Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

CMSB-Konferenz in Darmstadt: drei Fragen an Professor Heinz Koeppl

Vom 27. bis 29. September kommen Forschende aus Biologie, Ingenieurwissenschaften, Informatik und Physik aus der ganzen Welt nach Darmstadt, um an der Konferenz Computational Methods in Systems Biology (CMSB) teilzunehmen.

Professor Heinz Koeppl (re.) Bild: Jan-Chistoph Hartung
Professor Heinz Koeppl (re.) Bild: Jan-Chistoph Hartung

Im Jahr 2013 richtete der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Darmstadt das bundesweit erste Fachgebiet für Bioinspirierte Kommunikationssysteme ein. Seit rund vier Jahren forschen nun unter Leitung von Professor Heinz Koeppl Biologinnen und Biologen und Ingenieurinnen und Ingenieure gemeinsam. Der LOEWE-Schwerpunkt CompuGene, den Professor Koeppl gemeinsam mit Professorin Beatrix Suess leitet, zeigt beispielhaft das Potenzial dieses interdisziplinären Forschungsansatzes. Diesem Spannungsfeld zwischen Biologie und Modellierung widmet sich auch die internationale Konferenz CMSB, die nächste Woche in Darmstadt zum fünfzehnten Mal stattfindet wird.
Wir haben mit Professor Heinz Koeppl, dem Ausrichter der diesjährigen CMSB-Konferenz, gesprochen.

Herr Professor Koeppl, welche zentralen Fragestellungen stehen im Mittelpunkt der internationalen CMSB-Konferenz?
Die CMSB ist eine etablierte Plattform für den Austausch zwischen Experten im Bereich der mathematischen Modellbildung und Biologen. Insbesondere stellt die CMSB die Hauptkonferenz dar, in der Informatiker aus dem Bereich der formalen Methoden („formal methods“) neue Werkzeuge zur Analyse von molekularbiologischen Prozessen vorstellen. Im Gegensatz zur Bioinformatik, dem klassischen Anwendungsfeld der Informatik in der Biologie, stehen dabei dynamische, verteilte Prozesse und deren mathematische Abstraktion im Vordergrund.

Warum eignet sich Darmstadt als Tagungsort?
Wie in Cambridge (GB) im letzten Jahr findet die CMSB auch dieses Jahr an einem Ort mit starker technischer Prägung statt. Die TU Darmstadt forciert seit Jahren die fachübergreifende Forschung und passt somit hervorragend zum Profil der CMSB. Zusätzlich haben wir mit dem aktuell laufenden LOEWE-Schwerpunkt CompuGene eine international sehr sichtbare Initiative in diesem Forschungsbereich.

Welche Ergebnisse erwarten Sie sich von der Tagung?
Eingereichte Arbeiten wurden bereits nach einem selektiven Begutachtungsprozess in den Springer Lecture Notes in Computer Science abgedruckt und dienen als Basis für die Tagung. Welche konkreten Ergebnisse die Tagung selbst hervorbringen wird, ist schwer abzuschätzen. Man kann den Teilnehmern nur eine angenehme Atmosphäre bieten und genug Zeit für die wissenschaftliche Diskussion vorsehen. Der Rest steht in den Sternen.

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