Gesichtsmasken aus dem 3D-Drucker

23.04.2020 von

Sie sind derzeit ein knappes Gut: Schutzmasken für die Behandlung von Corona-Kranken. Daher hat das hessische Wirtschaftsministerium Betriebe zur Unterstützung bei der Beschaffung beziehungsweise Herstellung von Infektionsschutzausrüstung aufgerufen. Diesem Aufruf sind verschiedene Einrichtungen der TU gefolgt: So lassen sich Schutzmasken aus Rahmenteilen, Halteband und Folie selbst herstellen. Die Rahmenteile werden dabei mit Hilfe eines 3D-Druckers gefertigt. Mit den daraus zusammengesteckten Masken können Mund, Nase und Augen abgedeckt werden.

Herstellung von Einweg-Vollgesichtsmasken am Fachbereich Maschinenbau.

Gründungszentrum HIGHEST

Das Gründungszentrum HIGHEST unterstützt das Drucken von Gesichtsmasken auf 3D-Druckern im FabLab Darmstadt.

Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften

Mitarbeitende der Institute für Statik und Konstruktion (ISM+D) sowie Stahlbau und Werkstoffmechanik (IFSW) vom Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften drucken Rahmenteile aus Kunststoff, die einmal pro Woche Krankenhäusern zur Verfügung gestellt werden.

3D-gedruckte Kunststoff-Rahmenteile für Schutzmasken.

Fachbereiche Architektur und Maschinenbau

Peter Maier (Leiter Modellbauwerkstatt, Fachbereich Architektur) und Mirko Feick (Leiter Mechanische Werkstatt Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW)/Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) im Fachbereich Maschinenbau) brachten ebenfalls die Herstellung von Einweg-Vollgesichtsmasken ins Rollen. Für dieses Hilfsprojekt wurden kurzerhand 300 Meter Kunststofffolie für die Herstellung von 900 Gesichtsvisieren kostenfrei von der Firma Paul Auer GmbH aus Mannheim zur Verfügung gestellt. Seitdem sind 16 Drucker an beiden Fachbereichen für die Herstellung der Visier-Halterungen im Einsatz, fleißige Hände besorgen den Grobschnitt der Folie und die Endmontage der Masken.

Das Team ging dann noch einen Schritt weiter und verbesserte das Modell: Durch eine geschickte geometrische Überarbeitung der Kunststoffhalterung durch Peter Maier und durch das prozesstechnologische Know-how der beiden Maschinenbaudoktoranden Johannes Geis (Institut Produktentwicklung und Maschinenelement (pmd)) und Holger Merschroth (Institut PTW) konnte die ursprünglich zweigeteilte Kunststoffhalterung für das Visier verbessert und einteilig hergestellt werden. Dadurch werden Montageschritte eingespart, die Bauzeit um 25 Prozent verkürzt und eine deutliche Produktivitätssteigerung erzielt. Mit den 3D-Druckern, die in Architektur und Maschinenbau im Einsatz sind, werden aktuell 50 Mehrweg-Vollgesichtsmasken pro Tag produziert und an Kliniken ausgeliefert.

Fachgebiet Datenverarbeitung in der Konstruktion (Fachbereich Maschinenbau)

Auch das Fachgebiet Datenverarbeitung in der Konstruktion (DiK, Fachbereich Maschinenbau) unter Leitung von Professor Dr. Reiner Anderl engagiert sich mit der Fertigung von Vollgesichtsmasken. Durch die Bereitstellung von 3D-Druckern und Material wurden Rahmen gedruckt und an das FabLab der TU Darmstadt weitergeleitet. Dort findet die Vorbereitung der Visiere sowie deren Montage statt. In dieser Zusammenarbeit konnten bereits 150 Vollgesichtsmasken fertiggestellt und verteilt werden. Abnehmer der ersten Tranche waren Darmstädter Altersheime und Krankenhäuser.

Weitere Netzwerke zu Fachgebieten des Fachbereichs Maschinenbau werden in diesem Zusammenhang gerade ausgebaut, um Ressourcen, Koordination und Verteilkanäle zu bündeln.

Themenschwerpunkt „Gegen Corona“

Forschende, Studierende und Beschäftigte der Universität engagieren sich in der derzeitigen Corona-Krise auf vielfältige Art und Weise. Der Themenschwerpunkt informiert in einem aktuellen Überblick über die Vielzahl an Hilfsinitiativen und Projekte in Forschung, Lehre und Transfer.

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