„Die Zeit an der TU hat mein Weltbild geprägt“

Alexandria Novokowsky absolvierte ihr Masterstudium "Mundus Urbano" an der TU

12.08.2020

Alexandria Novokowsky aus dem kanadischen Ottawa ist Alumna der TU Darmstadt. 2014/15 absolvierte sie ihr Masterstudium „Mundus Urbano“ in Darmstadt. Im Interview erzählt sie von ihrer Zeit in Darmstadt und welche Türen ihr das Studium geöffnet hat.

Eine Gruppe Studierender des Studiengangs Mundus Urbano auf dem Campus Lichtwiese

Sie haben in Deutschland studiert – warum haben Sie sich für die TU Darmstadt entschieden?

Ich habe von September 2014 bis Juli 2015 an der TU Darmstadt studiert. Zunächst belegte ich einen Deutschkurs und absolvierte dann das erste Jahr des zweijährigen Masterstudiengangs „Mundus Urbano“. Dieses Studium ist ein Master in International Cooperation in Urban Development (Internationale Zusammenarbeit in der Stadtentwicklung), das Architektinnen und Architekten, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Stadtplaner und Entwicklungsfachleute aus der ganzen Welt zusammenbringt, um Fragen der Stadtentwicklung aus einer nicht-eurozentrischen Perspektive zu diskutieren. Dies ist ein wirklich einzigartiger Studiengang. Zusammen mit der multikulturellen Vielfalt der Studierenden hat mich dies zum Studium an der TU Darmstadt bewogen.

Haben Sie eine schöne Zeit an der TU erlebt? Was war für Sie besonders?

Das erste Jahr an der TU Darmstadt war eines der besten meines Lebens. Die Grenze zwischen Kommilitonen und Freunden war fließend, was zu einer unglaublich ganzheitlichen akademischen Erfahrung und Lebenserfahrung führte. In diesem Jahr lernte ich meine Kommilitoninnen und Kommilitonen im Rahmen von tiefgehenden Gesprächen über unsere Überzeugungen, langen Nächten, in denen wir an herausfordernden Projekten arbeiteten, und harter Arbeit kennen. Darüber hinaus verbrachten wir als Gruppe von hauptsächlich ausländischen Studierenden die Wochenenden damit, das Beste zu erkunden, was Deutschland und Europa zu bieten hatten. Meine Zeit an der TU Darmstadt hat mein Weltbild und mein Herz für immer geprägt.

Wie profitieren Sie von Ihrem Studium in Darmstadt?

Durch meinen Master-Abschluss konnte ich ein Praktikum beim Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations World Food Programme, WFP) in Rom absolvieren. Nach vier Monaten wurde mir dort eine Stelle angeboten und ich arbeitete die nächsten drei Jahre für deren Evaluierungsbüro in Rom, den Innovation Accelerator in München und für ein Kleinbauernprojekt in drei afrikanischen Ländern: Sambia, Tansania und Kenia.

Alexandria Novokowsky

Bitte erzählen Sie uns etwas über das Welternährungsprogramm und Ihre Arbeit dort.

An der TU Darmstadt waren mein Hauptinteresse und mein Forschungsgebiet vor allem nachhaltige Ernährungssysteme. Daher war es sinnvoll, mit dem Welternährungsprogramm zusammenzuarbeiten, da sie sich mit Fragen der Ernährungssicherheit sowohl in Notfällen als auch im Bereich der Entwicklungshilfe beschäftigen. Es ist eine ausgezeichnete Organisation und ich habe bei meiner Arbeit als Beraterin dort so viel gelernt. Mit dem Büro für Evaluierung konnte ich in den vergangenen fünf Jahren im Rahmen von Missionen nach Kambodscha, Tansania und in die Zentralafrikanische Republik reisen, um die Länderportfolios dieser Länder zu evaluieren. Dank des Innovation Accelerator lernte ich kühne neue Ideen und innovative, neu erprobte Projekte kennen, durch die das Ziel der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung – Zero Hunger bis 2030 – erreicht werden soll. Meine schönste Erfahrung war jedoch das Jahr, das ich in Afrika verbracht habe, wo ich direkt mit Kleinbauern und Kleinbäuerinnen und mit einem Team gearbeitet habe, um sie bei der Förderung besserer Verbindungen zu Handelsmärkten zu unterstützen.

Was war die größte Herausforderung?

Auf persönlicher Ebene war die größte Herausforderung bei der Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Notwendigkeit, so mobil sein zu müssen. Innerhalb von drei Jahren zog ich in fünf verschiedene Länder. Abgesehen davon war es auch eine unglaubliche Lernerfahrung. Jetzt, zurück in meiner Heimatstadt Ottawa, hoffe ich, all diese Lehren in den nächsten vier Jahren im Rahmen meiner Doktorarbeit analysieren zu können.

Haben Sie noch Kontakt zu Kommilitoninnen und Kommilitonen aus Darmstadt?

Ja, die Freunde, die ich an der TU Darmstadt gewonnen habe, haben einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Und auch wenn sie jetzt in verschiedenen Ländern rund um den Globus verstreut leben, bin ich sicher, dass wir Freunde fürs Leben bleiben werden.

Die Fragen stellte Astrid Ludwig.

Zur Person

Alexandria Novokowsky (31) aus dem kanadischen Ottawa ist Alumna der TU Darmstadt. 2014/15 absolvierte sie ihr Masterstudium „Mundus Urbano“ in Darmstadt. Nachdem sie für das „United Nations World Food Programme“ in verschiedenen Ländern Europas, Afrikas und in Asien gearbeitet hatte, zog sie vergangenen September zurück nach Ottawa, um ihre Promotion in Internationaler Entwicklungspolitik an der Carleton University zu starten.