Matthias Berthold ATMEN

7. Mai bis 30. Oktober 2022

Mit »Matthias Berthold ATMEN« ist das Kunstforum der TU Darmstadt ab dem 7. Mai 2022 erneut im Außenraum aktiv. Bertholds Werke zeichnen sich durch seine intensive Beschäftigung mit dem Alltäglichen und der Wirkung von Sprache und dem geschriebenen Wort aus. Der Titel ATMEN bezieht sich auf eine seiner rund vierzig Anweisungen, die innerhalb des Aktionszeitraumes im Stadtgebiet zu finden sind.

Matthias Berthold (*1964 in Lübeck, lebt und arbeitet in Hamburg) widmet sich seit 2005 in zahlreichen Projekten der Kunst im öffentlichen Raum und der Kunst am Bau. Beispielhaft hierfür steht etwa sein »Wortfeld«, das Fassadenkunstwerk aus insgesamt 39 Verbindungswörtern, das 2018 im Rahmen eines Kunstwettbewerbs ausgewählt und 2019 an der Energiezentrale der TU Darmstadt auf der Lichtwiese umgesetzt wurde. Bereits seit 1992 ist Berthold, der Ethnologie und Illustration studierte, als bildender Künstler aktiv.

Mit Matthias Berthold ATMEN ist das Kunstforum der TU Darmstadt erneut künstlerisch im öffentlichen Stadtraum aktiv. Der Titel ATMEN bezieht sich auf eine seiner rund vierzig »Handlungsanweisungen«, die innerhalb des Aktionszeitraumes im Stadtgebiet zu finden sind. Matthias Berthold (*1964 in Lübeck, lebt und arbeitet in Hamburg) widmet sich seit 2005 in zahlreichen Projekten der Kunst im öffentlichen Raum. Grundlegend für seine Aktionen ist die intensive Beschäftigung mit der Wirkung von Sprache und dem geschriebenen Wort.

»Selbsterforschung ist mein Antrieb«

Matthias Berthold

Der Titel ATMEN ist paradox: Jemand zu etwas aufzufordern, was er sowieso tut. So verordnet ein Schild, sich einmal rein auf das Wesentliche zu konzentrieren – zu »atmen«. Mehr als vierzig solcher »Anweisungen« werden im Stadtgebiet zu entdecken sein. Sie sind Teil der Kunstaktionen des Hamburger Künstlers Matthias Berthold. Sie laden ein zum Experimentieren und Erfahrungen sammeln, zum Entdecken von Freiräumen.

Schilder sind im öffentlichen Raum omnipräsent mit ihren Aufforderungen oder Verboten. Dies konterkariert Berthold in seinen Instruktionen, die wie herkömmliche Straßenschilder wirken und die er seit zwanzig Jahren entwickelt. Sie animieren zu Selbstversuchen und zu scheinbar unsinnigem Handeln. Die Wirksamkeit und die Möglichkeiten von Wörtern findet sich auch in seinem rund zehn Meter hohen Fassadenkunstwerk der neuen Energiezentrale auf der Lichtwiese in Darmstadt (»Wortfeld«, 2019). Es besteht aus 39 Beziehungswörtern, die beim Betrachten Assoziationen auslösen ohne diese greifbar machen zu können. Sie schweben auf der Fläche, schwerelos, von ihrer Syntax befreit. »Es sind Anfänge von Bedeutungen, die letztlich aber offen bleiben.« (Matthias Berthold). Ein Spiel um Sinnsuche und Sinnfindung entsteht. Ein zweites »Wortfeld«, besser »Buchstabenfeld« wird auf einer der Fahnen am Alten Hauptgebäude der TU Darmstadt zu finden sein.

Konkret »handhabbar« werden Bertholds Texte auch durch die Glückskekse, die Teil der Kunstaktionen sind. Sie sind »Kunstwerk« und Werbung zugleich. Im Inneren dieses kleinen knusprigen Gebäcks, dass aus asiatischen Restaurants bekannt ist, verbirgt sich ein kleiner Zettel, wie eine Verheißung. Anders als bei den Schildern im öffentlichen Raum, die weithin sichtbar ihren festen Standort und eine vermeintliche Autorität haben, sind die Glückskekse kleine, persönliche Überraschungen.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm ist Teil der Kunstaktionen von Matthias Berthold, so zum Beispiel seine experimentellen »Windwanderungen« oder die partizipative Aufführung des Konzerts »In C« von Terry Riley, ein Klassiker der Minimal Musik, das auf einem Notenfeld basiert, eine Kooperation mit dem Orchester der TU Darmstadt.

»Ich glaube daran, dass die Leute eine angeborene künstlerische Kraft in sich haben. Und die möchte ich ans Licht bringen«

Yoko Ono

Die Ausstellung Matthias Berthold ATMEN ist die nunmehr dritte künstlerische Intervention des TU Kunstforums im öffentlichen Raum. Erstmals wird neben den Parks und Grünflächen der Stadt auch der Botanische Garten der TU Darmstadt integriert.

Matthias Berthold ist 1964 in Lübeck geboren, er lebt und wirkt in Hamburg. Studiert ein paar Semester Ethnologie und visuelle Kommunikation, dann Illustration an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg und experimentiert mit einer eigenen Währung. Er macht Erfindungen wie das Tageszeitenhaus, die Dunkelbirne oder das Universalgerät, das ihm einen Förderpreis der Robert Bosch GmbH einbringt. Alles, was außerhalb des »white cube« passiert, was nicht als Kunst deklariert und bewacht werden muss, interessiert ihn. Es folgen Gastaufenthalte in Irland und Island. Seit 2005 liegt der Fokus auf Kunst im öffentlichen Raum.

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Zeichenerklärung:
gelb: Glückskekse
blau: Schilder
grau: Felder
schwarz: Treffpunkt

Rahmenprogramm