, groß angelegte Methoden des maschinellen Lernens

„Das UKP-Lab der Technischen Universität Darmstadt ist stolz darauf, Teil des Forschungsbereichs „Neural Networks Exploration“ zu sein“, sagt UKP-Leiterin Professorin Iryna Gurevych. „Natürliche neuronale Netzwerke unterscheiden sich grundlegend von künstlichen. Krankheitsbedingte Veränderungen der Ersteren äußern sich in Veränderungen der Zusammensetzung der Zelltypen, der Konnektivitätsmuster und der Netzwerkorganisation. Dies erfordert neue, groß angelegte Methoden des maschinellen Lernens, die multimodale Daten integrieren können, darunter molekulare, zelluläre und konnektomische Daten. Die Zusammenarbeit von Experten für KI und Biomedizin bietet beispiellose Möglichkeiten, sowohl das maschinelle Lernen als auch die Lebenswissenschaften voranzubringen.“

„Die TU Darmstadt spielt hier eine herausragende Rolle“

Der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels freut sich über die Beteiligung der TU Darmstadt: „Professorin Iryna Gurevych ist eine international anerkannte Expertin für Künstliche Intelligenz und Computerlinguistik. Seit 2021 hat sie die erste LOEWE-Spitzenprofessur inne, die das Wissenschaftsministerium vergeben hat. Ihre Expertise wird die neue Max Planck School bereichern. Als Landesregierung begleiten wir das Zukunftsthema KI aktiv – sowohl mit der Förderung exzellenter Forschung als auch in der Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Industrie. Die TU Darmstadt spielt hier eine herausragende Rolle.“

Mit der erfolgreichen Einwerbung des Exzellenzclusters Reasonable Artificial Intelligence habe die Hochschule ihre Exzellenz in der KI-Forschung bewiesen. Zudem befinde sich an der Hochschule ein neuer fester Standort des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. „All das zeigt Hessens Forschungsstärke zur KI – ich gratuliere herzlich zu diesem Erfolg!“

Stark in der KI-Forschung

An der TU Darmstadt arbeiten renommierte Forschende seit langem an Methoden der Künstlichen Intelligenz, des Maschinellen Lernens und der Datenanalyse. So untersuchen sie unter anderem, wie KI große medizinische Datensätze auswerten kann, zum Beispiel aus Bildgebung oder Genomik. Die Beteiligung an der neuen Max Planck School bestätigt die Forschungsstärke der TU Darmstadt im Bereich KI und zeigt die internationale Sichtbarkeit dieser Arbeit. Die Aktivitäten werden zudem kontinuierlich ausgebaut – unter anderem im Exzellenzcluster Reasonable Artificial Intelligence (RAI), im Hessischen Zentrum für Künstliche Intelligenz (hessian.AI), durch die enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) oder der Graduiertenschule „Konrad Zuse School of Excellence in Learning and Intelligent Systems (ELIZA). Die neue Max Planck School stärkt diese interdisziplinäre Forschung weiter und eröffnet Möglichkeiten für neue Kooperationen.

Ziel der neuen School sei es, ein Graduiertenprogramm zu etablieren, das fortgeschrittene KI-Methoden für die Grundlagenforschung in den Lebenswissenschaften hervorbringe und zugleich Perspektiven für spätere translationale Anwendungen eröffne, sagte Karsten Borgwardt vom koordinierenden Max-Planck-Institut für Biochemie, und Sprecher der neuen School. „Ich freue mich sehr darauf, wissenschaftliche Kooperationen mit Expertinnen und Experten an anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Universitäten im Rahmen der School zu vertiefen und vielversprechende Doktorandinnen und Doktoranden gemeinsam auszubilden. Unser Netzwerk bringt Forschungsinstitute und Universitäten aus elf Bundesländern zusammen – ganz im Sinne des Mottos der Max Planck Schools, wissenschaftliche Exzellenz über regionale und institutionelle Grenzen hinweg zu bündeln.“

Max Planck Schools

Die Max Planck Schools sind ein gemeinsames Graduiertenprogramm von 30 Universitäten und 33 Instituten außeruniversitärer Forschungseinrichtungen. Sie vereinen Expert:innen der vielfältigen deutschen Forschungslandschaft für eine interdisziplinäre Ausbildung. Neben der neu gegründeten School of Biomedical Artificial Intelligence gibt es drei weitere: die Max Planck School of Cognition, die Max Planck School Matter to Life und die Max Planck School of Photonics.

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Professorin Iryna Gurevych

Iryna Gurevych ist Mitglied der Leopoldina, erste LOEWE-Spitzenprofessorin des Landes Hessen, Gründungsmitglied des Hessischen Zentrums für Künstliche Intelligenz (hessian.AI) sowie Gründerin und Leiterin des „Ubiquitous Knowledge Processing Labs” der TU Darmstadt. Außerdem ist sie Principal Investigator mehrerer Forschungsnetzwerke, unter anderem des Nationalen Forschungszentrums für angewandte Cybersicherheit ATHENE. 2025 erhielt sie zudem die erste ATHENE Distinguished Professorship. 2022 wurde Gurevych zum Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ernannt. Sie ist Adjunct Professorin an der Mohamed bin Zayed University of Artificial Intelligence in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) sowie mit dem neu gegründeten KI-Forschungsinstitut INSAIT in Sofia affiliiert. 2024 erhielt sie als erste Wissenschaftlerin in Deutschland und als erste Universitätsprofessorin den renommierten „Milner Award” der britischen Royal Society.

Im Rahmen ihrer Arbeit wurde Gurevych mit einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und einer Lichtenberg-Professur der Volkswagen-Stiftung ausgezeichnet. Sie ist Fellow 2020 der Association for Computational Linguistics – eine Auszeichnung, die weniger als 0,2 Prozent der wissenschaftlichen Community zuteil wird –), Fellow des European Laboratory for Learning and Intelligent Systems (ELLIS) und Programm-Kodirektorin. Im Jahr 2022 erkannte ihr der Europäische Forschungsrat ERC einen ERC Advanced Grant für das Projekt „InterText – Modeling Text as a Living Object in Cross-Document Context“ zu.

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mpg/HMWK/cst