Die TU Darmstadt hilft

Initiativen gegen die Corona-Krise

01.04.2020

Schnelle, unbürokratische und innovative Hilfe gegen den Notstand: Mitarbeitende und Einrichtungen der TU engagieren sich gegen den Mangel an Schutzausrüstung in Gesundheitseinrichtungen. Wir stellen zwei Initiativen vor.

Transporter mit gesammelter Schutzausrüstung.

Einweghandschuhe, Schuhschützer, Schutzanzüge für Reinräume, Schutzmasken der Klassen FFP2 und FFP3, Ärmel-Schützer und Schutzbrillen – einen ganzen Kleintransporter voll mit zur Zeit dringend gesuchten Ausrüstungsgegenständen haben Institute der TU heute aus ihren Beständen gespendet.

Das Material wird nun zum großen Teil Pflegeeinrichtungen in Darmstadt zugutekommen, die derzeit enormen Bedarf an Schutzausrüstung haben. Initiiert wurde die Aktion von Maija Laux, Mitarbeiterin am Fachgebiet Funktionale Materialien, Fachbereich Material- und Geowissenschaften.

Mit den Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie sei es in den Laboren des Fachbereichs sehr ruhig geworden, erzählt Maija Laux. Auch Schutzausrüstungen, die normalerweise in der Forschung zum Einsatz kommen, seien nun ungenutzt geblieben. Gleichzeitig berichteten die Medien über den kritischen Mangel und Notstand im Gesundheitswesen.

„Ich habe in die Schränke unseres Fachgebiets geschaut und gesehen, dass wir noch Bestände haben, und mich gefragt: Vielleicht gibt es an der ganzen Universität noch mehr ungenutzte Ausrüstungsgegenstände?“ Die Idee zu einer Spendenaktion war geboren und stieß sofort auf die Unterstützung von Laux‘ Chef Professor Oliver Gutfleisch und von Susanne Schienbein, der Leitenden Fachkraft für Arbeitssicherheit der TU.

Per Mail schickte Laux einen Aufruf zur von der Universitätsleitung begrüßten Sammelaktion an alle Professorinnen und Professoren der TU. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 15 Fachgebieten der Fachbereiche Material- und Geowissenschaften, Elektrotechnik und Informationstechnik, Physik, Chemie und Maschinenbau sowie der Materialprüfungsanstalt reagierten spontan und brachten heute im Moment nicht benötigte Schutzausrüstung zu den Sammelpunkten. Eine tolle Bilanz: „Die Ladefläche und die Rückbank des Transporters sind voll“, freut sich Maija Laux.

Hilfe aus dem 3D-Drucker

Sie sind derzeit ein knappes Gut: Schutzmasken für die Behandlung von Corona-Patienten. Zwei Institute des Fachbereichs Bau- und Umweltingenieurwissenschaften arbeiten seit kurzem daran, die begehrten Masken mit Hilfe von 3D-Druckern herzustellen. Dafür drucken Mitarbeitende der Institute für Statik und Konstruktion (ISM+D) sowie Stahlbau und Werkstoffmechanik (IFSW) Rahmenteile aus Kunststoff, die dann mit einer Folie und einem Halteband ergänzt werden.

3D-gedruckte Kunststoff-Rahmenteile für Schutzmasken.

Mit diesen zusammengesteckten Masken können Mund, Nase und Augen abgedeckt werden. Im Moment wird eine Stückzahl von knapp zehn Rahmen pro Tag erreicht, die einmal pro Woche Krankenhäusern zur Verfügung gestellt wird. Die Koordination für Produktion, Zusammenbau und Verteilung liegt in den Händen des Vereins Makerspace Darmstadt, der so Darmstadt und das Umland im Rhein-Main-Gebiet unterstützt.

Schutzmaske nach der Zusammensetzung.