Treffpunkt Europäische Union

23.08.2017

Treffpunkt Europäische Union

Studentisches Engagement im Fokus: Junge Europäische Föderalisten Hessen

Vor 60 Jahren wurden die Römischen Verträge unterzeichnet. Ein willkommener Anlass für sechs Mitglieder der Hochschulgruppe Junge Europäische Föderalisten Hessen e.V. an einem Sommertag über die Europäische Union zu diskutieren. Schnell wird klar – die Studierenden brennen für die europäische Idee und sie haben ein gemeinsames Ziel: die Schaffung eines Europäischen Bundesstaates.

Politik direkt miterleben bei einem Netzwerktreffen im Januar 2017 – die Jungen Europäischen Föderalisten zu Besuch in Brüssel. Bild: JEF Hessen e.V.
Politik direkt miterleben bei einem Netzwerktreffen im Januar 2017 – die Jungen Europäischen Föderalisten zu Besuch in Brüssel. Bild: JEF Hessen e.V.

Die Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) sind eine überparteiliche und unabhängige politische Jugendorganisation, die sich als Botschafter der europäischen Idee in ganz Europa engagiert. Seit 2013 ist die regionale Sektion JEF Hessen e.V. auch an der TU Darmstadt aktiv und möchte den europäischen Leitgedanken verbreiten. „Wir wollen die EU für die Bürgerinnen und Bürgern Europas greifbarer machen“, sagt Steven Schwarz, stellvertretender Landesvorsitzender der JEF Hessen. So setzen sich die JEF Hessen für eine demokratischere EU ein. Um mehr Demokratie zu erreichen, streben sie eine Reform der Europäischen Union an. Aber was genau verstehen die JEF Hessen unter dem Demokratiegedanken? Ihrer Meinung nach muss Transparenz der politischen Prozesse gegeben sein, denn nur mit ausreichendem Wissen können sich die Bürgerinnen und Bürger aktiv in der EU beteiligen.

Gerade in der heutigen Zeit, die von Brexit und rechtspopulistischen Bewegungen geprägt ist, liegt den JEF ein europäisches Zusammengehörigkeitsgefühl am Herzen. Als Föderalisten engagieren sie sich für die Errichtung eines Europäischen Bundesstaates. „Die Globalisierung bringt verschiedene Herausforderungen mit sich. Wir sind davon überzeugt, dass wir einige dieser Schwierigkeiten nur als europäische Gemeinschaft meistern können“, sagt Schwarz. Die JEF bietet mehr als abstrakte Leitgedanken an. Um ihre Ziele in Taten umzusetzen, schlagen die JEF eine konkrete Liste vor. Diese Reformvorschläge umfassen unter anderem eine Kompetenzverteilung zwischen exklusiven Unionskompetenzen und Zuständigkeiten der Staaten.

Abwechslungsreiche Aktivitäten

Der Tatendrang der JEF Hessen zeigt sich in ihren Tätigkeitsfeldern. So besuchen ihre Mitglieder Schulklassen und beteiligen sich an verschiedensten Veranstaltungen. „Wir wollen die Diskussion über Europa anregen. Wenn die Bürgerinnen und Bürger die europäischen Prozesse reflektieren, kann eine europäische Öffentlichkeit entstehen“, so Christian Weickhmann, der Mitgründer der JEF in Darmstadt ist. Die Jungen Europäischen Föderalisten scheuen auch nicht vor politischen Stellungsnahmen zurück. Um ihre Vision der Zukunft Europas darzulegen, verfassen sie Konzepte. Aus Sicht der JEF sollten einige Aspekte der EU verändert werden.

Die Mitglieder dieser Jugendorganisation zeichnen sich als besonders diskussionsfreudig aus. So präsentieren sie ihre Leitgedanken auf unterschiedlichen Plattformen in ganz Europa und führen vielfältige Aktionen durch, um ihre Anliegen zu vermitteln. 2014 fand die Kampagne „Europaretter“ deutschlandweit statt. Kostümiert und mit verschiedenen Plakaten ausgerüstet, weckten sie das Interesse vieler Passanten und konnten so ihre Sicht auf Europa darlegen.

Vielfältige Zusammenarbeit

Michael Gahler (Europaabgeordneter der CDU) zu Gast bei den JEF in Mainz-Wiesbaden. Bild: JEF Hessen e.V.
Michael Gahler (Europaabgeordneter der CDU) zu Gast bei den JEF in Mainz-Wiesbaden. Bild: JEF Hessen e.V.

Die JEF arbeiten mit verschiedenen Parteien zusammen. Besonders wichtig ist ihnen die parteiliche Unabhängigkeit. „Wir laden Politiker mit unterschiedlichen Standpunkten zu unseren Veranstaltungen ein. Dadurch erhalten wir unterschiedliche Sichtweisen“, erklärt Steven Schwarz. So wissen die JEF den Austausch mit unterschiedlichen Europaabgeordneten zu schätzen. „Wer sich politisch interessiert und kein Mitglied einer Partei werden möchte, ist bei uns genau richtig“, lautet Schwarz‘ Einladung an Studierende. „Unsere Zusammenarbeit zeichnet durch sehr flache Strukturen aus. Jeder ist bei uns willkommen, seine Meinung über europäischen Themen zu äußern.“ Und so vielseitig wie der Themenbereich Europa sind auch die Studienrichtungen der Mitglieder. Von Politikwissenschaften über Ingenieurswissenschaften bis hin zu Wirtschaftswissenschaften ist alles vertreten.

Bei so viel Tatendrang dürfen gemeinsame Ausflüge nicht zu kurz kommen. Denn Politik will gelebt werden. So haben die Jungen Europäischen Föderalisten Hessen unter anderem die Europäische Zentralbank in Frankfurt besucht. Um Politikprozesse auf europäischer Ebene direkt mitzuerleben, sind sie nach Straßburg gereist. Nach einem Besuch des Europäischen Parlaments durfte eine Stadtbesichtigung nicht fehlen. Vor schöner Kulisse auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt sprachen die Jungen Europäschen Föderalisten über ihre Eindrücke. Auch für 2017 sind weitere Ausflüge geplant, unter anderem treffen sich die Studierenden bei diversen Europa-Stammtischen in Frankfurt. Außerdem ist ein Besuch der Weltkunstausstellung documenta in Kassel im August vorgesehen.

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