Innovativ und international

Neuer Masterstudiengang Entrepreneurship and Innovation Management

04.08.2020

Zum Wintersemester 2020/21 startet der englischsprachige Masterstudiengang „Entrepreneurship and Innovation Management“ am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Worum es in dem Studiengang geht, an wen er sich richtet und welche Berufsaussichten Absolventinnen und Absolventen haben, erklärt Professor Dr. Alexander Kock, der gemeinsam mit Professorin Dr. Carolin Bock den Studiengang verantwortet, im Interview.

Lehrveranstaltung zum Thema Entrepeneurship mit Professorin Dr. Carolin Bock

Was gab den Ausschlag für den neuen Studiengang?

Unternehmen sind – zum Beispiel durch die Digitalisierung – immer stärker gezwungen, sich kontinuierlich zu wandeln, und die gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit werden immer komplexer. Studierende müssen also befähigt werden, Innovationen zu generieren und zu implementieren. Das haben wir auch an der starken Nachfrage nach Veranstaltungen aus den Bereichen Entrepreneurship und Innovationsmanagement in unseren bestehenden Studiengängen gemerkt. Mit dem neuen Studiengang wollen wir ein attraktives Angebot für Bachelorabsolventen und -absolventinnen schaffen, diese Aspekte zu vertiefen. Der Studiengang ist auch strategisch für den Fachbereich von Bedeutung, da er eine Schnittstelle zu unseren zwei Forschungssäulen „Innovation und Wachstum“ und „Digitale Transformation“ bildet und auch einen Beitrag zu mehr Ausgründungen aus der Universität leisten kann.

Was erwartet die Studierenden? An wen richtet sich der Studiengang?

Der Studiengang richtet sich an Bachelorabsolventinnen und -absolventen aus wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik, und Wirtschaftsmathematik. Ihnen werden die notwendigen Kompetenzen vermittelt, die sie zur Gründung eines eigenen Unternehmens oder zum Management von Innovationen in etablierten Unternehmen benötigen.

Gibt es in Deutschland vergleichbare Studiengänge?

Es gibt zwar einzelne Studiengänge an technischen Universitäten, die sich entweder auf Entrepreneurship oder Innovationsmanagement konzentrieren und oft als kostenpflichtiger Aufbaustudiengang konzipiert sind. Unser forschungsorientierter Studiengang mit seinem kombinierten Schwerpunkt und der internationalen Ausrichtung ist allerdings einzigartig.

Prof. Dr. Alexander Kock, Fachgebiet Technologie- und Innovationsmanagement

Sie beschreiben den Masterstudiengang als forschungsorientiert. Was bedeutet das konkret?

Die Verzahnung von Forschung und Lehre ist uns grundsätzlich wichtig: Es fließen nicht nur neueste Forschungsergebnisse in die Lehrveranstaltungen ein, wir binden unsere Studierenden auch in Projekt- und Seminararbeiten – und vor allem der sechsmonatigen Masterarbeitsphase – eng in unsere Forschungsaktivitäten ein. Da der Abschluss auch zur Promotion berechtigt, gewinnen wir außerdem wissenschaftlichen Nachwuchs für unsere Forschungssäulen.

Ist der Studiengang nur etwas für Menschen mit Gründungsideen bzw. solche, die gründen möchten? Oder gibt es für Absolventinnen und Absolventen auch andere berufliche Perspektiven?

Natürlich ist es großartig, wenn Studierende bereits bei Studienbeginn erste Gründungsideen haben, aber das ist sicher die Ausnahme. Auch werden viele von ihnen während des Studiums Gründungsabsichten entwickeln, zum Beispiel durch die Kooperation mit Start-ups und Unternehmen in den Lehrveranstaltungen. Das Berufsfeld für Absolventinnen und Absolventen geht aber weit über die eigene Gründung hinaus: Die erlernten Kompetenzen werden auch gerade in etablierten Unternehmen dringend gebraucht, da diese sich ständig erneuern müssen. Absolventinnen und Absolventen sind also auch für Industrie- und Handelsunternehmen sowie Unternehmensberatungen attraktiv.

