Die Mission geht weiter

TU Darmstadt und ESA schließen Kooperationsvereinbarung

26.04.2019

Die TU Darmstadt und die European Space Agency (ESA) werden künftig noch enger zusammenarbeiten. Ein entsprechendes „Memorandum of Collaboration“ unterzeichneten TU-Präsident Professor Hans Jürgen Prömel und ESA-Generaldirektor Professor Johann-Dietrich Wörner.

„Hier treffen zwei ideale Partner zusammen, um ihre herausragenden Forschungs- und Anwendungskompetenzen auf Zukunftsfeldern der digitalen Transformation zu bündeln“, kommentierte TU-Präsident Prömel die Vereinbarung. „Damit vertieft die TU Darmstadt zugleich die seit über drei Jahren laufende Kooperation mit ESOC, dem Satellitenkontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation.“

„Für die ESA ist die Kooperation mit der TU Darmstadt von großer Bedeutung, um für die gesamte Innovationskette von der Grundlagenforschung bis zur Raumfahrtmission zusätzliche Impulse zu setzen“, betonte Johann-Dietrich Wörner, Generaldirektor der ESA.

Eines der ersten Projekte im künftigen Forschungslabor „ESA_Lab@TU Darmstadt“ im Fachbereich Maschinenbau wird sich mit „concurrent engineering“, der räumlich und zeitlich verkürzten und interdisziplinär vernetzten Produktentwicklung, beschäftigen. Das Memorandum zielt darauf ab, raumfahrtrelevante Forschung und Entwicklung sowie Transferaktivitäten und Vernetzung zu verstärken, aber auch neue Lehrinhalte für Studierende zu generieren und gemeinsame wissenschaftliche Konferenzen zu veranstalten. Die Kooperation ist als offene Plattform angelegt, an der sich weitere europäische Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft beteiligen können. Ein paritätisch besetzter Lenkungsausschuss, dem auch die Leitungen beider Institutionen angehören, wird die Kooperation in den nächsten fünf Jahren strategisch begleiten.

Enger Austausch mit ESA-Kontrollzentrum

Seit Dezember 2015 treiben die TU Darmstadt und das Europäische Satellitenkontrollzentrum ESOC auf der Grundlage einer vertraglichen Vereinbarung die gemeinsame Lehre und Forschung zu praxisrelevanten Themen der Raumfahrt voran. Im Fokus stehen zum Beispiel Kleinsatelliten, Weltraumtechnologien, innovative IT-Systeme oder wissenschaftliche Missionen im Bereich der Weltraumsicherheit.

Reinhold Bertrand, mitzuständig für Strategien und Innovation bei ESA-Darmstadt, hat seit 2018 eine Kooperationsprofessur am Institut für Flugsysteme und Regelungstechnik im Fachbereich Maschinenbau der TU Darmstadt inne. Sein technischer Arbeitsschwerpunkt liegt im Bereich Entwurf, Bau und Simulation komplexer Raumfahrtsysteme mit digitalen Methoden. Dazu steht er auch im engen Austausch mit dem Fachbereich Informatik – insbesondere mit den Fachgebieten Robotik und Autonome Systeme.

Auch das Fachgebiet Physikalische Geodäsie und Satellitengeodäsie, das Institut für Mikrowellentechnik und Photonik und das Institut für Technische Thermodynamik der TU Darmstadt arbeiten seit Jahren mit der ESA in internationalen Forschungsverbundprojekten zusammen. Aus der Universität sind zudem etliche erfolgreiche Start-up-Unternehmen hervorgegangen, die sich im Umfeld des ESOC-Zentrums niedergelassen haben und sich zum Beispiel mit innovativen Anwendungen der Satellitennavigation oder der Geoinformation befassen.

Schließlich begeistert sich auch die studentische Hochschulgruppe „TU Darmstadt Space Technology“ für die Raumfahrt und hat sich mit der ESA eng vernetzt. Die Gruppe entwickelt und baut eigene Raketen sowie einen Nano-Satelliten für eine Mission im All.

Gruppenbild nach der Unterzeichnung des Memorandums: Prof. Uwe Klingauf (Fachgebiet für Flugsysteme und Regelungstechnik, TU Darmstadt), Prof. Reinhold Bertrand (ESA / Kooperationsprofessor an der TU Darmstadt), Prof. Johann Dietrich Wörner (ESA-Generaldirektor), Prof. Hans Jürgen Prömel (Präsident TU Darmstadt), Dr. Chiara Manfletti (Beraterin des ESA-Generaldirektors) und Prof. Ulrich Knaack (Institut für Statik und Konstruktion, TU Darmstadt), von links nach rechts. Bild: Patrick Bal