Innovationsallianz für die Schiene

03.04.2019

Innovationsallianz für die Schiene

TU Darmstadt und Deutsche Bahn feiern zehn Jahre Kooperation

Mit einer Feier haben die TU Darmstadt und die Deutsche Bahn heute das zehnjährige Bestehen ihrer „Innovationsallianz“ gewürdigt. Das gemeinsame, enge Kooperationsnetz kann auf deutliche Erfolge verweisen.

Blick auf den Darmstädter Hauptbahnhof. Bild: Patrick Bal
Blick auf den Darmstädter Hauptbahnhof. Bild: Patrick Bal

2009 wurde der Kooperationsvertrag für die Innovationsallianz zwischen TU und der Deutschen Bahn unterzeichnet. Seither arbeiten gemeinsame Teams kontinuierlich an Zukunftsthemen wie etwa ökologischem Schienenverkehr, Cybersicherheit, Mobilitätsmanagement, Urbaner Logistik oder Fragen der Infrastruktur. Interdisziplinäre Synergien lassen sich so optimal nutzen. Mehr als 25 Fachgebiete der TU Darmstadt sind oder waren an gemeinsamen Forschungsprojekten innerhalb der Allianz mit der Deutschen Bahn beteiligt. Im Rahmen der Zusammenarbeit sind auf diese Weise mehr als hundert gemeinsame Forschungsprojekte, zahlreiche Promotionen, wissenschaftliche Veröffentlichungen und Vorträge entstanden.

„Die Themen und Herausforderungen der Zukunft, die wir nun schon seit zehn Jahren im Rahmen der Innovationsallianz mit der Deutschen Bahn bearbeiten, sind sehr oft interdisziplinärer Natur, für die wir gemeinsam kreative und nachhaltige Lösungen entwickeln“, sagt Professor Hans Jürgen Prömel, Präsident der TU Darmstadt. „Dafür ist es wichtig, sich über Fachgrenzen hinweg auszutauschen und verlässlich zusammenzuarbeiten. Die Strategische Partnerschaft mit der Deutschen Bahn bietet hierfür die ideale Voraussetzung, denn sie ist geprägt von jahrelanger vertrauensvoller Kooperation und von hohem Engagement der beteiligten Personen.“

„Bereits seit 2009 arbeiten wir eng mit der TU Darmstadt zusammen, vor allem in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Lehre und Nachwuchsgewinnung“, so Frank Sennhenn, Vorstandsvorsitzender DB Netz AG. „Die Innovationsallianz bietet eine Plattform, auf der wir uns intensiv mit der Wissenschaft austauschen können und wichtige Impulse zu bahnrelevanten Zukunftsthemen erhalten. Dabei bringen wir als Unternehmen relevantes praktisches Know-how ein. So können wir wissenschaftliche Erkenntnisse schnell und zielorientiert in die Praxis umsetzen. Ein Bündnis also, das für beide Seiten ein großer Gewinn ist.“

„Die Innovationsallianz, die wir als TU Darmstadt vor zehn Jahren mit der Deutschen Bahn geschlossen haben, ist ein bedeutender Bestandteil unseres Wissens- und Technologietransfers“, so der für Wissens- und Technologietransfer zuständige Vizepräsident der TU Darmstadt, Professor Matthias Rehahn. „In dieser langfristigen Zusammenarbeit entwickeln wir gemeinsam neue Ideen und Lösungsansätze in hochrelevanten Themen der Mobilität wie Digitalisierung, Cybersicherheit, Energieeffizienz und autonomes Fahren und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur gegenseitigen Stärkung unserer Zukunftsfähigkeit.“

Zwei „Labs“ bündeln die Aktivitäten

Gebündelt werden die Aktivitäten in zwei „Labs“.

2012 wurde das DB Schenker Lab gegründet, geleitet im Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der TU, das die gemeinsame Forschung in den Themenfeldern Transport und Logistik als Leuchtturm ausbauen will und sich auch um Aus- und Weiterbildung kümmert.

Seit 2014 gibt es das DB RailLab, unter dessen Dach sich vier Arbeitsgruppen auf verschiedene Themenkomplexe spezialisiert haben. Das DB RailLab wurde 2018 um weitere acht Jahre verlängert.

Die „AG Signalling“, gegründet 2014, erforscht Themen wie langlebige sicherheitskritische Infrastrukturen, Sicherungslogik und Nachhaltigkeit von System-Hard- und Software. Die „AG Connected Mobility“ befasst sich seit 2015 mit Themen wie Störfallmanagement, Reisendenlenkung und digital vernetzte Mobilitätskonzepte. 2016 entstand die „AG Cybersecurity für sicherheitskritische Infrastrukturen – CYSIS“. Hier wird erforscht, wie man den durch die Digitalisierung im Eisenbahnsektor gewachsenen Herausforderungen der Cybersecurity in sicherheitskritischen Infrastrukturen wirksam begegnen kann. Seit 2017 gibt es die „AG Betrieb“, die praxisorientierte Forschung und Entwicklung für einen automatisierten und energiesparsamen Betrieb auch im Störungsfall vorantreibt.

In den vergangenen vier Jahren wurde zudem ein berufsbegleitender Master-Studiengang „Bahnverkehr, Mobilität und Logistik“ entwickelt, in dem berufserfahrene Teilnehmerinnen und Teilnehmer akademisch, interdisziplinär und zugleich praxisnah zum Systemingenieur Bahn ausgebildet werden können. Er soll zum Wintersemester dieses Jahres starten.

Kooperationstage und Zukunftswerkstätten, Start-up-Touren und studentische Innovationswettbewerbe sowie ein kürzlich eingeweihter „Eisenbahncampus“ runden die Zusammenarbeit ab.

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