Online-Lernen im Lehramt

Chance für den digitalen Unterricht in der Schule

26.05.2020

Lehramtsstudierende der TU Darmstadt nutzen bereits seit rund fünf Jahren das vom Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) initiierte Instrument des elektronischen Portfolios, um schulische und außerschulische Praxisphasen vor- und nachzubereiten.

Mehr Akzeptanz: Im digitalen Semester bearbeiten Studierende die digitalen Aufgaben intensiver.

Das ePortfolio entwickelt sich im aktuellen digitalen Sommersemester in der Kooperation mit dem Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik des Fachbereich Humanwissenschaften zur großen Chance für Lehramtsstudierende: „Unsere Studierenden lernen zunächst die digitale Plattform mahara kennen, die die TU Darmstadt zur Verfügung stellt, um Portfolioaufgaben zu bearbeiten. In einem zweiten Schritt können die Studierenden dann auch Aufgaben für Schülerinnen und Schüler entwickeln“, beschreibt die ZfL-Geschäftsführerin Christine Preuß die Potentiale des Online-Lernens im Lehramt.

Themenschwerpunkt „Digitales Sommersemester“

In diesem Sommersemester ist vieles anders: Digitale Lehre und Online-Studium prägen den Campus-Alltag. Experimentierfreude und Neugierde, aber auch Pragmatismus sind in Corona-Zeiten gefragter denn je. Wie hat sich die TU Darmstadt auf die Herausforderungen vorbereitet, auf welche Erfahrungen im E-Learning setzt sie und was bietet sie an? Ein Themenschwerpunkt. Eine Serie.

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Auch Julia Nebhuth, abgeordnete Lehrerin am Institut für Allgemeine Pädagogik, die die Vor- und Nachbereitungsseminare für das Lehramt an Gymnasien leitet, findet, dass das digitale Sommersemester Studierende verstärkt für die Arbeit mit der Plattform mahara begeistern kann: „Gewöhnlich ist es schwierig, den Studierenden zu vermitteln, dass mahara einen innovativen digitalen Lernraum bietet, der für den späteren eigenen Unterricht genutzt werden kann. Jetzt ist die Akzeptanz für mahara größer und die Studierenden bearbeiten die digitalen Aufgaben intensiver.“

Freies Gestalten der Aufgaben

Das Online-Tool ermöglicht dabei verschiedenen Lerntypen eine freie Gestaltung der Aufgaben, etwa durch den Einsatz von Bild-, Ton- oder Videomaterial, das Einfügen von Dokumenten und Links oder durch das Führen eines Blogs. Zudem bietet es Feedbackfunktionen zum interaktiven Austausch mit Dozierenden und Studierenden. Jan Carl Strack, abgeordnete Lehrkraft für das Lehramt an beruflichen Schulen und Praxisphasenmitarbeiter im ZfL, ist gespannt, inwiefern es als Folge der Corona-Krise zu langfristigen Veränderungen in beruflichen Schulen kommt: „Vielleicht bekommen auch E-Learning-Angebote einen nachhaltigen Schub."

Die Praxisphasenkoordinatorin des ZfL, Dr. Ruth M. Mell, beschreibt die Erweiterung des Portfolios so: „Das Portfolio wird verstärkt als didaktisches Werkzeug im aktuellen Distanzlernen verwendet. Dabei transferieren wir die Inhalte der Präsenzlehre in digitale Settings und stellen – sowohl für Einzel- als auch Gruppenarbeitsformen – nicht nur Texte, sondern auch Videos und andere Medien zur Verfügung. Wir hoffen, dass dies die Studierenden dazu einlädt, mahara auch in anderen Kontexten zu nutzen. Eventuell können wir sogar Kolleginnen und Kollegen für die Arbeit mit ePortfolios und mit mahara begeistern. Hier steht das ZfL als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.“

Das Konzept des Praxisphasen-ePortfolios kann künftig verstärkt eingesetzt werden, wenn Praktika am Lernort Schule auch nach den Sommerferien nicht möglich sein sollten. Lehramtsstudierende der TU Darmstadt können dann die Schülerinnen und Schüler der Praktikumsschulen im Online-Lernen auf mahara unterstützen, da die Schulen seit dem letzten Schuljahr ebenfalls die Plattform nutzen. Damit wäre dann „der klassiche pädagogische Doppeldecker erreicht: Studierende erlernen digitale Werkzeuge und wenden diese anschließend im eigenen Unterricht an“, so Christine Preuß.