Arbeitsgrundlagen

Welche Rahmenbedingungen prägen die Gleichstellung an Hochschulen heute? Die gesetzlichen Grundlagen der Gleichstellungsarbeit (HGlG) wurden in den letzten Jahren durch die Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Anforderungen des Professorinnenprogramms des Bundes und der Länder stark erweitert. Neben den gesetzlichen Grundlagen sind Anforderungen entstanden, die Gleichstellung an Hochschulen und in der Wissenschaft maßgeblich beeinflussen.

Gleichstellungsstrategie an der TU Darmstadt

An der TU Darmstadt bilden Ingenieur- und Naturwissenschaften den Schwerpunkt. Die Mehrheit der Studien-, Forschungs- und Lehrbereiche an der TU Darmstadt sind Fächer, in denen Frauen unterrepräsentiert sind. Die Gewinnung, Förderung und Motivation von Frauen für ein Studium und eine wissenschaftliche Karriere in MINT-Fächern bilden daher ein zentrales Gleichstellungsziel. Die TU Darmstadt identifiziert sich mit dem Prinzip der duchgängigen Gleichstellungsorientierung und dem Gender-Diversity-Ansatz. Gender-Diversity bedeutet, dass Gender die Basiskategorie darstellt, von der aus weitere Merkmale berücksichtigt werden. Im Zentrum der Gleichstellungsmaßnahmen steht folglich die Chancengleichheit von Frauen und Männern, andere Aspekte wie Geschlechtervielfalt, ethnische Herkunft, kulturelle und religiöse Hintergründe, Vielfalt von Lebensentwürfen werden gezielt miteinbezogen.

Ziel des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes ist die Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern, die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Beseitigung bestehender Unterrepräsentanz von Frauen im öffentlichen Dienst. Bis zur Erreichung dieses Zieles werden durch berufliche Förderung von Frauen auf der Grundlage von Frauenförderplänen mit verbindlichen Zielvorgaben die Zugangs- und Aufstiegsbedingungen sowie die Arbeitsbedingungen für Frauen verbessert.

In Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, ist die Beteiligung von Frauen besonders erwünscht. Um eine anteilig gleiche Beteiligung von Frauen zu erzielen, können Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt werden. Nach § 5 AGG ist eine unterschiedliche Behandlung zulässig, wenn durch geeignete und angemessene Maßnahmen bestehende Nachteile wegen eines in § 1 AGG genannten Grundes verhindert oder ausgeglichen werden sollen.

Professorinnenprogramm II

Die TU Darmstadt hat sich 2014 erstmals am Professorinnenprogramm II (PP II) beteiligt und erhielt durch die positive Bewertung des Gleichstellungskonzepts (2014 – 2018) die Möglichkeit zur Teilnahme. Dadurch erhält die Universität zusätzliche Mittel für die Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit in der Wissenschaft.

1. Durchgängige Gleichstellungsorientierung in der TU Darmstadt

  • Verzahnung dezentraler und zentraler Gleichstellungsaktivitäten
  • Förderung der Gender-Diversity-Kompetenz von Führungskräften
  • Förderung von Gender-Diversity gerechter Lehre
  • Gender Controlling
  • Stärkung der dezentralen Gleichstellungsbeauftragten

2. Steigerung des Anteils der Professorinnen an der TU Darmstadt

  • Professorinnen gewinnen
  • Professorinnen halten

3. Gewinnen von Frauen für MINT-Fächer sowie für wissenschaftliche Karrieren

  • Dezentrale Verantwortung steigern
  • Förderung von Studentinnen in MINT
  • Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen

Die Serviceeinheit Gender Controlling, die im Referat IC Strategisches Controlling angesiedelt ist, erstellt universitätsweite, bereichsspezifische und zielgruppendifferenzierte Reportings zum Geschlechterverhältnis, die die Entwicklung der Frauenanteile an der TU Darmstadt in den Blick nehmen und zur Evaluation bestehender Maßnahmen sowie zur Entwicklung neuer Maßnahmen dienen. Außerdem erstellt das Gender Controlling in enger Abstimmung mit dem Gleichstellungsbüro den jährlich erscheinenden Gender Datenreport.