Internationale Logistik in Theorie und Praxis

Neuer englischsprachiger Studiengang startet zum Wintersemester

03.08.2020

Zum Wintersemester 2020/21 startet der englischsprachige Masterstudiengang „Logistics and Supply Chain Management“ des Fachbereichs Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Er richtet sich an Bachelorabsolventen und -absolventinnen mit besonderem Interesse an Logistik, Produktion, Supply Chain Management und Transport. Worum geht es im Studium, wie sind die Berufsaussichten und was hat es mit der internationalen Ausrichtung auf sich? Professor Christoph Glock, der gemeinsam mit Professor Ralf Elbert den neuen Studiengang verantwortet, verrät es im Interview.

Der neue Masterstudiengang ist vor allem für Bachelorabsolventinnen und -absolventen attraktiv, die in ihrem weiteren Studienverlauf den Schwerpunkt auf Logistik und Supply Chain Management legen möchten.

Herr Glock, was sollte man aus dem Bachelorstudium mitbringen?

Studieninteressierte sollten Interesse an komplexen, praxisrelevanten Problemstellungen aus den Bereichen Logistik, Produktion und Supply Chain Management mitbringen. Sie sollten analytische Fähigkeiten besitzen und Lust auf das Zusammenspiel von konzeptionellen und mathematischen Lösungsverfahren haben.

Was gab den Ausschlag für die Gründung des neuen Studiengangs?

Wir haben einerseits zahlreiche Nachfragen von interessierten Studierenden erhalten, die sich mehr Vertiefungsmöglichkeiten in den Bereichen Logistik und Supply Chain Management gewünscht haben. Daneben wurden wir häufig von Unternehmen angesprochen, die auf der Suche nach Absolventen im Logistikbereich waren. Das hat uns überzeugt, dass es einen Markt für den neuen Studiengang gibt, so dass wir dann mit der Konzeption begonnen haben.

Was zeichnet den Studiengang an der TU im Vergleich zu Logistik-Studiengängen an anderen Hochschulen aus?

Die Rhein-Main-Region, in der zahlreiche Logistik-Unternehmen aktiv sind, bietet ideale Voraussetzungen für die Etablierung eines Logistik-Studiengangs. Im Vergleich zu anderen Universitäten, die oft stärker technisch orientierte Studiengänge anbieten, kombinieren wir unser Angebot mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt, und richten den Studiengang gezielt international aus. Das ist so durchaus ein Alleinstellungsmerkmal.

Prof. Dr. Christoph Glock, Professor am Fachgebiet Produktion und Supply Chain Management

Der Studiengang wird als „forschungsorientiert“ beschrieben, es sind aber auch umfangreiche Praxisprojekte vorgesehen. Warum sind ein frühzeitiger Einblick in die Praxis und die Verknüpfung von Theorie und Praxis beim Thema Logistik wichtig?

Logistik und Supply Chain Management sind anwendungsorientierte Disziplinen. Für eine wirkungsvolle Anwendung sind aber auch theoretische Grundlagen relevant. Mit unserem Programm werden die Studierenden in laufende Forschungsprojekte eingebunden, lernen so aktuelle Methoden und Lösungsverfahren kennen und können in den Praxisprojekten selbst eigene Erfahrungen sammeln. Gleichzeitig wecken wir so Interesse an wissenschaftlichem Arbeiten und fördern den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Wie kann die Logistikbranche vom neuen Studiengang profitieren? Was bringen die Absolventinnen und Absolventen später mit in den Beruf?

In den vergangenen Jahren taten sich Unternehmen aus der Logistikbrache oft schwer, qualifizierten Nachwuchs zu finden. Der neue Studiengang wird gezielt Führungskräftenachwuchs im Logistikbereich ausbilden, der in der Branche dringend gesucht wird. Die Studierenden erhalten eine fundierte Methodenausbildung und werden mit wichtigen Konzepten der Logistik, der Produktion und des Supply Chain Managements vertraut gemacht, die sie für ihren späteren Beruf benötigen.

Der Studiengang ist englischsprachig – wie wird das für die künftigen Studierenden aussehen?

Der Studiengang wird komplett in englischer Sprache studierbar sein. In den Wahlbereichen besteht aber auch die Möglichkeit, deutschsprachige Kurse zu belegen. Um Studierende, die bei sich noch Nachholbedarf sehen, „fit“ für das englische Lehrprogramm zu machen, bieten wir spezielle Sprachkurse an, die an den Inhalten des Studiums ausgerichtet sind.

Sind internationale Studierende eine besondere Zielgruppe?

Logistik und Supply Chain Management sind per se internationale Funktionen im Unternehmen. Von daher steht nicht die Ansprache einer Zielgruppe, sondern die Ausbildung für den globalen Arbeitsmarkt im Fokus. Die Zusammenarbeit von Studierenden mit regionalem und internationalem Hintergrund ist eine gute Vorbereitung auf den Berufseinstieg. Der Fachbereich ist darüber hinaus gerade im Logistikbereich international sehr gut vernetzt. Damit gibt uns der neue Studiengang die Möglichkeit, die Vernetzung in der Forschung noch besser auf die Lehre zu übertragen, und die Studierenden können davon profitieren.

Die Einschreibung läuft bereits. Wie ist die Resonanz bisher?

Wir freuen uns, dass wir bereits eine hohe Anzahl an Bewerbungen vorliegen haben. Es haben sich sowohl Absolventinnen und Absolventen der TU Darmstadt und anderer deutscher Universitäten als auch zahlreiche Interessierte aus dem Ausland beworben.

Zum Master-Studiengang: Logistics and Supply Chain Management

Der neue, englischsprachige Master-Studiengang „Logistics and Supply Chain Management“ startet zum Wintersemester. Die Online-Bewerbung dafür ist bis zum 20. August möglich.

Gleichzeitig startet auch der Master-Studiengang Entrepreneurship and Innovation Management, der auch im Interview vorgestellt wird.

Die Fragen stellte Silke Paradowski