Erkenntnisse mit der Gesellschaft teilen

14.05.2019

Erkenntnisse mit der Gesellschaft teilen

Team um Professorin Tatiana Gambaryan-Roisman erhält „Ralf-Dahrendorf-Preis"

Das „CoWet“-Netzwerk junger Forscherinnen und Forscher an der TU Darmstadt ist mit dem erstmals ausgelobten „Ralf-Dahrendorf-Preis für den Europäischen Forschungsraum“ ausgezeichnet worden. Der Preis würdigt herausragende Leistungen in EU-Forschungsprojekten und interessante Formate der Wissenschaftskommunikation. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wählte insgesamt sechs Preisträger aus, die jeweils bis zu 50.000 Euro erhalten.
Professorin Tatiana Gambaryan-Roisman schaut in die Kamera. – © Jan-Christoph Hartung
Professorin Tatiana Gambaryan-Roisman. Bild: Jan-Christoph Hartung


Im Mittelpunkt des EU-geförderten und an der TU Darmstadt koordinierten Doktorandennetzwerks „CoWet“ unter Leitung von Professorin Tatiana Gambaryan-Roisman standen komplexe Benetzungsphänomene. Dabei ging es um sehr alltagsrelevante Fragen: Wie entfalten aktive Substanzen von Schäumen oder feinen Emulsionen in Kosmetika auf Haut und Haaren ihre reinigende oder pflegende Wirkung? Wie lagern sich funktionale Nanopartikel etwa von Imprägniermitteln auf Textilfasern oder flexiblen Polymerfilmen ab?

Das genaue Verständnis solcher komplexen Wechselwirkungen zwischen Fluiden und Oberflächen ist nötig, um industrielle Prozesse effizienter zu machen. Auch viele neue Anwendungen, etwa im Bereich der medizinischen Diagnostik oder beim funktionalen Drucken, sind auf das Verständnis komplexer Fest-Flüssig-Wechselwirkungen angewiesen.


Für die wichtigen Beiträge von Wissenschaft und Forschung zu einer guten Zukunft brauchen wir mehr öffentliches Bewusstsein. Wissenschaftskommunikation hat dabei eine Schlüsselrolle: Sie trägt wissenschaftliche Erkenntnis in die Gesellschaft und fördert ein Klima der geistigen Offenheit.

(Bundesministerin Anja Karliczek während der Feierstunde für die Preisträgerinnen und Preisträger in Berlin)

Professorin Tatiana Gambaryan-Roisman (m.) mit Bundesministerin Anja Karliczek (re.) und Sebastian Keuth (li.). – © Bernd Lammel, Bildkraftwerk
Professorin Tatiana Gambaryan-Roisman (m.) mit Bundesministerin Anja Karliczek (re.) und Sebastian Keuth (li.). Bild: Bernd Lammel, Bildkraftwerk

Das Forschungsteam will nun in einem nächsten Schritt die faszinierenden chemischen und physikalischen Vorgänge mit bildgebenden Verfahren sichtbar machen und sie in verschiedenen Formaten einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Geplant sind neben Webvideos auch Live- und Mitmachexperimente für regionale Schülerlabore und Science Camps. Weiterhin werden ein „Krimi-Dinner“ mit Blutspuren-Analyse und eine musikalisch untermalte „Liquid-Lightshow“ vorbereitet, die im Rahmen von öffentlichen Abendveranstaltungen der Technischen Universität Darmstadt stattfinden sollen.

Hintergrund

Das an der TU Darmstadt koordinierte internationale Graduiertenkolleg „CoWet“ war 2014 gestartet und in Form eines von der EU-Kommission geförderten „Marie Curie Initial Training Networks“ (ITN) strukturiert. Es vereinte Nachwuchsexpertinnen und –experten aus Deutschland, den Niederlanden, Griechenland, Israel, Großbritannien, Spanien und Polen. Ihre Fragestellungen überwanden die traditionellen Disziplingrenzen der Mathematik, Physik, Chemie und Ingenieurwissenschaften.

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