SFB 805 (ausgelaufen)
Beherrschung von Unsicherheit in lasttragenden Systemen des Maschinenbaus

Allgemeine Informationen

Unsicherheit hat gewaltige gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen – dies zeigt sich u.a. in der erschreckend hohen Zahl an Rückrufaktionen. Im Jahr 2014 mussten für jedes in den USA auf den Markt gebrachte Fahrzeug etwa vier bereits zugelassene Fahrzeuge von Herstellern zurückgerufen werden. In Deutschland wurden im gleichen Jahr 1,5 Millionen Fahrzeuge nachgebessert. Dem standen drei Millionen Neuzulassungen gegenüber. Gründe sind dabei nicht nur in der Produktentwicklung, sondern während des gesamten Produktlebenslaufs zu finden: Fehlende Informationen über spätere Nutzungsprozesse, Störgrößen wie Temperaturschwankungen in Produktionsprozessen und daraus resultierende Abweichungen in den Produkteigenschaften, Unwissen über Systemwechselwirkungen im Betrieb. Mit dem Ziel, Unsicherheit lebenslaufüberspannend in der Produktentwicklung, der Produktions- und der Nutzungsphase zu beherrschen, standen über drei Förderperioden die verschiedenen Kategorien von Unsicherheit, von stochastischen Abweichungen bis zu Unwissen im Fokus.

Übersicht

Veranstaltungen

Um mehr Frauen für eine akademische Karriere und das wissenschaftliche Arbeiten in einem Forschungsverbund zu begeistern, sind Veranstaltungen zur Vernetzung und das Aufzeigen von Vorbildern entscheidend. Der SFB 805 war im Jahr 2018 Teil eines Zusammenschlusses von Forschungsverbünden an der Technischen Universität Darmstadt, die im Rahmen des Kaminabends „Karrierewege – Ingenieurinnen berichten“ erfolgreiche promovierte Frauen aus dem Maschinenbau und angrenzenden Disziplinen vorstellten. Diskutiert wurde im großen Rahmen über die Chancen und Möglichkeiten vor und nach der Promotion, ausreichend Vernetzungsmöglichkeiten wurden beim abschließenden Buffet geboten.

Die Vereinbarkeit von Wissenschaft und familiären Verpflichtungen zu erleichtern, ist auch ein zentrales Anliegen in Forschungsverbünden. Um für die Herausforderungen und Möglichkeiten in diesem Bereich zu sensibilisieren, beteiligte sich der SFB 805 wiederum im Jahr 2019 an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Zwei Karrieren – eine Familie“.

Um weitere Aspekte der Gleichstellung in Forschungsverbünden aufzuzeigen und auf die Angebote und Möglichkeiten im Rahmen der Förderung in einem Forschungsverbund aufmerksam zu machen, wurde im November 2020 eine Veranstaltung mit dem Titel „Chancengleichheit im Forschungsalltag – Wo betrifft mich das?“ für die Mitglieder verschiedener Verbünde konzipiert und durchgeführt. Hier beteiligte sich der SFB 805 wieder an Planung, Organisation und Ausgestaltung.

Best Practices

Der SFB 805 wurde für den Wettbewerb „Achilles High Heel“ im Jahr 2013 mit dem Franziska-Braun-Preis ausgezeichnet.

Mentoring ist ein probates und bewährtes Mittel um interessierten Studentinnen Einblicke in die Arbeit eines Forschungsverbundes zu geben und dabei das wissenschaftliche Arbeiten näher zu bringen. Der SFB 805 hat in der dritten Förderperiode mittels Mentoring-Angeboten Masterabsolventinnen Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten ermöglicht und sie so für forschungsrelevante Themen begeistert.

Das Mentoring-Programm „PriMa – Professur im Maschinenbau“ wurde maßgeblich aus dem SFB 805 heraus entwickelt und hat das Ziel, den wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Weg zur Professur im Maschinenbau zu begleiten und mit Hilfe geeigneter Maßnahmen zielgerichtet zu unterstützen. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der Rekrutierung von Frauen.

Wettbewerbe und Awards bieten eine Plattform, forschungsrelevante Themen in neue Formate zu übersetzen und Studierende dafür zu begeistern und zu sensibilisieren. Zwei Wettbewerbe prägten die Laufzeit des SFB 805 maßgeblich: Unter dem Motto „Achilles High Heel: Mach einen Schuh draus – Kreatives Design und optimierte Gestaltung eines High Heel unter Unsicherheit“ bot der Forschungsverbund im Jahr 2011 Studierenden die Möglichkeit, sich und andere für das Thema Unsicherheit zu sensibilisieren. Es galt, einen robusten High Heel mit einer Absatzhöhe von mindestens zehn Zentimeter zu entwickeln, der sowohl ästhetisch ist, aber zugleich die auftretenden Unsicherheiten systematisch beherrscht. Der Wettbewerb entwickelte sich zu einem großen Erfolg und bot Raum für Diskussionen und weiterführende Angebote.

Darauf aufbauend wurde im Frühsommer 2015 der Wettbewerb „Sicher Schieben“ ausgerufen, hier wurden über drei Monate hinweg innovative Konzepte für Kinderwagen als lasttragende Strukturen unter dem Aspekt der Unsicherheit entwickelt. Die Ergebnisse wurden von den drei Teams in einer Präsentation den wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen des SFB 805 vorgestellt und bewertet.