Einstellen auf den Klimawandel

05.10.2017

Einstellen auf den Klimawandel

Architektur-Studierende erfolgreich bei Wettbewerb in Singapur

Bei dem renommierten internationalen Wettbewerb „Designing Resilience in Asia“ konnten sich Studierenden-Teams der Technischen Universität Darmstadt zum dritten Mal in Folge gegen die Teams aus zehn anderen Universitäten durchsetzen und neben einer Anerkennung den mit 4000 Singapur Dollar dotierten „Urban Design Excellence Award“ gewinnen.

Preisverleihung des Wettbewerb „Designing Resilience in Asia 2017“ in Singapur: Gruppenbild der beiden erfolgreichen Teams der TU Darmstadt. Bild: TU Darmstadt
Die beiden Teams der TU Darmstadt freuen sich über ihre erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb in Singapur. Bild: TU Darmstadt

In Zeiten des Klimawandels und damit einhergehenden Naturkatastrophen wie Taifunen, Starkregen, Überflutungen und Erdbeben, ist die Resilienz urbaner Strukturen eines der wichtigsten Themen, mit denen viele Orte im südasiatischen Raum konfrontiert sind. Häufig treffen diese Ereignisse zusammen mit anthropogenen Problemen, wie dem Missmanagement von Infrastruktur, Verschmutzungen, Landabsenkungen oder aber Sicherheitsproblemen auf und können somit die Verwundbarkeit und Anfälligkeit der Städte signifikant erhöhen. Der von der National University of Singapore jährlich ausgelobte Wettbewerb ‚Designing Resilience in Asia’ bietet Studierenden der Architektur und Stadtplanung seit 2015 die Möglichkeit, für außergewöhnlich stark betroffene Gebiete in Asien Lösungen auf einer planerischen Ebene zu entwickeln, um die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und somit den Folgen des Klimawandels entgegen zu wirken.

Thematisierte der Wettbewerb 2015 ein chinesisches Fischerdorf, welches jährlich von einer hohen Zahl von Taifunen heimgesucht wird, und 2016 den Großraum Manila, der durch konsequentes Missmanagement der Wasserinfrastruktur und anthropogenen Fluten leidet, befasste sich der Wettbewerb in diesem Jahr mit der Hafenstadt Semarang in Indonesien.

Heftige Regenfälle in Kombination mit unzureichender Infrastruktur führen insbesondere während der Monsunzeit im Stadtgebiet Semarangs zu dauerhaften Überflutungen, die extreme Auswirkungen auf das alltägliche Leben der Menschen haben. Neben Transport- und sicherheitsrelevanten Aspekten beeinflussen diese Fluten auch die sichere Trinkwassernutzung und damit die Gesundheit der Bewohner. Darüber hinaus spielen hygienische Aspekte – insbesondere aufgrund einer fehlenden Kanalisation bzw. Abwasserbehandlung – eine Rolle.

Diese Problematik wird durch den steigenden Meeresspiegel, fehlende Infrastruktur, sonstige Verschmutzung, Müll und Industrieabfälle, eine nahezu vollständige Zerstörung der natürlichen Retentionsflächen und eine rücksichtslose Abholzung der vorgelagerten Bergregion zugunsten monokultureller Agrarwirtschaft verstärkt. Zudem verursachte eine systemische und jahrzehntelange Grundwasserüberextraktion der am Stadtrand liegenden Industriezonen massive Landabsenkungen. Wer über die erforderlichen finanziellen Mittel verfügt, erhöht in regelmäßigen Abständen sein Haus, um sich vor den Fluten und Landabsenkungen zu schützen. Dieses Erhöhen der Erdgeschosszone bedingt in wiederkehrender Regelmäßigkeit ein Anheben des Straßenniveaus. Häuser, die aufgrund von finanziellen Engpässen nicht erhöht werden, sind in der Folge unbewohnbar.

Aufgrund der komplexen Zusammenhänge wurde der Entwurf für den Wettbewerb in Gruppenarbeit bearbeitet. Unterstützt wurden diese von den Studierenden des internationalen Master-Studienganges „International Cooperation in Urban Development – Mundus Urbano“ am Fachbereich Architektur.

Der Wettbewerbsbeitrag mit dem Titel „reTRACE “ wurde von der internationalen Jury mit dem „Urban Design Excellence Award 2017“ ausgezeichnet und sicherte der TU Darmstadt einen der drei Hauptpreise in Fortsetzung unserer Preisträger der vergangenen Jahre. Mit einer lobenden Erwähnung wurde der zweite Beitrag „SPROUD“ ausgezeichnet. Betreut wurden die Entwürfe von Prof. Dr. Rudolph-Cleff, Dipl.-Ing. Simon Gehrmann, Dr.-Ing. Björn Hekmati und Dipl.-Ing. Frederik Helm.

zur Liste