SFB 1053
MAKI - Multi-Mechanismen-Adaption für das künftige Internet

Allgemeine Informationen

Wie wird das Internet der Zukunft aussehen? Welche bereits bekannten Arten der Kommunikation bleiben erhalten, welche neuen müssen darüber hinaus berücksichtigt werden? Welche zusätzlichen Herausforderungen stellt die zunehmend mobile Nutzung der Netze? Um es zusammenzufassen: Die Herausforderung liegt in einer wachsenden Dynamik und Variationsbreite der Rahmenbedingungen, in immer vielfältigeren Nutzungsformen mit stetig steigenden Qualitätsansprüchen und einer einfachen Nutzung der Vielfalt von Protokollen. Der seit dem 01. Januar 2013 eingerichtete Sonderforschungsbereich MAKI (Multi-Mechanismen-Adaption für das künftige Internet) nimmt sich dieser Herausforderung an. Konkret werden hierzu die Mechanismen in Kommunikationssystemen, deren Adaption, Interaktion und fortlaufende Optimierung sowie langfristige Weiterentwicklung betrachtet. Der Begriff des Mechanismus beschreibt dabei sowohl Kommunikationsprotokolle und ihre Bestandteile – als Definition der Funktionalität von Kommunikationssystemen – als auch die funktionalen Aspekte der auf ihnen basierenden Verbundsysteme. Wir beobachten eine stetige Entwicklung neuer Mechanismen. Dabei koexistieren Mechanismen mit vergleichbarer Funktionalität unter verschiedenen Bedingungen, da eine Anpassung von bestehenden Mechanismen aufgrund von Nutzungsbedingungen, Bandbreite usw. beschränkt ist. Vor allem mobile Nutzung verursacht stark schwankende Bedingungen, die eine online Anpassung des Kommunikationssystems durch Wechsel zwischen äquivalenten Mechanismen voraussetzen würde – eine heute noch unmögliche Aufgabe. Die Interaktion zwischen miteinander verbundenen und voneinander abhängigen Mechanismen ist noch komplexer und bedarf der koordinierten Wechsel in Gruppen von äquivalenten Mechanismen, die sogenannte Multi-Mechanismen-Adaption. Standen in der ersten Förderperiode hauptsächlich mobile Endgeräte im Fokus der Wissenschaftler*innen, wurde in der zweiten Förderperiode der Kern des Netzes betrachtet. Software-definierte Infrastrukturen, Konzepte der Netzvirtualisierung sowie Proaktivität stehen zur ganzheitlichen Betrachtung der Multi-Mechanismen-Adaption im Mittelpunkt der Forschung der ca. 50 beteiligten Wissenschaftler*innen. Die Forschung iIn der dritten Förderperiode befasst sich mit der Entwicklung von Multi-Mechanismen-Adaptions-Konzepten für das zukünftige Internet.

Überblick

Veranstaltungen

Regelmäßige Veranstaltungen und Vernetzung für Wissenschaftlerinnen sind Grundpfeiler im Bereich Chancengleichheit. Der SFB MAKI bietet regelmäßig das Vernetzungstreffen „Networking of Women in Computing“ an, im Zusammenspiel mit der „Ruzena Bajcsy Lectures on Communication and Resilience“. Hier stellen renommierte Wissenschaftlerinnen ihre Forschung und aktuellen Beiträge vor und es wird Studentinnen, Doktorandinnen und Postdoktorandinnen die Möglichkeit gegeben, in lockerem Rahmen mit einer internationalen Gastwissenschaftlerin ins Gespräch zu kommen.

Der SFB 1053 MAKI engagiert sich als Kooperationspartner des „NeXT-Generation-Lab“ am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik. In den hier angebotenen Kursen und Workshops werden Schüler*innen an die Programmiersprache Java (LeJOS) herangeführt. Diese Kurse bieten die Grundlage für MAKIs Engagement, Schülerinnen gezielt anzusprechen, unter anderem im Rahmen des „Girls’Day – Mädchen-Zukunftstags“ an der TU Darmstadt.

Das Anwendungsszenario der Workshops orientiert sich an den MAKI-Forschungsthemen.

Best Practices

Der SFB MAKI wurde für sein Gleichstellungskonzept im Jahr 2016 mit dem Franziska-Braun-Preis ausgezeichnet.

Eine der effektivsten Methoden zur Karriereentwicklung in der Wissenschaft ist Coaching. Der SFB MAKI bietet den Wissenschaftlerinnen des Verbunds schon seit Anfang der Förderung die Möglichkeit, Coaching-Stunden in Anspruch zu nehmen und aus den Gleichstellungsmitteln der DFG zu finanzieren.

Seit dem Jahr 2015 bietet das „MAKI Female Mentoring- und Networking“-Programm eine frühzeitige Einbeziehung von Masterstudentinnen in die Wissenschaft. Fachnahe Studentinnen können sich bewerben und erlangen somit früh Einblicke in wissenschaftliches Arbeiten, erhalten Unterstützung beim Einstieg in die Fachgemeinde und werden zum Networking angeregt. Neben einer Begleitung durch eine Mentorin oder einen Mentor erhalten die Studentinnen die Gelegenheit, erste Erfahrungen auf Fachtagungen im In- oder Ausland zu sammeln.

Seit dem Jahr 2014 verleiht der SFB MAKI jährlich den „Female Student Travel Award“ an herausragende Studentinnen der TU Darmstadt sowie der ebenfalls am SFB beteiligten anderen Universitäten. Die Studentinnen haben hier die Möglichkeit, u.a. an der „Grace Hopper Celebration of Women in Computing Conference“, die auch „The World’s Largest Gathering of Women Technologists“ genannt wird, teilzunehmen. Weitere Preise erlauben zudem den Besuch der „Informatica Feminale“ oder der Ingenieurinnen-Sommeruni in Bremen. Dies ermöglicht ambitionierten Studentinnen einen frühen Einblick in wissenschaftliche Tagungen und dient zugleich der Vernetzung mit anderen Nachwuchswissenschaftlerinnen dieses Fachgebiets.