Extreme

EXTREME

RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain 2018

25. Mai bis 12. August 2018

Eine Kooperation mit den Darmstädter Tagen der Fotografie

Vom 24. Mai bis 9. September 2018 präsentiert die internationale Triennale RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain zum dritten Mal herausragende Positionen der zeitgenössischen Fotografie und verwandter Medien an über zehn Standorten in Frankfurt und der Region. Eröffnet wird RAY 2018 erstmalig mit vier internationalen Festivaltagen. Vom 24. bis 27. Mai 2018 sind Fotobegeisterte, Fachbesucherinnen und -besucher sowie Künstlerinnen und Künstler eingeladen, sich zum Medium Fotografie und dem Triennale-Thema EXTREME auszutauschen. In Kooperation mit über 15 Partnerinstitutionen und Sammlungen und mit zahlreichen Events verspricht RAY zum Sommer 2018 wieder eine facettenreiche Auseinandersetzung mit der Fotografie.

In inhaltlich miteinander korrespondierenden Ausstellungen zum aktuellen Triennale-Thema EXTREME reflektieren die ausgewählten künstlerischen Positionen über gesellschaftliche Transformationen, Identitätskonzepte und ästhetische Tendenzen im 21. Jahrhundert. Das Reüssieren des Extremen ist seit jeher untrennbar mit der Fotografie verwoben. Was das Extreme heute besonders virulent macht, ist das Übermaß und die grenzenlose Verfügbarkeit digital zirkulierender Informationen und Bilder, die nach einer Ökonomie der Aufmerksamkeit verlangen. Je außergewöhnlicher, unangepasster, randständiger, desto größer die Aufmerksamkeit, die ihm zuteilwird. Das Extreme weckt die Begehrlichkeit, es ins Bild zu bannen und für die Nachwelt sichtbar zu machen. Die dabei entstehenden Bilder sind ebenso Beweismaterial wie fotografischer Ausdruck einer Faszination für das Außergewöhnliche. Der Punkt, an dem die Norm aufhört und die Abweichung beginnt, ist jedoch einem steten Wandel unterworfen. So blickt RAY 2018 auf Formen des Extremen jenseits des Spektakels. Der Verweis auf das Extreme einer Position erschließt sich zum Teil erst in der Verbindung mit einer anderen, die in ihrer gegenläufigen Thematik, Bildsprache oder auch künstlerischen Strategie einen Antipol bildet. Der Begriff des Extremen steht hier im Kontext der Zeit und im Dialog mit dem Anderen.

Das Kunstforum zeigt vom 25. Mai bis zum 12. August 2018 Werke von Isabelle Wenzel und Lais Pontes.

In Kooperation mit den Darmstädter Tagen der Fotografie

Isabelle Wenzel hingegen arbeitet ganz in der Realität. Sie inszeniert sich selbst, teils sehr akrobatisch, an Orten, die für sie interessant sind. Sie nennt diese Art der Fotografie auch Performance Fotografie. Für sie ist es wichtig, dass sie den Ort erlebt, sich ein Gefühl dafür erspürt und ihn dann für sich „vereinnahmt“ – und mit Selbstauslöser den Akt der Inszenierung solange betreibt, bis sie zufrieden ist. Die Positionierung dieser Haltungen (im Wortsinn) als Gegenstück zur Mainstream-Selfie-Kultur ist das Extreme der Kontrastierung dieser beiden Künstlerinnen.

Lais Pontes hat in den Serien „Born nowhere“ und „Born Now Here“ Bilder einer Frau (verschiedene Charaktere, die sie als Darstellerin mimt) auf Facebook gepostet und dort die User gebeten, die Identitäten dieser Frauen zu beschreiben, Lebensläufe zu entwickeln/zu vermuten. Im zweiten Schritt haben dann User die „Identität“ von einigen dieser Frauen „angenommen“ und deren Timelines in Facebook gefüttert.