Warum wird der Studiengang auf Englisch angeboten?

Aufgrund der internationalen Ausrichtung wird das komplette Programm auf Englisch zu studieren sein, auch wenn man im Wahlbereich deutsche Veranstaltungen einbringen kann. Damit leistet der Studiengang auch einen kleinen Beitrag zur Internationalisierungsstrategie der TU. Hervorragende Englischkenntnisse sind in den Themengebieten Innovation und Entrepreneurship sowohl in der Praxis als auch in die Forschung ohnehin unverzichtbar – wir bereiten unsere Studierenden damit auf den internationalen Arbeitsmarkt vor.

Gibt es schon Reaktionen auf den neuen Studiengang? Wie ist die Bewerberlage?

Wir freuen uns über ein reges Interesse. Derzeit liegt uns bereits eine hohe Anzahl an Bewerbungen vor – sowohl von Bachelorabsolventinnen und -absolventen der TU Darmstadt und anderer deutscher Universitäten als auch aus dem Ausland.

Die Fragen stellte Bettina Bastian.

EIM-Studentin Anna-Lena Bey im Interview

Warum haben Sie sich für den neuen Masterstudiengang Entrepreneurship and Innovation Management (EIM) entschieden?

Ich studiere momentan im zweiten Mastersemester Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Maschinenbau. Ich habe mich zusätzlich zu meinem aktuellen Studiengang entschieden, dazu noch den Master Entrepreneurship and Innovation Management als Doppelmaster zu absolvieren, da ich mich gerne im Wirtschaftsbereich vertiefen möchte, was sich angesichts meines Studiums angeboten hat.

In welche Richtung würden Sie sich gerne beruflich entwickeln?

Ich habe bereits ein Praktikum absolviert im Projektmanagement. Das hat mir sehr gut gefallen! Zudem führt mein Vater ein Familienunternehmen in zweiter Generation. Dadurch bin ich mit den Themen Management und Gründung schon früh in Kontakt gekommen. In diesem Bereich sehe ich auch meine Zukunft.

Worauf freuen Sie beim neuen Masterstudiengang besonders?

Besonders freue ich mich auf die interessanten Seminare, die im Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften zu den Themen Start-ups und Innovation angeboten werden. Ich habe bereits in meinem Bachelorstudium ein solches Seminar besucht und habe schon von vielen Kommilitonen gehört, dass das Angebot sehr gut sein soll.

Was haben Sie vorher studiert?

Mein Bachelorstudium Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Maschinenbau habe ich auch schon hier an der TU Darmstadt absolviert. Wie man den Stoff hier beigebracht bekommt, hat mir sehr gut gefallen, weshalb ich hier geblieben bin für den Master. Beim Ranking der Hochschulen hätten auch nicht mehr viele andere Unis zu Auswahl gestanden – die TU schneidet in diesem Bereich ja immer sehr gut ab. Besonders das Angebot des Doppelmasters ist für mich sehr interessant, da ich als Studentin des Wirtschaftsingenieurwesens zwar das technische Verständnis sehr wichtig finde, mich aber fokussieren möchte auf die wirtschaftlichen Aspekte. Ich denke von diesem Wissen werde ich auf meinem künftigen Berufsweg profitieren!

Anna-Lena Bey im Originalton

Anna-Lena Bey wird im kommenden Wintersemester mit dem Masterstudiengang Entrepreneurship and Innovation Management beginnen. Warum? Das erzählt sie in einem Audio-Statement.

Zum Masterstudiengang: Entrepreneurship and Innovation Management

Der neue, englischsprachige Masterstudiengang Entrepreneurship and Innovation Management startet zum Wintersemester. Die Onlinebewerbung dafür ist bis zum 20. August möglich.

Zeitgleich startet auch der Masterstudiengang Logistics and Supply Chain Management, den die verantwortlichen Professoren auch im Interview vorstellen.