Studierendenbefragung der TU abgeschlossen

Durchweg positive Ergebnisse / Konstruktive Vorschläge

30.09.2020

Im Sommersemester 2019 fand zum zweiten Mal eine umfassende Online-Befragung aller Bachelor-, Master- und Lehramtsstudierenden der TU statt. Mehr als 4000 Studierende beteiligten sich. Erste Ergebnisse wurden im Dezember veröffentlicht, nun liegt der Abschlussbericht vor. Das Bild, das die Befragten in der Umfrage von der TU zeichnen, ist insgesamt sehr positiv mit punktuellen Ansatzpunkten für Verbesserungen und Weiterentwicklungen.

Die Mehrheit der Studierenden ist mit den Bedingungen in ihrem Studium insgesamt zufrieden.

In der breit angelegten Befragung ging es um Studienbedingungen, individuelle Lernerfahrungen wie auch die Vereinbarkeit von Studium und Privatleben sowie spezifische Fragestellungen zu den Fach- und Studienbereichen.

„Großes Interesse“ ist für die Mehrheit der Studierenden der am häufigsten genannte Grund für die Wahl ihres Studiengangs, gefolgt von „Begabung für das Fach“ und „guten Aussichten auf einen Arbeitsplatz“. Die Entscheidung für die TU Darmstadt trafen die meisten Befragten sehr bewusst: 83 Prozent der Studierenden hätten ihren Studiengang an einer anderen Universität studieren können, 85 Prozent hatten auch für andere Universitäten eine Zulassung. Vor allem der gute Ruf der TU gab für 81 Prozent der Befragten den Ausschlag, hier zu studieren. 68 Prozent gaben an, in der Region bleiben zu wollen, 47 Prozent, dass sie an der TU besondere inhaltliche Schwerpunkte setzen könnten.

Die Mehrheit der Studierenden – 65 Prozent – ist mit den Bedingungen in ihrem Studium insgesamt zufrieden oder sehr zufrieden. Dieser Wert deckt sich mit dem Ergebnis der ersten Studierendenbefragung aus dem Jahr 2017. Besonders hoch ist die Zufriedenheit unter den Masterstudierenden.

Autonomie und Selbstständigkeit werden gefördert

Was macht Studierende zufrieden, wo liegen mögliche Kritikpunkte? Es zeigte sich: Vor allem die fachliche Qualität der Lehre an der TU überzeugt. Insgesamt 83 Prozent der Studierenden bewerten diese als gut oder sehr gut. Hingegen bleibt die Einschätzung der didaktischen Lehrqualität (von rund 38 Prozent gut oder sehr gut bewertet) hinter dieser sehr positiven Bewertung zurück.

Überwiegend positiv fällt die Bewertung der Studierenden zu strukturellen Aspekten ihrer Studiengänge aus: Aufbau und Struktur (von 67 Prozent als gut oder sehr gut eingeschätzt), inhaltliche Breite und Wahl- und Vertiefungsmöglichkeiten (65 Prozent gut bzw. sehr gut). Die Befragten schätzen auch die Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung. So finden 84 Prozent, dass an der TU Autonomie und Selbstständigkeit sowie kritisches Denken (59 Prozent) und Teamfähigkeit gefördert werden (57 Prozent).

Die Studierenden waren zudem aufgerufen, die Rahmenbedingungen ihres Studiums zu beleuchten. Die Beratungs- und Serviceangebote an der TU werden sehr positiv bewertet und auch gut genutzt. Sehr hoch ist die Zufriedenheit der Befragten mit den Services der Universitäts- und Landesbibliothek. Kritik gibt es vor allem an der Raumsituation. Obwohl in den vergangenen Jahren etliche neue Lernzentren auf dem Campus entstanden sind, wies die Umfrage darauf hin, dass weiterer Verbesserungsbedarf besteht. Ein großer Teil der Befragten zeigte sich unzufrieden oder sehr unzufrieden mit der Verfügbarkeit von Räumen (39 Prozent), der Zahl der Einzelarbeitsplätze (45 Prozent) oder der Räume für Lerngruppen (48 Prozent). Die Verfügbarkeit von WLAN auf dem Campus lobten jedoch 75 Prozent.

Die Umfrage beleuchtete auch Studienmotivation und Lernerfahrungen. Größter Belastungsfaktor ist Prüfungsdruck – etwa drei Viertel der Studierenden nannten diesen Punkt. Gleichwohl: 62 Prozent der Studierenden gaben an, dass es ihnen Spaß mache, sich die Inhalte ihres Fachs anzueignen, 41 Prozent sehen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Studium und außeruniversitären Aktivitäten.

Für den Master an der TU bleiben

„Die TU-Studierendenbefragung belegt, dass ein Studium an der TU Darmstadt die Selbstständigkeit der Studierenden sowie die Zusammenarbeit im Team fördert und zu kritischem Denken anregt“, so Professor Heribert Warzecha, Vizepräsident für Studium und Lehre sowie Diversität. „Ich freue mich über dieses Ergebnis, schließlich sind diese Punkte neben der fachlichen Qualität der Lehre zentrale Kriterien, die ein universitäres Studium auszeichnen. Gleichzeitig müssen wir weiter an didaktischen Konzepten arbeiten und erproben, wie wir den Studierenden die fachlichen Inhalte noch besser vermitteln können.“

Die generelle Zufriedenheit trägt sicherlich auch dazu bei, dass viele Bachelor- und Joint-Bachelor-Studierende planen, an der TU zu bleiben. Fast drei Viertel derer, die sicher sind, ein Masterstudium anschließen zu wollen, möchten dies an der TU beginnen. Nur neun Prozent wissen bereits, dass sie die Hochschule wechseln möchten.

Die Ergebnisse der Befragung fließen in die Studiengangentwicklung, in die Qualitätssicherung und in hochschulstrategische Entscheidungen ein. Sie tragen zu einer stetigen Verbesserung der Studienbedingungen bei. Die vorliegenden Ergebnisse geben ein Bild der Studienbedingungen vor der Pandemie. Im Sommersemester 2021 startet die dritte TU-Studierendenbefragung. Hier wird es auch ein Befragungsschlaglicht zur digitalen Lehre geben. Besonders im Hinblick auf Veränderungen durch die digitalen Semester werden wertvolle Erkenntnisse erwartet. Interessant wird dann vor allem der Blick auf die Unterschiede in den Beurteilungen durch die Studierenden.

HDA/sip