Ausstellung

UNWORT 2019. Fotoausstellung Unwort des Jahres 2019

19. bis 29. März 2020

Die Fotografieausstellung zum Unwort des Jahres 2019 findet im Frühjahr 2020 im Kunstforum der TU Darmstadt statt. Nach der Ausstellung zum Unwort 2016 im Frühjahr 2017 wagen sich die Unwort-Fotografen zum zweiten Mal auf das Grundstück der TU Darmstadt, auf dem auch die Germanistik-Professorin Nina Janich im Januar 2020 das Unwort 2019 verkündet.

Idee

Immer im Januar steigt die Anspannung bei inzwischen zehn Darmstädter Fotografen, denn dann wird das Unwort des vorherigen Jahres von Sprachwissenschaftlern ausgewählt. Gemeint sind, laut offizieller Definition, »Wörter und Formulierungen aus der öffentlichen Sprache, die sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen«.

Es geht also nicht um schludrigen Sprachgebrauch, sondern um unsere Gesellschaft, die sich durch die Sprache offenbart. Wenn dieses Unwort aber Verhältnisse entlarvt, muss es sich auch, so die acht Darmstädter, gut abbilden lassen.

Und so entsteht jedes Jahr aufs Neue eine Fotoausstellung zu vorgegebenem Thema. Unabhängig von der Unwort Jury, von Geldgebern oder Medien. Jeder Fotograf präsentiert zwei Arbeiten mit denen er oder sie das Unwort des Jahres visualisiert.

Modus

Am Tag der Bekanntgabe (Anfang Januar) treffen sich die Fotografen um ein gemeinsames Gruppenbild „passend“ zum neuen Thema zu machen. Die eigenen Arbeiten werden dann etwa 6 Wochen später in der mindestens 4-tägigen Ausstellung gezeigt. Jeder Fotograf macht ein Bildpaar, welches in Leuchtkästen präsentiert wird.

Un|wort, das; unschönes, unerwünschtes Wort (vgl. Duden)

Schon im Wörterbuch der Brüder Grimm sei ein „Unwort“ als „böses, beleidigendes Wort“ beschrieben. Es gibt keine per se ‚bösen Wörter‘.

Aber es gibt Einstellungen, Absichten und Situationen, die ein Wort belasten. Wer die Sprache kritisiert und die Sprecher schont, schlägt ebenfalls nur den Sack anstelle des Esels. Es sei die Haltung, die ein „Unwort“ hervorbringe. Dieses zeichnet sich durch grobe Verzeichnung der Realität und darin womöglich noch durch Verletzung der Menschenwürde aus.

Zitate von Germanistikprofessor Horst Dieter Schlosser,Stern online am 18.01.2005